FANDOM


Von der natürlichen Vermehrung der Bienen, und von Schwärmen, wie auch der Art und Weise, die Schwärme zu fassen, und zu warten.

Wie die meisten Insect=Arten aus einem Ei ihren Ursprung nehmen, also findet sich dieses auch bei den Bienen.

DDC-Icon Die Meinung des Virgils, und derer, die ihm blindlings nachgeschrieben haben, daß die Bienen aus der Fäulnis entstehen, und daß ein erdrosselter, und sodenn der Fäulnis überlaßener Ochs uns sehr schöne Schwärme geben würde,

S. Natürl. Zauberlexicon, Col. 170, f. und Hamburgische verm. Biblioth. B. 3, St. 3, S. 352.

verdient keine ernstliche Widerlegung.

Ich habe bereits oben, Pfeil-IconS. 469 angeführt, daß sich die Königinn oder Bienenmutter mit den Drohnen begattet, und daß diese die einzigen Männlein des Stocks sind, welche die Eier der Bienenmutter fruchtbar machen. Bei der Königinn findet man einen Eierstock, der aus einem ganzen Büschel vieler Gefäße bestehet, die an einem Orte aus einem sehr großen fleischigen Gefäß entspringen, sämmtlich in einen gemeinschaftlichen Canal <4, 566> gehen, und in der Legezeit mit Eiern angefüllt sind. Diese Gefäße gehen gegen den Hintern, und die Eier darinn sind desto größer, je näher sie dem Hintern zu liegen. Jene Büschel formiren 2 Eierstöcke; jeder endiget sich in eine große Röhre; und diese 2 Röhren begeben sich in einen gemeinschaftlichen Canal, welcher die Gebährmutter ist. In derselben ist ein kleiner runder Cörper, welcher die kleberige Feuchtigkeit liefert, und so hängt, daß dort alle Eier, die gelegt werden, durchgehen müssen, und mit jenem kleberigen Wesen überzogen werden, welches die gelegten Eier auf einem ihrer Enden am Boden der Zelie klebend erhält, und, wenn dasselbe vertrocknet, ein Futteral für die Eier abgiebt, welches ihre Ausdünstung und Austrocknung mäßiget, alsdenn hingegen, wenn sie erbrütet werden sollen, vom beigesetzten Futterbrei sich wieder erweichen und auflösen läßt. Die Königinn hält so viel Eier in sich, daß sie, in 7 bis 8 Wochen, mehr als 10 bis 12 tausend Eier legen kann; und ordentlicherweise erstreckt sich diese Zahl in einem Jahr, bis auf 35 ja 40 Millionen. Sie legt dennoch im Früh=Jahr Eier, obgleich in 9 Monathen keine Drohnen da sind.

Herr Archidiac. Steinmetz behauptet , daß die Königinn 2 Eierstöcke habe, davon nur der eine, der die Eier zu Königinnen, zu Drohnenmännlein, und Arbeitsbienen enthält, bei der Begattung innerlich befruchtet und geschwängert wird; der andere aber, der die Eier zu Drohnenkämmerlingen (s. oben Pfeil-IconS. 475) enthält, nicht geschwängert werde.

Die Art und Weise, wie die Königinn, nach der Begattung mit den Drohnen, ihre Eier in die Zellen leget, die von den Arbeitsbienen zubereitet werden, ist merkwürdig. Sie kommt, mit einer Begleitung von 10 oder 12 Bienen umgeben, welche ungefähr einen Creis um sie machen, und ihr den Kopf zukehren. Bisweilen ist die Anzahl größer, oder kleiner. Die Begleitung dieser Bienen ist nichts sonderbares, sondern etwas allezeit gewöhnliches. Sie geschiehet aus der Ursache, um für <4, 567> sie zu sorgen, und ihr beizustehen; denn einige reichen ihr Honig mit ihrem Rüssel; andere bedecken sie, liebkosen ihr, und kehren sie zugleich sehr sorgfältig ab. Unter solcher Begleitung gehet die Königinn, anfänglich in eine Zelle hinein, und zwar mit dem Kopf zuerst, um sich umzusehen, ob die Zelle leer, sauber, und ihr anständig sey, und bleibt einige Augenblicke darinnen; hernach gehet sie wieder heraus, und steckt ihren Hintern so weit hinein, daß ein ziemlicher Theil ihres Leibes sich in der Zelle befindet, um das Ei in den Winkel, der auf dem Boden der Zelle ist, anzubringen, wo es, vorerwähntermaßen, durch eine zugleich aus dem Leibe der Mutter mit dem Ei kommende kleberige Feuchtigkeit an seinem dünnen Ende angeklebet wird. Dieses Ei, welches mehr länglich als rund ist, stehet solchergestallt in der Mitte der Zellen auf dem Boden derselben aufrecht gekehrt und angeleimt, damit es nicht heraus, um, oder in die Ecken der Zellen fallen möge. Es ist an dem obern Theil etwas dicker, als an demjenigen, wo es auf dem Boden der Zelle aufstehet, und bestehet aus einem zarten weißen Häutchen, in welchem eine weißlichte flüßige Materie eingeschlossen ist, dabei sich der Keim zu der künftigen Biene in einer unmerklichen Kleinheit befindet. Das Legen des Eies ist in einem Augenblick geschehen. Nach dem Legen wird die Königinn von ihrer Begleitung abgeleckt, sacht gerieben, und gesäubert. Sie legt 5 bis 6 Eier hinter einander, worauf sie ein wenig ausruhet, ehe sie weiter fortfährt. Bisweilen gehet sie leer vor einer Zelle vorbei, ohne sich daselbst aufzuhalten, ja, ohne sie zu besuchen. Und diese Auswahl der Zellen ist unumgänglich nöthig, weil nicht alle einerlei Abmessungen und einerlei Größe haben. Es sind deren einige, die zur Wiege für eine Königinn, oder auch mehrere, dienen sollen; und diese sind augenscheinlich viel weiter und größer. Andere gehören für die Drohnen; und diese, ob sie wohl nicht so groß, als die Zellen der Königinnen, <4, 568> sind, sind gleichwohl viel größer als die Zellen der Arbeitsbienen, und von der leztern Art ist die Anzahl am größten. Man darf sich daher nicht wundern, daß die Mutterbiene, welche das Ei einer Arbeitsbiene legen will, nicht in die Zelle einer Drohne hineingehet. Ein einziger Blick ist hinlänglich, den Unterscheid zu treffen. Aber sie gehet, und mus anfänglich mit dem Kopf zuerst in die Zelle einer Arbeitsbiene hineingehen, und zusehen, ob die Wohnung fertig, und ob nichts darinnen sey, das der Beilage, die man ihr anvertrauen will, schädlich seyn könne. Sie leget die Eier genau in diejenigen Zellen, die ihnen bestimmt sind. Wenn sie nicht eine hinlängliche Anzahl bereiteter Zellen für alle Eier, die zum Legen fertig sind, findet: so setzet sie 2, 3, auch wohl 4 mahl in eine einzige Zelle; sie dürfen aber darinnen nicht bleiben, denn eine Made füllet in der Folge die Zelle allein ganz und gar aus. Man hat bemerkt, daß die Arbeitsbienen alle überflüßige Eier wegschaffen, wie ich nachher zeigen werde. Uebrigens hat man noch nicht wahrgenommen, daß jemahls mehrere Eier in den königlichen Zellen gewesen wären.

Die Eierlage ist nicht dergestallt untermengt, als ob die Mutterbiene bald ein Ei einer Arbeitsbiene, bald einer Drohne, bald eines Weibleins, leget; sondern, die Eier der Arbeitsbienen kommen zuerst, und es sind ihrer viele Tausend; hernach kommt ein Hundert und bisweilen noch mehr Eier, woraus die Männlein oder Drohnen werden; und endlich endiget sich das Eierlegen mit 3 oder 4, bisweilen mit 15 oder 20, Eiern, woraus die Königinnen entspringen.

Die Zeit des Eierlegens währt lange; sie dauert oft das ganze Jahr, den Winter ausgenommen. Am stärksten aber geschiehet es im Frühling; z. E. 200 jeden Tag. Die großen oder königlichen Eier legt sie zu allen Zeiten, vornehmlich aber im April und Mai, oder in den 8 bis 10 ersten Tagen, die ein neuer Schwarm in <4, 569> dem Korbe zubringt. Das Legen geschiehet meistens von 7 bis 10 Uhr Vormittags. Eine junge Königinn kann in 33 bis 14 Tagen, ja in 24 Stunden nach ihrer Geburt, Eier legen. Bei einem neuen Schwarm legt sie, sobald die Bienen nur eine Tafel, von 8 bis 9 Zoll lang, gebauet haben, welches in Einem Tage geschehen kann.

