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17. Von landesherrlichen Einkünften aus der Bienenzucht, und vom Anschlag der Bienen=Zucht bei der Verpachtung.

Die Bienenzucht ist zugleich eine Quelle, woraus landesherrliche Einkünfte entspringen. Von dem Antheil an denen in den Wäldern gefundenen wilden Bienen, so sich die Herrschaft vorzubehalten pflegt, ist bereits oben, Pfeil-IconS. 464, Meldung geschehen. Ausserdem gehört hieher die Verstattung, die zahmen Bienen in die Heide führen zu dürfen, (wovon ich im 8ten Abschn. gehandelt habe,) welches in Ländern, wo eine starke Bienenzucht ist, ein ansehnliches Geld jährlich eintragen kann. Es wird diese Abgabe das Bienenheidegeld genennet. Um die Unterthanen, die auf der Heide wohnen, zur Bienenzucht zu nöthigen, pflegt man selbige, sie mögen Bienen halten, oder nicht, zu Entrichtung eines gewissen Honigzinses anzuhalten.

SAuszug des märkischen Landrechts, unter dem Articul Pfeil-IconOnus.

Im Nurnbergischen wird der Canon, welchen die Zeidler von ihren Zeidelgütern entrichten müssen, das Honiggeld genennet.

S. Beck von der Forstgerechtigkeit, Cap. 9, §. 5.

Auch pflegt der Bienenzehend gegeben zu werden. Es ist derselbe eine Art des Fleischzehends, und wird von allen und jeden Bienenstätten gegeben, sie mögen besetzt seyn, von wem sie wollen.

S. Churbraunschw. Lüneburg. Zehendordnung de An. 1709, §. 29. <4, 793>

In dem preussischen Pommern, und dessen Amte Cörlin, wird von jedem Stocke, welcher überstehen kann, 2 Ggr. 8 Pfen. Zehendgeld gegeben. Sonst wird der zehende Stock gegeben. Man vergleicht sich auch wohl überhaupt auf eine gewisse Quantität ausgesottenen Honigs, und von jedem Stocke, so am Himmelfahrtstage flieget, 1/2 Pfund Wachs.

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DDC-Icon Bei Verpachtung der Güter wird zuvor Erkundigung eingezogen, was der dabei vorhandene Bienen=Stand jährlich, ein Jahr dem andern zu Hülfe gerechnet, an Honig und Wachs einträgt; was dem Bienenwärter gegeben wird, und was sonst vor Ausgaben vorfallen; worauf man denn durch eine sechsjährige Fraction den jährlichen Ertrag herausbringt. Man pflegt auch wohl nur die Stöcke, welche überstehen können, anzuschlagen, und die Nutzung eines jeden Stockes auf 6, 8, 10 bis 12 Ggr. anzurechnen, wobei es darauf ankommt, ob die Schwärme an sich selbst stark oder schwach, auch schon gezeidelt sind, oder nicht. Allein, dieser Anschlag kann nur bei einem kleinen Bienenstand Statt finden. Wo hingegegen große Bienenwirthschaften getrieben werden, da müste der Nutzungsanschlag weit höher gemacht werden, indem oben, Pfeil-IconS. 779 f. gezeigt worden, daß sich daselbst der Nutzen von einem Bienenstocke wenigstens auf 1 Reichsthaler beläuft. In einem Grund=Anschlage pflegt man einen tragreichen Stock zu 5 Rthlr. anzuschlagen.

Schweder, in seinem Werke von Anschlagung der Güter, ( wovon izt eine neue Ausgabe in Quarto nebst Herrn Präsid. v. Benekendorf Zusätzen und Anmerkungen, herauskommt) hält die Bienenzucht für so gering, daß er sie an vielen Orten gar nicht in Anschlag gebracht wissen will, da doch selbige in einem Theil von Hinterpommern besonders wichtig ist, und viel Geld damit geschaffet wird. Ueberhaupt ist die Bienenzucht <4, 794> um so weniger außer Acht zu laßen, weil sie fast gar keine Kosten verursachet, und das, was sie einbringt, mit weniger Mühe gewonnen wird. Den Bienenstand nach einer sechsjährigen Fraction anzuschlagen, gehet, nach gedachten Hrn. v. B. Meinung, nur in solchen Wirthschaften an, wo ordentliche Rechnungen geführet werden. Da aber in Pommern und der Mark solche an den wenigsten Orten angetroffen werden, so wird man auf ein ander Mittel zu denken haben, wodurch der Ertrag dieser Rubrik auf eine zuverläßige Art eruir et werden kann. In den schlesischen Detaxations-Principiis, §. 92, sind die ausgewinterten Bienenstöcke zum Grunde gelegt, und ein jeder derselben zu 24 sgl. welches nach unserm Gelde ungefähr 19 Gr. 6 Pf. beträgt, zur jährlichen Abnutzung gerechnet worden. Es scheint dieses eine sichere Methode, und ein sehr billiger Satz zu seyn, welcher auch in andern Provinzen angenommen werden könnte. Jedoch verstehet es sich, mehrgedachtermaßen, von selbst, daß hierbei allemahl auf die Lage des Orts, und ob die Bienen daselbst hinreichende Nahrung finden können, Rücksicht zu nehmen sey. Je reichlichere Nahrung die Bienen haben, desto höher kann auch der Ertrag davon gerechnet werden.

Was den Honig und Wachs=Zehend betrifft, so pflegt selbiger, wie Pfeil-IconS. 792 gedacht worden, auf ein Gewisses vestgesetzt zu werden, und da ist der Nutzungs= oder Pacht=Anschlag leicht zu machen; wird aber der zehende Stock abgegeben, so nimmt man zehnjährige Zehend=Register zu Hülfe, und ziehet daraus ein Mitteljahr, welches sodenn in Anschlag kommt.

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