Ein neu=angehender Bienenwärter mus diese dreifache Brut ( siehe PfeiliconFig. 171) genau kennen. Er kann fich großen Schaden zuwege bringen, wenn er sich solche nicht recht bekannt gemacht. Denn Erstlich, mus er überhaupt die Brut kennen, damit er solche, beim Fegen und Zeideln, wenn er sie nicht zum Ablegen brauchet, heraus schneide. Einem jungen Stock aber darf nicht eine einzige Brutzelle ausgeschnitten werden. Manche machen sich zwar kein Bedenken, die kleinen Maden wegzuwerfen, damit sie desto mehr Wachs zusammenscharren mögen; allein, es ist thörigt gehandelt, die einzige Hoffnung des Bienen=Stocks dadurch zu verderben. Es gehören freilich recht gute Augen darzu, die kleinen Eier in dem Untersten der Zellen zu erblicken; allein, diese Aufmerksamkeit ist nöthig. Zum zweiten, mus er darum die Brut kennen, um zu wissen, ob der Stock einen Weisel habe, oder nicht? Sobald man im Frühlinge zuerst nach seinen Stöcken siehet, mus dieses die erste Untersuchung seyn, die man anzustellen hat. Es giebt zwar noch andere Kennzeichen eines weisellosen Stockes, wie ich im 12ten Abschn. zeigen werde; allein, dieses ist das untrüglichste. Jeder Bienenwirth freuet sich allemahl herzlich, wenn er alsdenn angesetzte Brut gewahr wird. Zum dritten, mus er die Brut darum wohl zu unterscheiden wissen, um zu sehen, ob es Arbeits=Bienen= oder Drohnen=Brut sey. Hat er lanter Drohnen, so ist es leider ein übles Kennzeichen; denn der Weisel ist falsch, oder er ist krank, oder die Eierlage desselben ist verderbt worden. Denn die alte Meinung der Bienenväter, als ob die Arbeitsbienen Drohnen, nicht aber ihres gleichen, zeugen könnten, ist eine wahre Unmöglichkeit. Denn, da man bei der tausendmahl angestellten Untersnchung durch Vergrößerungsgläser bei den Arbeitsbienen nicht das allermindeste Kennzeichen einiger Zeugungs= oder Geburtsglieder jemahls gefunden hat: so ist es natürlich, die Ursache mus in etwas andern zu suchen seyn. Nun hat man aber in den neuern Zeiten die Erfahrung, daß die Natur bei Erzeugung eines Weisels irret, daß sie einen After= oder Drohnenweisel zeuget, solglich mus dieser die Drohnenbrut <4, 570> zeugen. Die vorgefaßte Meinung ist aus den Gemüthern der alten Bienenväter eben so schwer heraus zu bringen, als diese: daß die Drohnen brüten; daß der Weisel kein Mann sey; daß die Arbeitsbienen keine Weibchen wären etc. Zum vierten, mus er die Brut gewiß recht genau kennen, weil die Faulbrut hauptsächlich daran zu unterscheiden ist: 1) daß die eingespündete Zelle, die faule Brut hat, etwas eingefallener ist, als die gesunde; das Köpfchen oder der Deckel ist eingedrückt. 2) daß man zu derselben Zeit keine einzige Drohnenbrut findet. Diese eingesallene Zellen haben zwar lauter Bienen in sich; allein, sie stecken darinnen verkehrt. Der Kopf ist unterwerts, und der Hintere hinaufwerts gerichtet; mithin ist es ganz natürlich, daß sich die junge Biene nicht heraus arbeiten kann, sondern sterben, und endlich faul und stinkend werden mus. Ueber die muthmaßlichen Ursachen hiervon werde ich mich unten bei den Krankheiten deutlicher erklären. Zum fünften, mus er die königlichen Zellen aus der Ursache wohl kennen, wenn sie schwärmen wollen, wenn er Ableger machet, und wenn er einem Weisellosen Stock einen andern Weisel verschaffen will. Denn, man erkennet, ob der Weisel gesund ausgelaufen ist, an keiner andern Sache, als wenn die königliche Zelle am herabhangenden Nande recht rund ausgebissen ist; siehe d o, PfeiliconFig. 171. Ist die Zelle auf der Seite ausgebissen, so ist nichts gewisser, als daß die neugierigen Bienen den Weisel unreif ausgebissen haben, und der Weisel ist noch nicht flügge gewesen, oder die Mutter=Zelle ist gar nicht ausgebanet worden; siehe c o. Herr Schubert hält zwar diese unvollkommene Zellen für Zellen, daraus die Quäker gelaufen wären; allein, nach einer gründlichen Untersuchung weis man heut zu Tage von keinen Quäkern. Alle junge Weisel, sie mögen noch so klein seyn, sind vollkommene Weisel. Seitdem man hinter das Geheimniß, welches so viele hundert Jahre vergraben gewesen: dem weisellosen Stock bald zu helfen, gekommen, ist diese Kenntnis unumgänglich nöthig.

Solange die Hitze im Stocke noch nicht denjenigen Grad erreicht hat, der zur Entwickelung und Belebung des in dem Ei befindlichen Grundstoffes zu einer Biene erfordert wird, oder, so lange das Ei ausser der centralischen Hitze, etwa an den Enden der Roßen, lieget: solange bleibt es wie andere Eier, ehe sie bebrütet werden, in seinem ordentlichen Zustand; wie denn auch die vorge<4, 571>dachte, das Ei überziehende, kleberige Feuchtigkeit dem Verderben der Eier vorbeuget. Wenn die Bienen brüten wollen, so laßen sie in einer Zelle nur 1 Ei; sie bringen die gemeinen Eier unbeschädigt in gemeine oder alte königliche, die Drohnen=Eier in die größern männlichen, oder auch im Nothfall, wenn es am Raum gebricht, oder sie wegen der Kälte, oder wegen der geringen Anzahl, die Brutzellen nahe um ihr Nest haben müssen, in gemeine Zellen, die sie aber alsdenn erhöhen. Ist der Stock stark genug, alle Waben zu belagern, so gelangen sie mit der Brut auch an die Nebenwaben, und erbrüten die Drohnen=Eier in denen daselbst für sie eigentlich erbaueten größern Zellen. Im Anfang des Frühlings bringen sie die Eier in die innersten Tafeln nahe am Nest, und zwar von der Mitte des Kuchens herabwerts; denn oben sind die Vorrathszellen des Honigs. Ist es nöthig, junge Königinnen auszubrüten, so bauen sie, wenn sie stark genug sind, für sie an den Nebenseiten der Kuchen besondere Zellen, und bringen das Ei darein; sind sie aber nicht stark, so bauen sie diese Zelle in die Mitte derjenigen Waben, wo sie ihr Nest haben. Dies geschiehet auch, wenn bisweilen ein königlich Ei unter andern liegen bleibt, und zum Wurm wird, in welchem Fall sie ihn nicht mehr, ohne Gefahr seines Lebens, wegtragen können. 2) Die Wärme des Stocks, die oft der Wärme der Bruthenne gleichet, und zur Ausbrütung dieser Eier, 2 reaumürische Grade über die gewöhnliche Sommerhitze seyn mus, brütet aus; jedoch lagern sich die Bienen oft um die Zellen herum, und erwärmen, wenn die Wärme des Stocks nicht groß genug ist, aber erst um die Zeit, wenn die Zelle verschlossen wird, und der Wurm zu seiner Verwandlung größere Wärme nöthig hat. Es mus aber zur Wärme auch noch die Nahrung kommen. Die Bienen tragen nehmlich einen gewissen sichtbaren flüßigen glänzenden Futterbrei zu den Eiern und Würmern, bis diese zur Ver<4, 572>wandlung in Nymphen reif genug sind. Dieser Futter=Brei besteht aus Honig und Wachsmehl, worunter sie vieleicht auch noch Wasser, Salztheile, und einen Saft mischen, der dem zuweilen aus dem Eichbaum rinnenden Safte ähnlich ist. Er hat einen säuerlich=süßen Geschmack, und ist erst, kurz vor der Bedeckung des Wurms, gelb. Das königliche Ei und Wurm bekommt mehr, und zugleich einen krästigern Futterbrei, indem z. E. der Sast von zerschnittener Brut, den die Bienen begierig auflecken, und vieleicht dieser, oder noch etwas anders darzu gehört. Er schmeckt etwas nach Zucker, mit einem sauern und Pfeffer=Geschmack vermischt. Er gleicht uberhaupt einer Gallerte. Sie richten ihn, nach dem Alter des Wurms, verschieden ein. Im Aufange gleicht er einem weißen Brei, fast ohne Geschmack, wie ein Mehlbrei. Je älter der Wurm wird, desto schmackhafter wird er; er schmeckt alsdenn mehr nach Honig oder Zucker, und fällt ins Gelbe. Ganz nahe an der Verwandlung hat er noch mehr Zuckergeschmack, wird säuerlich suß, und spielt ins Grünlichtgelbe. Die Bienen gewöhnen die Würmer stuffenweise an, vom Honig sich zu ernähren. Wenn das Ei mit Futterbrei übertragen wird, so kriecht der Wurm in 2 bis 3 Tagen aus, liegt auf dem Boden der Zelle gekrümmt, und nährt sich vom Futterbrei, den ihm die Bienen öfters den Tag über mit großer Sorgfalt eben so, wie sie den Honig in die Zellen bringen, so lange geben, bis der Wurm in 7 bis 8 Tagen seines Alters, nachdem die Witterung ist, ausgewachsen und zur Verwandlung reif ist. Sodenn geben die Bienen ihm das leztemahl gerade soviel Futterbrei, als er aufzehren kann, und schlüßen die Zelle mit einem Deckel von Wachs zu, damit er einen ihm nöthigen gleichen Grad der Wärme habe, nicht beunruhiget werde, und auch unordentliche Bewegungen der äussern Luft keinen widrigen Eindruck auf ihn machen können. Von jezt an geht, in 13 bis 14 Tagen, und <4, 573> bei warmen Wetter noch früher, stuffenweise die Verwandlung des Wurms vor. Er wird eine Nymphe oder Puppe, d. i. man siehet an ihm die Theile des künftigen Insects; sie sind aber noch nicht so vest, daß sie dieses Insect brauchen könnte; sie liegen daher auf der Brust, ohne die mindeste Bewegung. mit einer weichen durchsichtigen Haut bedeckt, welche sich um die Oberfläche eines jeden dieser Theile so genau herumschlingt, daß man dessen Gestallt gar eigentlich wahrnehmen kann. Dieser Zustand ist der mittlere zwischen dem vollkommnen und unvollkommnen Alter der Biene. Sie ist in diesem Zustande unbeweglich, unwirksam, scheint nicht zu leben, befindet sich in einer Art von Schlaf, wird von äussern Gegenständen nur schwach gerührt, brauchet Augen, Mund und andere Glieder nicht, und hohlt vornehmlich durch die vordern Luftlöcher Athem. Endlich zerreißt auch die Nymphenhaut; es fängt ein neues Leben an; die Glieder sind stark genug, und werden gebraucht; die Eingeweide und innern Theile sind geändert und entwickelt; und es erscheint der Wurm, längstens am 20 oder 21sten Tage von seiner Geburt aus dem Ei, als ein vollkommnes Insect, und als eine Biene Diese beißt mit ihren Zähnen den Deckel der Zelle, je nachdem sie stark, und das Wetter warm ist, in 2 bis 3, sonst aber in 6 bis 8 Stunden durch, und läßt ihre Haut oder den Nymphenbalg in der Zelle zurück. Oft bleibt sie gar stecken, und kann nicht Oeffnung genug machen. In jenem Falle gehet sie heraus, setzt sich nahe zu ihrer Zelle, breitet die Flügel aus, ist noch naß, wird von den Bienen mit dem Rüssel abgeleckt, und hierdurch, und durch die Wärme des Stocks, getrocknet. Die Bienen bieten ihr Honig mit ausgerecktem Rüssel an; sie genüßt ihn; trägt oft sogleich an demselben Tage noch ein; weiß alles, was sie zu thun hat, und übt es sofort meisterlich aus. Viele sterben in den Zellen, und uberstehen die Verwandlung nicht, oder kommen ungestalltet, und zum <4, 574> Bienenleben untauglich, heraus. Diese werden getödtet, und, wie jene, sodann aus dem Stocke geschafft. Die Bienen säubern hierauf alle Brutzellen, und tragen die Wurm= und Nymphen=Haut heraus; andere reinigen sie vom Unrathe und den Wachsstücklein des durchnagten Zellendeckels, brechen das Uebrige des Deckels vollends ab, und stellen sie, einer neuen Zelle wieder ähnlich, her. Die Gespinnste, welche die Bienenwürmer am Ende des Wurmstandes gemacht haben, tragen sie nicht heraus, weil die Zelle dadurch vester wird. Diese Gespinnste sind sehr dünn, so daß viele über einander liegen können, ehe die Zelle dadurch merklich enger wird. In Einer Zelle können in Einem Jahre mehrere Würmer nacheinander ausgebrütet werden, und also mehrere Gespinnste auf einander kommen.

Die Ausbrütung der königlichen Eier hat ausserdem nichts Besonderes, als daß, bereits erwähntermaßen, die Zelle größer und weiter ist, und herabhängt. Der Futterbrei ist besonders, und so reichlich, daß der Wurm darinn schwimmt. Die Nymphe hat ihren Kopf unterwerts gekehrt, und noch Futterbrei über ihrem Hintern, der, weil die Nymphe die Zelle nicht ganz einnimmt, den übrigen leeren Raum erfüllet. Die Nymphe nimmt die feinsten nährenden Theile des Futterbreies, gleichsam durch eine Nabelschnur, so zu sich, wie die jungen Vögel in den Eiern. Hier erinnere man sich auch der oben Pfeil-IconS. 468 angeführten merkwürdigen Entdeckung des Herrn Schirach, daß aus jeder Arbeitsbienc, wenn sie noch ein dreitägiger Wurm ist, und zu rechter Zeit in königliche Zellen versetzt und gehörig genährt wird, eine Mutterbiene werden könne. Die Drohnenwürmer bekommen ebenfalls königlichen Futterbrei. Wenn sie mit dem Deckel verschlossen sind, so werden sie am 18ten Tage geöffnet, mit Futter=Brei versorgt, wieder verschlossen; und so gehet es täglich bis zum 21sten. An diesem lezten Tage liegen sie etliche Stunden ganz offen, laßen sich füttern, gehen <4, 575> endlich heraus, begeben sich in die Mitte des Stocks, und gewöhnen sich sogleich an die Wärme.

Das Ausbrüten der Eier ist den Bienen eins der wichtigsten Geschäffte. Sie sorgen für alle Eier sehr zärtlich, jedoch vornehmlich für die königlichen, mit denen sie zugleich mehrere Drohnen=Eier, zur Begattung der künftigen Königinnen, ausbrüten. Sie verwahren dergleichen königliche Eier vor dem Eintrocknen in den Ecken der Kuchen, setzen sie aber alsdenn erst zum Ausbrüten an, wenn eine neue Königinn nöthig ist, weil entweder sie die alte schon wirklich verloren, in welchem Falle sie bei gelindem Wetter mitten im Winter eine Königinn erbrüten, oder doch wegen des häufigen Eierlegens im Frühling Gefahr ist, sie zu verlieren, oder die Anzahl der Bienen in einem vollgebauten Stocke zunimmt, mithin Raum fehlt, nicht sowohl die Bienen zu beherbergen, als vielmehr, den Wintervorrath zu sammeln und zu erhalten, folglich ein Theil der Bienen, damit nicht alle in Gefahr seyn, Hungers, wenigstens im Winter, zu sterben, ausziehen mus, aber nicht, ohne zu Grunde zu gehen, ausziehen, und eine besondere Gesellschaft errichten kann, ohne eine Königinn mitzunehmen, d. i. weil die Schwarmzeit vorhanden ist. Weil leicht eine Königinn im Nymphenstande, und im Herausschlupfen aus der Zelle, mißräth: so setzen sie, wenn mehrere königliche Eier vorhanden sind, öfters mehrere zugleich an, die aber oft alle gerathen, oft alle oder meistens mißrathen; oft geräth Eine, wenn sie nur 1 Ei angesetzt. Für die angesetzten sorgen sie vorzüglich; sie versäumen lieber die übrigen Eier, oder bringen sie nahe an diese königliche Zelle, wenn sie sonst, wegen ihrer geringen Anzahl, oder wegen der kalten Witterung, nicht alle verpflegen, und die Nymphen erwärmen könnten. Jedoch laßen sie die königlichen Eier unbebrütet liegen, oder ziehen, wenn eins aus Versehen gebrütet wird, den Wurm aus, und schaffen ihn hinweg, wo<4, 576>fern keine Königinn nöthig ist. Dieses geschiehet vornehmlich im Winter. Von Drohneneiern brüten sie jedesmahl so viele aus, als zur Begattung der Königinn nöthig sind; die meisten aber zur Schwärmzeit, weil den jungen Königinnen beim Auszug Drohnen mitzugeben sind; die übrigen laßen sie unbebrütet liegen, ja, ziehen sogar dergleichen Würmer aus den Zellen, und schaffen sie hinweg, wenn sie nicht nöthig sind. Weisellose Stöcke, d. i. die keine Königinn haben, brüten lauter Drohnen aus, weil sie darzu die Eier selbst legen. Wann nur die Witterung das Brüten gestattet, so brüten sie soviel gemeine Eier aus, als sie zu besorgen im Stande sind, weil die Menge der Arbeiter der Grund von ihrem eigenen und des ganzen Schwarms Wohlergehen ist. Sie richten also das Brüten ein: 1) nach der Wichtigkeit der auszubrütenden Art von Bienen; aber auch 2) nach der Jahrszeit, oder, weil die Königinn sich nach dieser im Eierlegen richtet, nach ihrem Eierlegen; 3) nach der Größe des Verlusts an Bienen, deren viele beim Ausfliegen umkommen; 4) nach der Witterung, ob diese das Brüten gestattet; 5) nach dem Raum des Stocks und der leeren Zellen; 6) nach der Menge des Vorraths, ob sie soviel haben, oder sammeln können, als zur Verpflegung der Jungen erforderlich ist; desgleichen, ob nicht das häufige Ausbrüten und Vermehren des Volks das Sammeln eines zulänglichen Wintervorraths hinderte, und der zubald verzehrte Wintervorrath sie verhungern machte; und endlich 7) nach der Menge des vorhandenen Volks, davon ein großer Theil mit der Brut sich beschäfftigen mus; mithin überhaupt nach ihrer und des ganzen Schwarms Erhaltung.

Daraus siehet man: 1) warum sie auch im Winter bei gelindem Wetter, aber nur sparsam, Brut ansetzen, aber auch alsdenn mehr Vorrath verzehren; warum sie alsdenn nur wenige Drohnen erbrüten, und um der Wärme willen alle Brut <4, 577> nur in den mittlern Waben ist; warum von der Mitte des Aprils an, bis in den Julius, die Brut am stärksten gehet, alsdenn junge Königinnen und viel Drohnen auskommen, und die Brut auch in den Nebenwaben ist; und warum endlich vom Julius an die meisten Drohnen getödtet, ihre Würmer ausgezogen, und nur sehr wenige mehr erbrütet werden, die noch vorräthigen unbedeckten königlichen Würmer ausgezogen, ausser dem strengsten Nothfall kein königliches Ei mehr erbrütet wird, und überhaupt das Brüten abnimmt und sparsamer geschiehet. Man siehet ferner: 2) warum bei einfallender kalter Witterung die Bienen ihre angesetzte Brut verlaßen müssen, um sich selbst Wärme zu verschaffen, und auf Einem Klumpen zu bleiben; ja, sie können selbst alsdenn erstarren und betäubt werden. Die angesetzte Brut stirbt als Wurm, aus Kälte und Hunger; als Nymphe, aus Kälte, verdirbt, und wird bei gelinden Tagen mit vieler Mühe von den Bienen fortgeschafft. Sind die Bienen zu schwach, und können dieses nicht zeitig thun, so fault die Brut. Kommt man bei diesem Zufall dem Stock nicht zu Hülfe, so tödtet entweder die mit faulen Dünsten angesteckte Luft den Schwarm nach und nach, oder nöthigt ihn, bei noch so großem Honigvorrathe auszuziehen. Abwechselnde kalte und gelinde Witterung in den Frühlingsmonathen ist also sehr gesährlich. 3) Je volkreicher der Schwarm ist, und je mehr die Königinn, mit einer genugsamen Anzahl Drohnen versehen, Eier leget, desto mehrere Junge wird er ausbrüten, und zahlreicher werden, wenn er genug Vorrath hat, oder sammeln kann. Ein Stock, der gut und volkreich durch den Winter gekommen, mithin auch einer, der das Jahr vorher nicht geschwärmt, und daher gewöhnlicherweise gut und volkreich durch den Winter kommt, dergleichen z. E. ein Magazin=Bienenschwarm ist, mus im Frühling ordentlicherweise eher viel Junge haben, als ein anderer. Gute stärkende Nahrung zu reichlichem guten Futterbrei für viele Junge um die Zeit des stärksten Brütens dem Stocke zu geben, ist sehr nützlich; er setzt ihn in den Stand, viel und gut auszubrüten. 4) Wer gute, starke, junge Bienen in Menge verlangt, der thue das; sorge aber auch, daß der Stock mit viel Waben angebaut sey, und diese neu, und dergestallt bevestigt seyn, daß sie nicht herab fallen können. In alten und sehr engen Zellen mißräth die Brut entweder gar, oder sie artet aus; besonders, wenn sie den Futterbrei kärglich und in keiner guten Qualität bekommen, wie man an denen in gemeinen Zellen erbrüteten kleinen männlichen siehet. Sind wenig Waben und <4, 578> leere Zellen da: so werden wenig Junge erbrütet, und der Schwarm bleibt oder wird schwach. Fallen die Waben herab, so haben die Würmer und Nymphen nicht die ihrer Natur gemäße horizontale Lage zur Verwandlung; sie mißrathen, und daher ziehen die Bienen die Würmer aus, und schaffen sie fort. Die Bienen brüten größtentheils nicht ihre eigene, sondern die Eier ihrer Königinn, als Pflegemütter, aus; der Schöpfer aber gab ihnen einen Trieb gegen sie, dergleichen leibliche Mütter keinen größern haben. Man findet aber doch, daß die Bienen gegen ihre Junge, die sie in ihrem Kuchen ausgebrütet, und also sie am allernächsten angehen, vorzüglich mehr Liebe haben, als gegen ihre Junge, die in eben dem Stocke von andern Bienen dieses Schwarms erbrütet wurden. Daher entstehen Factionen im Korbe, wenn mehrere junge Königinnen in verschiedenen Waben ausgebrütet werden. Jede Königinn hat diejenigen Bienen, in deren Kuchen sie ausgebrütet worden, auf ihrer Seite. Weil Bienen meistens fremde Eier, nehmlich die Eier ihrer Königinn, ausbrüten: so sind sie leicht dahin zu bringen, daß sie auch Eier und Brut aus andern Stöcken ausbrüten, wenn man diese behutsam ausschneidet, und sie entweder in ihren, oder in einen andern Stock, worein man eine hinlängliche Anzahl von ihnen nebst genugsamer Nahrung, z. E. Honigwaben, bringt, und in der Lage bevestiget, wie es die Bienen mit den ihrigen machen. Dies ist der Grund der im folg. Abschn. zu beschreibenden Schirachischen Ableger. und der Kunst, eine Königinn auszubrüten. Auf diese Weise stellet man in einem Stocke die nöthige Proportion der 3 Bienengattungen her, wenn eine Gattung gar nicht, oder zu schwach, vorhanden ist. Durch eben dieses Mittel hilft man auch weisellosen Stöcken, bevölkert die allzuschwachen, und macht, daß ein neugefaßter Schwarm desto lieber und gewisser in seinem Korbe bleibt, wenn man etliche Stücklein Waben mit Eiern und kleinen Würmern und Honig oben in diesen Korb hineinspießet. Man mus die Natur überhaupt nach dem bisher Beschriebenen bei dem allen, soviel möglich ist, nachahmen.

Physikalische Untersuchungen und Erfahrungen: Ob die Königinn oder der Weiser von den Drohnen befruchtet werden müsse? von Hrn. Joh. Hattorf: st. in der Abhdl. der Oberlausitz. Bienenges. 3ten Samml. v. J. 1768 und 1769, S. 13--26.

Physische Erfahrung, daß der Weisel wirklich von den Drohnen ausser dem Bienenstock befruchtet werde, von Ant. Humel, st. in der Oberlausitz. Bienengesellsch. gemeinnütz. Arbeiten, I B. Berl. und Lpz. 1773, gr. 8. S. 64--71. <4, 579>

Neue physische Entdeckung, daß die Bienenköniginn bis in die dritte Generation fruchtbar gewesen, von Jo. Langen: st. eb. das. S. 59--63.

Aus Vernunft und Erfahrungen gegründete Gedanken von der Zeugung und Befruchtung der Bienenköniginn, von Jo. Mich. Reidhart, st. bei dessen pract. vollständ. Auszug zur besten allgem. Bienenzucht etc. Nurnb. 1774, 8. S. 221--254. Er glaubt, und sucht zu erweisen, daß die Königinn aus einem königlichen, oder einem besondern zu einer Königinn präformirten, Ei erzeuget werde.

Rede, worinnen die physikalische Untersuchung der bisher unbekannten, aber näher entdeckten Erzeugung der Bienenmutter, oder Weisels, und deren großen Nutzen in die Oeconomie der Bienen erörtert wird, von Ad. Gottl. Schirach, st. in der Oberlausitz. Bienengesellsch. Abhandl. 2ten Samml. v. J. 1767, S. 26--56.

Eb. Dess. verschiedene Sendschreiben an den Hrn. Past. Wilhelmi, die neu=erfundene Weiselzeugung durch gemeine Arbeitsbienen=Würmer, und deren Beantwortung, st. in Derselben 3ten Samml. v. J. 1768 und 1769, S. 26--36.

Eb. Dess. fortgesetzte physische Entdeckung von der Fruchtbarkeit junger Bienenmütter ohne alle Begattung bis in die dritte Generation, st. in den gemeinnütz. Arb. der Oberlausitz. Bienenges. I B. S. 155--162.

Physikalische Untersuchung von den verschiedenen Geschlechtsarten der Bienen, und insbesondere von den präformirten Weisel=Eiern, und von dem doppelten Aste des Eierstocks der Bienenmutter; alles zur weitern Prüfung ausgesetzt, von Jo. Fr. Steinmetz. Nürnb. 1772, 8. 11 B. st. auch in den Abhdl. und Erfahr. der fränkisch. Bienenges. a. d. J. 1771, Nürnb. 1772, 8. S. 1--176.

Die Ausbrütung junger Bienen hat eigentlich zu ihrer Absicht die Bevölkerung des Stocks, damit bei dem täglichen Abgang, den der Schwarm leidet, derselbe nicht zu schwach werde, und endlich bei einer gar zu kleinen Menge alle einzelne Bienen zu Grunde gehen. Ausbrüten, Erhaltung des ganzen Schwarms bei der unumgänglich nöthigen Anzahl, und die Selbsterhaltung einzelner Bienen, hangen unzertrennlich zusammen. Mithin folgt das Schwärmen nur alsdenn, wenn, bei einem gewissen Raum, des Volkes zuviel wird, und ein neuer Schwarm abziehen kann. Eine Folge des Ausbrütens ist also nur unter gewissen Umständen, die Entstehung neuer Schwärme, entweder durch das Schwärmen, Fr. Essaims oder Jettons, L. Examen <4, 580> apum, welches seinen Nahmen vom Getöse beim Auszug des neuen Schwarms aus dem Stocke hat, oder durch künstliche Ableger.

Die Bienen trennen sich nie freiwillig von einander, und von ihrer Wohnung auf immer, wenn nicht beide Theile des Schwarms, der ausziehende und der zurückbleibende, einen Schwarm ausmachen, d. i. beide eine Königinn, und eine gewisse Anzahl Drohnen und Arbeitsbienen haben. In diesem Falle trennen sie sich aus Noth, und mit Unwillen. Mehrere Königinnen können nicht im Stock beisammen zugleich eine lange Zeit seyn. Jede legt Eier, und für diese Eier können die Bienen nicht Raum, und, wenn auch dieser da wäre, doch nicht Zellen genug, anschaffen, und werden gehindert, den Vorrath einzutragen und aufzuheben, stehen also in Gefahr zu verhungern. Die Königinnen selbst beneiden wegen der Begattung einander, und fallen einander bei der ersten Zusammenkunft an, verwunden und tödten oft einander, daß der Stock weisellos wird, oder, wenn eine übrig bleibt, das Schwärmen unterbleibt. Die Partie Bienen, welche eine junge Königinn erbrütet hat, schlägt sich zu dieser; diese ist unter ihrein Haufen verborgen, und kündigt durch das Tüten den Streit zwischen den Partien an, welcher oft 8 Tage währet. Endlich wird eine Partie schlüßig; oder als überwunden genöthigt, den Stock mit seiner Königinn zu verlaßen, und der Auszug oder das Schwärmen geschiehet wirklich, wenn die Witterung günstig ist. Gar oft zieht die alte Königinn aus; oft ziehen mehrere Partien mit ihren Königinnen auf einmahl aus, und der Mutterstock wird sehr an Volk entblößt; bisweilen ziehen im Tumult alle aus, und der Stock wird leer; oft bleiben mehrere Königinnen im Stock zurück, und das Tüten und Streiten währt nach dem ersten Schwärmen fort, und es kann ein Stock etlichemahl aufeinander schwärmen, und wiederum an Volk sehr schwach werden, oder <4, 581> sich abschwärmen. Wenn mehrere Königinnen miteinander ausziehen, so setzen sich die Schwärme oft in abgesonderten kleinen Haufen an, die aber gar oft sich vor dem Fassen, wenn sie einander nahe sind, vereinigen, worauf auch die Königinnen derselben in den großen Haufen sich hineinziehen. Wird nun dieser Haufe zusammen in einen Stock gefaßt, so kann dieser neue Schwarm in etlichen Tagen aus der gemeldeten Ursache wieder schwärmen, und einen sogenannten Jungfernschwarm geben. Der Honig und das Wachs davon ist sehr schön, und wird Jungfernhonig und Jungfernwachs genennet. Man hält beides für edler, als anderes Honig und Wachs. Es kann aber auch ein Jungfernschwarm entstehen, wenn der neue Schwarm früh kommt, und noch in diesem Sommer zahlreiche Brut, und darunter eine oder etliche junge Königinnen, erbrütet. Der erste Schwarm eines alten Stocks heißt der Vorschwarm. Eben dieser Stock giebt Nachschwärme, wenn nach dem ersten Schwärmen mehrere Königinnen zurückblieben, oder er wieder hernach eine oder mehr Königinnen erbrütet. Wenn die Vorschwärme abgeschwärmt haben, werden sie mit dem Nahmen Schwärmer beleget.

Einige suchen die Ursache des Schwärmens: 1) in der großen Hitze, welche die Bienen aus ihrer Wohnung jagen soll; 2) in dem kleinen und engen Raum eines Korbes oder Stockes, und 3) in der Menge der Bienen. Alle diese 3 Stücke sind freilich mittelbare Ursachen des Schwärmens. Wer daher viel Schwärme haben will, darf sich nur 1) viel kleine Stöcke bauen laßen. Allein, wie wenig Honig kann man davon zur Ausbeute haben! 2) Es ist ferner wahr, daß Stöcke, die an Bienen reich sind, eher schwärmen, als magere, weil ihnen die Menge im Stocke eine größere Hitze erreget, als sie ertragen können. Wie wenn sich aber die kluge Biene des Nachts vor das Flugloch leget, sich daselbst abkühlt, und daher gar nicht schwärmt? 3) Ferner geschieht es, daß honigreiche Bienen gern schwärmen, weil sie ihr Vorrath muthig gemacht hat. Allein, man hat auch Erempel, daß oft magere Stöcke schwärmen; ja selbst solche Stöcke, die da anfangen Hunger zu leiden, schicken <4, 582> einen jungen Schwarm Bienen weg, (oder ziehen wohl gar mit Sack und Pack in einen andern Stock,) damit ihrer weniger werden. Das geschiehet oft zu Anfange des Mai, und also zur allerungewöhnlichsten Zeit. Man pflegt solche Schwärme Hunger= oder Bettel=Schwärme zu nennen; und wenn man sich gleich Mühe giebt, dergleichen unzeitige Geburt zu fassen und zu erziehen: so kommt er doch nicht fort, sondern es verliert sich eine Biene nach der andern, ob sie gleich Bienen und Weisel haben. Ferner 4) schwärmen auch Stöcke zur ordentlichen Zeit, die weder ganz voll gebaut haben, noch sonderlich vielen Honig haben. Es kommt also wirklich bloß auf die Neigung der Mutterbiene an, da eine mehr oder weniger Eier zu Königinnen in ihrer Eierlage hat, oder aber, daß sie mehr oder weniger zur Vermehrung ihres Geschlechts geneigt ist.

In den mehresten Bienenbüchern wird es als ein gewisses Kennzeichen, wodurch man versichert wird, daß das Schwärmen noch an demselben Tage erfolgen werde, angegeben, wenn man gewahr wird, daß sich die Bienen des Ausfluges ins Feld enthalten, obgleich Wetter und Jahrszeit darzu bequem sind. #. Kurz vorher ”, heißt es, ehe sie abmarschiren, ist ein un„ gewöhnliches Stillschweigen im Stock zu spühren, und dieses hält so lange an, bis die Bienen, welche ausziehen wollen, ihre Mägen mit Honig angefüllt haben, womit sie sich auf der Reise versehen. Drei oder vier Nächte zuvor, ehe ein Schwarm ausziehet, ist in dem Stocke ein besonderes summendes Getöse zu hören, welches sie mit den Flügeln machen; und dieses Getöse ist gemeiniglich vor dem Auszug des zweiten oder dritten Schwarms stärker, als vor dem ersten ”. Allein, diese Kennzeichen des Schwärmens trügen sehr oft, und sind nichts weniger, als zuverläßig. Oft arbeiten sie an heißen Tagen, wegen allzugroßer Hitze, wenig, und denken doch an kein Schwärmen. Und wenn man auch den Tag wissen könnte, welcher doch selbst bei dem Rufen (Tüten) der Königinn, vorzüglich bei den zweiten oder dritten Schwärmen, da die Bienen, ihrer Schwäche bewußt, sich nicht mehr gern trennen, verzö<4, 583>gert wird: so weis man doch die Stunde des Auszuges niemahls. Ueberhaupt giebt es kein gewisses untrügliches Kennzeichen. Auch das gewöhnliche Stillschweigen ist unzuverläßig, und ein Mährchen, welches einer dem andern nachgebetet hat. Dann und wann treffen diese Merkmahle zusammen, welches den Anlaß zu einer daraus bestimmten Gewißheit der Zeit des Schwärmens gegeben hat. Die Anmerkung aber, daß sie sich um diese Zeit stark mit Honig beladen, ist ausser allen Zweifel. Ihre Mägen haben sie zwar allezeit zum Wachsausschwizzen angefüllt (s. oben, Pfeil-IconS. 492); während dem Auszuge aber packen sie alles auf, als wenn sie den ganzen Vorrath mitnehmen wollten; und dieses geschiehet mit einem solchen Ungestüm, als ob es lauter Raubbienen wären.

Daß die Bienen beim Schwärmen weder aus alten, noch auch aus jungen allein, sondern aus einer vermischten Anzahl, bestehen, habe bereits oben, Pfeil-IconS. 486 bewiesen.

Die Bienen fangen gemeiniglich in der Mitte des Maimonaths an, zu schwärmen, und dieses dauert bis zu Ausgange des Junius. Sowohl die frühern, als die spätern Schwärme taugen nichts. Erstere, weil sie noch nicht Nahrung genug vor sich finden, und vorzüglich, weil der Mutterstock bei diesem frühen Ausbrüten überflüßiger Königinnen noch nicht stark genug an Volk geworden, und der Schwarm eben deswegen gering ist; leztere aber, weil sie nicht mehr so viel eintragen können, als zu ihrem Unterhalt für den Winter nöthig ist. Die Bienen schwärmen bei uns zu Lande selten vor 9 oder 10 Uhr des Morgens, und selten später als 3 oder 4 Uhr Nachmittags. Beim Schwärmen ist gemeiniglich die Königinn unter den lezten, die ausziehen. Den Ort zum Ansetzen wählt weder sie, noch die erdichteten vorausgeschickten Quartiermeister, die Spuhr= oder Spähe=Bienen (Putzer) genannt, von welchen in den meisten Bienenbüchern behauptet wird, daß sie, ehe der Schwarm sich aus dem Stocke begiebt, den Ort auskund<4, 584>schaften gehen, wo es sich am besten schicken wird, sich niederzulaßen, und, nach geschehener Besichtigung der Gegenden, den Ort bestimmen, wo die Colonie sich niederlaßen soll.

Wenn die Bienen aus dem Stocke ziehen, so hängen sie sich, in Klumpen, an den ersten niedrigen Ast, oder ziehen auch wohl in die Höhe und in entfernte Gegenden. Die Königinn setzt sich neben den Ast, woran die Bienen sich versammeln, und geht erst zu dem Haufen, wenn er sich dick angelegt hat. Daher ist es nicht rathsam, den Schwarm gar zu bald zu fassen, weil leicht die Königinn noch nicht dabei seyn kann. Man warte, bis die größte Unruhe vorbei ist. Die schwärmenden gehen nicht leicht durch, wenn niedrige Büsche und Zwerg=Bäume zum Ansetzen nahe sind; leichter aber, wenn lauter hohe Bäume da sind. Die, so aus dem Stocke hoch hinauf fliegen, und auf einen Haufen in der Luft sich versammeln, gehen meistens durch. Man kann aber dieses einigermaßen verhindern. Sobald man merkt, daß die Bienen schwärmen wollen, verstopfe man das Flugloch, so daß die Bienen nur einzeln herauskommen. Dadurch werden die zuerst herausgekommenen Bienen aufgehalten, und suchen, weil sie müde geworden, in der Nähe einen Ruheplatz zum Anlegen. Denn es gehet kein Schwarm eher durch, bis alle Bienen versammelt sind. Wenn man merkt, daß das Volk mit Heftigkeit und großem Geräusch aus dem Mutterstock herausgehet, so versehen sich Einige mit einer Spreng= oder Gieß Kanne von durchlöchertem Blech. Man besprenget damit den Schwarm, um ihn zu nöthigen, daß er sich herab laße und anhänge. Andere binden Kornähren zusammen, und schwenken damit rein Wasser uber sie. Allein, weder mit der Sprengkanne, noch mit den Kornähren, wird aller Orten das Erforderliche auszurichten seyn. Denn, wie kann man damit die in der Höhe oft 13, 14, 16 Ellen hoch schwärmenden Bienen besprengen? Kleine Feuer= oder sogenannte Hand=Spritzen, sind viel bes<4, 585>ser. Man hat sie von Holz, Messing und Eisen, wozu die alten Flintenläufe wohl zu gebrauchen sind. Mit diesen besprenget man die Bienen so, daß man nicht von unten herauf, sondern von oben herab auf sie spritzet, daß es wie ein Regen, vor welchen die Bienen sich sehr fürchten, auf sie falle. Man spritzet währendem Tumult, wenn die Bienen nebst der Königinn alle draussen sind; denn, wird das Wasser eher unter sie gesprengt, als die Königinn heraus kommt, so gehen die Bienen gern zurück, und meinen es regne; ja die Königinn, welche nicht, wie eine Heerführerin thun sollte, zuerst, sondern bereits gedachtermaßen, in der Mitte oder am Ende des Schwarms heraus kommt, kehrt sogleich wieder am Flug=Loch um, sobald Bienen mit nassen Flügeln ankommen.

Die Bienen thun oft viele Tage, als ob sie schwärmen wollen. So lange es ihnen aber nicht rechter Ernst ist, so mus man die Spritze nicht allzu voreilig zur Hand nehmen. Sobald sie sich aber in einem Cirkel um einen Ast herumschwingen, und der Klumpen mehr zu= als abnimmt, alsdenn ist es Zeit zum Spritzen, denn da ist alsdenn die Königinn mitten unter ihnen. Sind sie hingegen unruhig, und wollen sich nicht anlegen, so mus man verziehen, man macht sie sonst nur irrig. Auch alsdenn, wenn sich der Schwarm bereits angelegt hat, darf man das Wasser nicht spahren, wenn sie auch gleich wie die gebadeten Mäuse aussehen sollten; denn, man verhütet dadurch das neue Auffliegen, und kann sie alsdenn ungemein ruhig behandeln. Einige werfen, aus eben dieser Ursache, Händevoll Sand oder Staub in die Höhe, und andere thun mit einer blind geladenen Pistole oder Flinte einen Schuß darunter, welches sie für einen Donner halten, und sich alsbald an die nächsten Stauden, und wenn keine vorhanden, auf der Erde, sich anlegen, und sich ganz willig fangen laßen sollen. Beim Gebrauche groben Sandes, ist man in Gefahr, die Königinn zu beschädigen; und wenn sie sich hoch erheben, <4, 586> so ist der stärkste Mann nicht im Stande, Sand unter sie zu werfen. Manche werfen auch noch nicht gar zu alten Schweinskoth in den Schwarm, worauf sich derselbe bald niederlaßen soll. Ziehet aber der Schwarm zu hoch, daß man ihn mit Werfen nicht mehr erreichen kann, so schießet man eine in Papier nicht gar zu vest eingewickelte Patrone von Schweinskoth, dem Schwarm entgegen. Er wird sich sogleich senken. Es ist unglaublich, wie sehr der Geruch von Schweinskoth die Bienen entkräfte.

Der Gebrauch, auf Pfannen, Sensen, Becken und Kesseln zu schlagen, und damit, wie auch mit Mörseln, zu klingeln, hat, so alt er ist, zwar keinen vernünftigen Grund, sondern, man will im Gegentheil sogar behaupten, daß die Bienen dadurch verhindert würden, das Tüten der Königinn zu hören; indessen, wenn es gleich nichts hilft, so dienet es doch wenigstens zum Zeichen des Eigentums, wenn sich ein Schwarm in des Nachbaren Garten anlegt.

J. A. O. Untersuchung des bei den Bienen gewöhnlichen Klingelns, und was es damit für eine Beschaffenheit habe, st. im 95 St. der Hannov. nützl. Samml. v. J. 1755, Col. 1517--1522.

Ein alter Bienenvater erzählte: Um die Zeit des Schwärmens, grabe er ein Stück Holz, 5 Schuh lang, nur etliche Schritt vom Bienenstand in die Erde, setze darauf ein altes Wagenrad, und bedecke dieses mit grünen Wiedeln, so begäbe sich der ganze Schwarm unter dieses Rad. Die übrigen unter dem gemeinen Mann gebräuchlichen sympathetischen und abergläubischen Mittel, das Wegfliegen der Schwärme zu verhüten, und, wenn man nicht zeitig genug darauf geachtet, den bereits weggeflogenen Schwarm unterweges anzuhalten, dergeichen man z. E. in Warders Monarchie der Bienen, S. 301, in Kästners Sammlung, S. 283, f. und in Schirachs sächsischen Bienenvater, S. 428, angeführt findet, übergehe ich billig mit Stillschweigen. <4, 587>

Die Art und Weise, wie die Bienen, wenn sie bei dem Schwärmen ausruhen wollen, sich niederlaßen, hat in der That etwas Besonderes. Es geschiehet solches, indem sie sich in einen Haufen sammeln, und sich bei den Füßen eine an die andre anhängen. Zuweilen erwachsen diese lebendige Ketten zu einer ansehnlichen Länge, so daß diejenigen, an denen die andern hangen, ein ziemliches Gewicht, oft von 7, 8, ja 10 Pfund, zu halten haben. Dieser Umstand verdient eine besondere Erläuterung von einem Naturkenner, den zugleich ein mathematischer Geist belebet; einem Sulzer, einem Kästner, einem Götze in Quedlinburg. Vieleicht haben sie eine Methode, sich selbst durch Luft auszudehnen, und dadurch ihre specifische Schwere zu vermindern; wie die Fische zu thun pflegen, wenn sie ihre mit dem Wasser verglichene Schwere verändern wollen.

Zuweilen trägt es sich bei dem Ausfluge des Schwarms zu, daß die junge Königinn entweder aus Mangel genugsamer Kräfte zum Fliegen, oder wegen eines Fehlers an ihren Flügeln selbst, zu Boden fällt. Man nimmt sie alsdenn von der Erde behutsam auf, setzet sie auf den Rand eines Stocks, auf einen Hut, oder andern bequemen Ort, da sich denn der Schwarm bald zu ihr sammeln wird, so daß man sie leicht in den Stock bringen kann; oder, man behält sie zwischen den Fingern, gehet unter den Schwarm, bis ein Klumpen, eines Apfels dick, sich um sie her gelagert und die übrigen angelockt haben, alsdenn fährt man allgemach damit bis an das Flugloch des neuen Korbes, und läßt sie hineinlaufen, da denn alles nachfolgen wird. Man darf sich nicht fürchten, daß eine Biene stechen wird, solange man die Königinn hat. Die Königinn ist aber, auch wenn sie auf gedachte Art gefallen ist, niemahls ohne einige Begleitung anzutreffen, die man anders nicht, als mit Gewalt, von ihr hinwegbringen kann. Wird die Königinn von der Erde nicht aufgehoben, so kehren <4, 588> die Bienen in ihren vorigen Aufenthalt zurück; wiewohl sich dieses auch zuweilen ereignet, nachdem sie sich bereits an einen Baum niedergelaßen haben; welches denn vermuthlich entweder dem wirklichen Unvermögen der Königinn ihnen zu folgen, oder auch nur dem Mangel des Muths an ihrer Seite, und einem Mißtrauen, das sie in ihre eigene Kräfte setzet, zuzuschreiben ist. Dieser Umstand einer unvermögenden Bienenmutter hatte den Hrn. P. Schubart, S. 89, auf die Gedanken gebracht, daß allemahl die alte Bienenmutter auszöge. Er zeichnete sich also seine Bienenmutter, und fand wirklich, daß diese gemeiniglich den ersten Schwarm führe. Viele andre Bienenwirthe haben solches gleichfalls hinlänglich bestätigt gefunden; und um deswillen ist die oben angerathene Vorsicht bei Vorschwärmen allerdings wohl zu beobachten. Ein Mehreres hiervon siehe im 48 St. des Hannov. Magaz. v. J. 1767.

Mit dem Fassen, Fangen, Einfangen oder Einschlagen der Schwärme, Fr. Maniere de recueillir les essaims, oder Enrucher, wenn sie sich einmahl ordentlich gesetzt haben, mus man nicht lange verziehen, sonst fliegen sie leicht wieder fort, zumahl wenn es heiß ist. Wie die Stöcke vor dem Einfassen zuzurichten, ist bereits oben, Pfeil-IconS. 530 gezeigt worden. Den angelegten Bienenklumpen schüttelt man so behende, als nur immer seyn kann, in ein untergehaltenes Sieb, oder kehret sie in dieses mit einem gemeinen Borstwisch, und spahret dabei das Wasser nicht, als mit welchem man sie immerfort besprengen mus, damit sie desto weniger ihre Flügel brauchen und sich davon machen können. Besonders aber mus man auch noch nachher den Ort, wo der Klumpen gelegen, genau besichtigen, und darauf Acht haben, ob nicht unter denen noch zurückgebliebenen wenigen Bienen etwa die Königinn anzutreffen seyn mögte, als welche man alsdenn dort am leichtesten fangen könnte. Trifft man sie unter den zurückgebliebenen nicht an, so mus man sie unter dem im Siebe befindlichen Schwarm aufsuchen; denn, wenn man sie gefangen hat, so darf man <4, 589> sie nur in ein eigenes für sie zubereitetes Häuslein oder Kefig versperren, und sofort ohne alle Sorge seyn, daß sie die mit ihr ausgezogenen Bienen verlaßen werden. Man lege den Kefig mit der Gefangenen nur ein paar Minuten in das Sieb: so werden ihn eine Menge Bienen, gleich einer Wache, umgeben, und sich nie davon abtreiben laßen. Und sodenn ist weiter nichts nöthig, als eben diesen mit Bienen allenthalben umgebenen Kefig mit der gefangenen Königinn in den Korb, Stock oder Kasten aufrecht hineinzusetzen, das Sieb aber, worinn sich die Bienen befinden, vor des Korbes, Stockes oder Kastens Flugloch hinzuhalten, oder anzuhängen; denn, es werden die Bienen, vor dem Geruch und dem Tone ihrer eingesperrten Königinn angelockt, sich ohne Verzug haufenweise in die neue Wohnung eindrängen, und in gar kurzer Zeit sämmtlich darinnen versammelt seyn. Wie denn, wenn die Gäste nicht eingelaßen werden wollten, nichts weiter nöthig ist, als mit einem, nachher zu beschreibenden, Rauchtopf ein wenig Rauch von trockenen faulen Holz ins bewachte Flugloch zu machen, damit dadurch die Wachen abgetrieben, und denen Einmarschirenden freier Zugang verschaffet werde. Scheint es jemanden fremd, daß man die einzelne Bienenköniginn aus einem Schwarm von 30000 und wohl noch mehr Bienen, wenn diese sich in einem Siebe befinden, heraussuchen und fangen solle: so ist zu wissen, daß dieses so gar schwer nicht sey; denn, man hat sich vor dem Stechen der Bienen nicht zu fürchten, da die Königinnen ihren Stachel gar nicht, (s. oben Pfeil-IconS. 477) und die andern Bienen denselben zu der Schwärmzeit auch nur selten, nehmlich nur an schwülen und ein Gewitter drohenden, oder etwa auch windigen Tagen, gebrauchen. Und endlich kann man sich ja in solchen Umständen mit einer Bienenhaube, (welche ich unten beim Zeideln beschreiben werde) und mit wollenen gewalkten Handschuhen, weil bei diesem Gebrauch die Bienen we<4, 590>der stechen, noch ihren Stachel verlieren können, zur Genüge verwahren. Das Aufsuchen der Königinn aber erleichtert man sich mit einem etwa 1 1/2 Schuh langen, und 1/2 Schuh breiten, Brettlein, welches man in das Sieb zu den Bienen leget, damit es von unten alsbald von aufkriechenden Bienen bedeckt werde, und man folglich, wenn man es umwendet, die Königinn, wenn sie sich dahin begeben, desto leichter gewahr werden und fangen könne. Schlägt dieses leztere fehl, so schüttle man die aufgekrochenen Bienen von dem Wendbrettlein immer in ein anderes Sieb ab, und bedecke diese, unter ziemlichen Wassersprengen, damit sie nicht auffliegen, mit einem reinen Tuch. Das Wenden des Brettleins aber wiederhohlt man solange, bis man endlich des gesuchten Schatzes, d. i. der Königinn, habhaft geworden, welche endlich auch entweder auf dem Brettlein, oder an dem Rande des Siebes, wo sich der stärkste Haufe Bienen am längsten beisammen aufhält, zu Gesichte kommt, und sich uns gefangen geben mus. Die Gefangenschaft der Königinn mus nun solange währen, bis die Bienen wirklich zu arbeiten angefangen haben; und erst, wenn man die neuangesetzten Wachstafeln siehet, wird unsere Staatsgefangene an einem späten Abend aus ihrem Kefig los, und ihren Bienen frei gelaßen. Es hat auch dieses Verfahren unstreitig seinen ganz ausnehmenden Nutzen; denn nur auf diese Weise ist man sichergestellt, daß der gefaßte Bienenschwarm die ihm angewiesene Wohnung nicht wieder verlaßen werde; und ohne diese Vorsorge kann sich niemand versprechen, ob nicht ein Schwarm den Korb, Stock oder Kasten, worinnen man ihn einquartiert, ohne die Königinn gefangen zu halten, am andern, dritten oder auch vierten Tage nochmahl räumen und wieder davon ziehen werde.

Theilet sich ein Schwarm in zween oder mehrere Haufen ab, die sich jeder besonders anlegen, so kann solches daher rühren, weil sich zwo Königinnen darunter befinden; jedoch geschiehet diese Absonderung öfters auch, obgleich nicht mehr als Eine Königinn darunter vorhanden <4, 591> ist. In dem lezten Fall werden sie sich bald von selbst vereinigen. Sind aber zwo Königinnen vorhanden, so schlägt man den ganzen Schwarm sogleich auf ein Tuch, besprengt sie mit reinem Wasser, und fängt beide Königinnen heraus; setzet jede besonders in eine durchlöcherte Schachtel, und thut ein wenig Honig zu den Bienen in den Korb. Wenn man am folgenden Tage darnach siehet, so wird man finden, daß eine von diesen Schachteln mehr als die andere belagert ist. Diese Königinn laße man den Bienen, und hebe die andere zu einem Ableger auf, indem man, wie ich im folgenden Abschnitt zeigen werde, aus einem Stock, der schon lange vorgelegen, und nicht schwärmen will, genugsam Bienen darzu austrommelt.

Sollte man nicht sicher seyn, ob wirklich zwo Königinnen bei dem Schwarme befindlich sind: so fange man diejenige, welche man gefunden hat, heraus, und verwahre sie besonders in einem Schächtelchen. Bleiben die Bienen ruhig, so ist es ein Zeichen, daß noch eine Königinn da ist. Fliegen sie aber in den Morgenstunden, anstatt zu arbeiten, nur ordentlich aus und ein, so mus man ihnen die Königinn wiedergeben; denn sonst kehren sie zu ihrem Mutterstock zurück, welches sie, solange eine Königinn bei ihnen ist, niemahls thun, so nahe auch jener bei ihnen stehet.

Stirbt aber die Königinn eines jungen Schwarms etliche Wochen, nachdem der Stock gefaßt worden, so kehren sie zuweilen in den Mutterstock zurück, und nehmen ihren Honig und Wachs mit. Thun sie es nicht, so mus man ihnen eine neue Königinn verschaffen, oder sie mit einem andern des Abends vereinigen.

Wenn sich ein Schwarm neben oder an solchen Ort setzet, wo gestern oder ehegestern ein anderer Schwarm gelegen, und in den Stock gefasset worden: so setzet man den Stock, wenn man den Schwarm hineingethan hat, nicht wieder auf dieselbe Stelle, sondern etliche <4, 592> Schritte weiter davon, wo der andere stand. Denn einige Bienen von dem zuerst eingesetzten Schwarm werden 2 oder 3 Tage um den Ort herum schwärmen oder schweben, und kühnlich mit dem andern hineingehen, indem sie solchen für ihren eigenen halten, und also durch die andern verunglücken, welche mit ihnen wie mit Feinden umgehen werden.

Einige haben die Gewohnheit, daß sie, wenn der Schwarm sich nicht hoch angelegt hat, den Stock, worein er kommen soll, mit einem Gürtel umgürten, ihn mit der einen Hand halten, und mit der andern den Ast vermittelst eines eisernen Haakens, wenn man ihn mit der Hand nicht erreichen kann, schütteln, und vornehmlich darauf sehen, daß das Aeussere eines Schwarms so geschwind als möglich, in den Stock hineingetrieben werde. Hat sich aber der Schwarm höher angelegt, so setzen sie den Stock in eine von Hrn. Palteau dazu erfundene eiserne Maschine, welche er eine Schaukel nennet. Siehe PfeiliconFig. 188. (Man mus den Boden dieser Figur als leer und im Lichten ansehen, ob er gleich voll zu seyn scheint.) Die Schaukel bestehet von oben aus einem Viereck von Eisen, welches groß genug ist, einen Stock von der Palteauschen Bauart (s. den folg. Abschn.) zu fassen und einzuschlüßen. Der Stock, der in dieses Viereck gesetzt wird, wird durch 2 Dräthe übers Creuz unterstützt, die unter dem Stocke sind, und die in der Mitte der 4 Queerstangen, die das erste Viereck formiren, angemacht sind. Dieses Viereck wird in ein anderes ebenfalls eisernes Viereck gefasset, welches an einem Ende offen ist, d. h. welches oben keine Queerstange hat. Die 2 äussersten Enden der 2 gleichseitigen Arme des andern Vierecks müssen sich in die Mitte der 2 gleichseitigen Queerstangen des ersten Vierecks genau schicken, und sich in sie einbüchsen, dergestallt, daß durch die 2 Queerstangen der 2 Vierecke eiserne Stifte oder Zapfen, die sich verbinden, hindurch gehen, ohne dem <4, 593> ersten Viereck seine Freiheit, seine Beweglichkeit, sein Gleichgewicht zu nehmen, kurz, die es nicht hindern, daß eine Schaukel daraus werde. Das andere unvollkommene Viereck hat in der Mitte der untersten Queer=Stange einen eisernen Griff oder Tille, daß man einen Stab hineinstecken kann. Um einen noch deutlichern Begriff von dieser Schaukel zu erlangen, hat man sich nur eine Laterne vorzustellen, die man auf einem Stocke trägt. In die Schaukel setzt man einen umgekehrten Palteauschen Stock, d. i. einen solchen, da die große Oeffnung oben ist. Vermittelst eines Steckens, welcher sich zu der Höhe des Baums schickt, worauf sich der Schwarm angelegt hat, richtet man den Stock in die Höhe bis unter den Klumpen, den der Schwarm formirt, so daß man den Schwarm, so geschwind als man will, in den Stock hineinlaßen kann, weil er sich allemahl so darstellet, daß die große Oeffnung oben ist; sodenn giebt eine andere Person, die mithilft, mit einem eisernen Haaken dem Aste, woran die Bienen hangen, 2 oder 3 lebhafte und starke Erschütterungen, damit sie ab= und in den Stock hineinfallen. Siehe PfeiliconFig. 189.

So künstlich und wohlausgesonnen diese Maschine zu seyn scheint, so ist sie doch untauglich; denn ein Bienenfasser mus durchaus nicht wanken, wenn man ihn unter die Schwärme hält. Es scheint daher der in Deutschland erfundene Bienenfasser, welchen der ungenannte Verfasser der natürlichen wirthschaftlichen Betrachtung der Bienen, Lpz. 1755, 8. angiebt, worzu man ein ordentlich dräthern Sieb aus der Wirthschaft nehmen kann, vortheilhafter zu seyn. Siehe PfeiliconFig. 190. In den untern Raum eines solchen Siebes, läßt man ein Queerholz von harten Holze, und in der Mitte dieses Queer=Holzes eine stählerne oder eiserne Schraubenmutter machen, damit man eine Stange, die zu dem Ende auch eine eiserne Hülse hat, hineinschrauben könne. Eine solche Stange kann 10 bis 12 Ellen lang seyn. Weil sich <4, 594> aber der Schwarm oft noch höher, als 10 oder 12 Ellen anleget, so thut man wohl, wenn diese Stange unten auch eine Schraubenmutter bekommt, damit man noch eine kleinere Stange, etwa von 6 Ellen, daran schrauben könne. Indessen kann man sich auch damit helfen, daß man in die lange Stange ein Loch bohren, an die untere aber einen Zapfen machen läßt. Wenn man sie nachgehends mit nassem Werg umwickelt, so kann man sie vest an einander stecken. Um den obersten Rand des Bienenfassers kann man ein Stück Leinwand, etwa 1 Elle breit, rings herum annähen, und so machen, daß man es wie eine Schürze zusammenziehen kann. Dieses wird das Hemde des Bienenfassers genennet. Endlich mus dieser Bienenfasser unten im Becken, in dem 4ten Theile des Siebes, ein Fallthürchen bekommen, welches man bequem auf= und zumachen kann. Bei der Fassung der Schwärme ist der Nutzen dieses Werkzeuges dieser, daß man vermittelst der eingeschraubten Stange den Schwarm fassen kann, er möge sich noch so hoch angelegt haben, und daß es auf keine Seite wanket, wenn man durch die Aeste der Bäume hindurch fährt. Bei der Eintreibung der Schwärme aber ist dessen Nutzen noch beträchtlicher. Denn es kommt darauf an, ob man seinen Schwarm in einen Läger=Stock oder Stab, Ständer oder Korb zu treiben willens ist. Hat man einen Korb vor sich, so schnürt man des Hemde des Bienenfassers um denselben herum, und schlägt ein wenig auf das Sieb, so hat man augenblicklich alle Bienen in dem Korbe. Will man ihn aber in einen Läger oder Ständer treiben, so schnürt man das Hemde oben vest zusammen, machet das Fallthürchen auf, hält dasselbe vor die aufgemachte Beute, und treibet sie hinten durch die Leinwand ein wenig mit Rauch. Wer noch sicherer gehen will, daß die Bienen nicht wieder fortfliegen, der setzt einen eingesperrten Weisel in den Stock nicht weit vom Eingang, und läßt die Bienen ordentlich <4, 595> zum Flugloch hinein spazieren. a a a a sind die Enden der Queerhölzer; b b b ist die Fallthüre, welche sich von unten aufmacht; e ist die Schranbenmutter.

Einige rathen, den Ast, woran sich der Schwarm gelegt hat, geschickt abhauen oder wegschneiden zu laßen. Ein Mittel, das zu nichts dienen würde, als eine gute Anzahl kostbarer Bäume zu verunzieren, und zu verletzen, zumahl wenn man viel Stöcke hat, und welches auch sonst in vielerlei Umständen nicht brauchbar ist! Wenn der Baum sehr hoch ist, so wird es ziemlich schwer werden, den Ast, den er erwählt hat, abzuhauen; es wäre zugleich zu besorgen, daß er die Flucht ergriffe, ehe man die nöthigen Vorbereitungen gemacht hätte; denn bisweilen braucht es nicht mehr, als einen einzigen, ein wenig allzustarken, Sonnenblick, ihn zum Aufbruch zu veranlaßen. Auch könnten die beim Abhauen oder Wegsägen gemachten Erschütterungen und Bewegungen ihn zwingen, die Flucht zu ergreifen.

Bei dem Bienen=Fassen, mus man auch einen Rauchtopf bei der Hand haben. Diesen hängt man alsdenn erst an den Ort, wo die Bienen sich angelegt hatten, wenn sie schon ziemlich alle im Siebe sind, damit auch der Rest vollends hineingehe. Den Rauchtopf kann man so einrichten laßen, daß er im erfordernden Fall, ebenfalls auf eine Stange gestecket werden kann. Inzwischen mus man zwei Umstände bei dem Rauchtopf wohl merken, welche ungemein nützlich sind; nehmlich: 1) daß man das Loch, worinn man das faule Holz, trocknen Rindermist etc. hineinsteckt, mit einem blechernen durchlöcherten Schieber zumachen kann, damit die Bienen nicht in das Feuer hinein fliegen, oder, daß doch das Loch klein sey, wenn man jenes nicht thun will; 2) daß man sich eine Tille anbringen läßt, die Spitze einer Stange darein zu stecken, damit man solche unter dem Ort des Anliegens bequem halten könne. Einen solchen Rauchtopf findet man PfeiliconFig. 191 abgebildet. Manche bedienen<4, 596> sich, anstatt des Rauchtopfes, eines Stöpfsels rauchender Leinwand, welchen man auf das Aeusserste eines Steckens setzet, und damit die Oerter, wo die Bienen gewesen sind, räuchert. Der Gebrauch brennender Lunten ist auch nicht zu verwerfen. Kräuter von einem übeln Geruch, so den Bienen unangenehm, als z. E. Hollunder und Raute, würde eben die Wirkung thun; allein, es mögte nicht so leicht seyn, die hohen Oerter, wo sich der Schwarm angelegt hat, damit zu reiben, als mit dem Räuchern geschehen kann.

Die übrigen Geräthschaften, die man bei dem Fassen eines Schwarms nöthig hat, sind: Große und kleine Leitern zum Steigen, nachdem sich der Schwarm angelegt, und man zu steigen nöthig hat. Ein weißes Tuch, den Stock, der geschwärmt hat, zu bedecken, damit die Jungen nicht wieder auf denselben zurückgehen. Allenfalls eine Bienenkappe und Handschuhe. Nasser Leym, die Beutenbretter nach der Eintreibung zu verschmieren. Ein reiner Flederwisch, die Bienen bei Gelegenheit damit abzukehren. Schuh und Strümpfe, welche gewalkt oder von Tuch sind; denn im Leder laßen die Bienen ihren Stachel stecken; Leinenzeug hingegen hält keinen Stich auf. Endlich mus man auch genugsamen Vorrath an Weiselhäusgen haben, um die Weisel darein zu sperren; siehe PfeiliconFig. 192. Dazu wird eine Hülse vom Drechsler hohl gedrechselt, daran die Hälfte mit Drath verschlagen ist; oben aber ist ein Loch, daß man den Weisel hinein thun, und mit einem langen Zapfen versperren kann. Etwas lang mus er seyn, damit man es in der Beute hoch stellen kann. Bei Ständern bedienet man sich wohl gar eines langen Steckens, der durch die ganze Beute gehet.

Wenn sich ein Schwarm an einen Zaun oder Dornhecke anleget, so mus man die Bienen brav baden, alsdenn aber den Klumpen in den Bienenfasser abkehren oder abschütteln. Wenn sich ein Schwarm auf einen Rasen, oder die bloße Erde, setzet, so rathen Einige, den Rasen oder die Erde auszustechen, <4, 597> und zum Bienenstand zu tragen. Man hat aber, sich so viele Mühe zu geben, nicht nöthig, da man den Korb viel leichter zum Rasen, als den Rasen mit so vielen Bienen zum Korb tragen kann. Man setze den Korb halb geneigt mit dem untersten halben Rand an die Bienen, mache ihnen mit etlichen mit Honig bestrichenen Zweigen in den Korb eine Brücke, und zeige ihnen mit Rauch den Weg, den sie gehen sollen.

Wie man sich zu verhalten habe, wenn ein Schwarm in einen hohlen Baum, oder in alt Gemäuer, Schornsteinschlünde oder Steinfelsen, ziehet, habe bereits oben, Pfeil-IconS. 553, fgg. angezeigt.

Das lange Vorliegen der Bienen zur Schwarm=Zeit, (s. oben Pfeil-IconS. 506, f.) ist eine von den Hauptursachen, wodurch ein Stock geschwächet wird. Alle Bienen, die um den Stock herum liegen, gehen nicht nur nicht ins Feld, und tragen nichts in den Stock, sondern zehren auch überdies aus demselben selbst, und verhindern gar oft die eintragenden an ihrem Fleiß, indem sie sich um das Flugloch herum legen, und solches den eintragenden Bienen versperren. Die Bienen aber legen sich im Sommer um den Stock herum, theils wegen der starken Sonnenhitze, welche zu sehr auf die Körbe fällt, und wodurch die innere Hitze im Stock so vermehret wird, daß die Bienen nicht in demselben bleiben können. Ferner legen sie sich auch darum vor, weil ihnen, wegen Menge des Volkes, der innere Raum fehlet, wegen Mangel einer Königinn aber kein Schwarm abgehen kann. Hier kann nichts besseres geschehen, als daß man einem solchen Stock einen Untersatz giebt, darinnen die Bienen sich aufhalten und fortarbeiten können; wovon im folgenden Abschnitt ein Mehreres.

E. A. W Beantwortung der Aufgabe, wie der junge Schwarm von der alten Imme heruntergebracht werden könne, st. im 57. St. der Hannov. nützl. Samml. v. J. 1758. Der Hr. Verf. hält sich durch angestellte Versuche und vielfältige Erfahrung überzeugt, daß eine Imme, bei welcher der <4, 598> alte Weiser sich noch befindet, zum Schwärmen fertig ist, und doch nicht abfliegen will, dabei keine andere Absicht habe, als daß sie vorher erst die Drohnenscheiben, aus welchen die Drohnen bereits ausgekommen sind, wieder mit neuen besetzen wolle, und daß man, diese ihre Absicht zu vereiteln, sich bemühen müsse, indem man das Gewirk, aus welchem die Drohnen entweder ganz, oder mehrentheils, ausgekrochen, wegschneidet oder herausreißet. Vor allen Dingen aber müsse des Abends eine solche Imme mit dick eingerührten Honig stark gefüttert werden, und zwar so lange, bis der Schwarm abgeflogen, welches, wofern nur das Wetter nicht entgegen, am 1sten, 2ten oder längstens am 3ten Tage, nach vorgedachter Operation geschiehet.

Im 26 St. des Wittenb. Wochenbl. v. J. 1772, S. 212, wird folgende Wahrnehmung dem Publico zu weiterm Versuche empfohlen. „ Ich hatte 3 Körbe, die seit 12 Tagen so stark vorlagen, daß sie den ganzen Korb bedeckten, und doch nicht schwärmen wollten. Der eine Korb hatte unten eine Höhlung auf der einen Seite, wo die Bienen gleichfalls stark aufs Brett herausgekrochen waren. Ich hatte mir eine Handvoll Melisse zum Thee abgeschnitten, und gieng zugleich nach der Hütte, um die Bienen zu besehen. Der beschriebene Korb that bei der Annäherung böse, und ich hielt mir die Melisse vor das Gesicht, um nicht gestochen zu werden. Es flogen Bienen auf dies Kraut, und ich legte es, um etwas anderes zu hohlen, über die Bienen auf das Brett hin. Des andern Morgens, gegen 8 Uhr, schwärmte dieser Korb, und ich dachte sogleich, ob etwa meine Melisse etwas dazu beigetragen hätte. Ich behieng den dabeistehenden Korb ebenfalls mit Melisse, daß die Bienen, welche heraus lagen, es bald unter sich nehmen und bedecken mußten. Und dieser schwärmte Tages darauf um 10 Uhr. Hierauf gieng ich zu dem 3ten Korb, und legte ihm Melisse inwendig hinein. Auch dieser schwärmte den folgenden Tag gegen 2 Uhr. Es kann seyn, daß diese Bienen ohne die Melisse würden geschwärmt haben. Es kann aber auch seyn, daß die Melisse die Bienen auf die Beine gebracht hat ”.

Es giebt widernatürliche Mittel, wodurch man seine Stöcke zu vielen Schwärmen zwingen kann; z. E. 1) wenn man denen Bienen im Frühling einen hal<4, 599>ben Löffel voll Schafmilch zum Genuß hinsetzt, oder 2) wenn man sie mit Schwämmen räuchert, welche auf alten Holundersträuchern gewachsen sind.

Nebst dem Vorliegen der Bienen, gereicht auch das häufige, späte und unordentliche Schwärmen zum äussersten Schaden und Schwächung derselben. Durch nichts wird ein Stamm Bienen mehr geschwächt, als durch das häufige Schwärmen. Nicht zu gedenken, daß sich die meisten Bienen, ehe sie schwärmen, wenigstens etliche Tage vorlegen, und in der besten Jahrszeit faulenzen; nicht zu gedenken, daß sie oft die beste Jahrszeit verstreichen laßen, ehe sie schwärmen, und hernach dem Bienenwirth beschwerliche Lasten, wegen Mangel an Nahrung, werden: so ist aus der Erfahrung bekannt, und bereits oben Pfeil-IconS. 582, f. angeführt worden, daß sich ein jeder junger Schwarm auf etliche Tage Provision an Honig aus dem Mutterstock mit hinweg nimmt. Wie sehr aber wird dadurch ein solcher Stock geschwächt, zumahl, wenn der junge Schwarm sich nicht sogleich das erstemahl anhängt und gefasset wird, sondern zu seinem alten Stock zurückkehret, und seinen Abzug mehrmahlen wiederhohlet. So oft er sich aufs neue zum Schwärmen gefaßt machet, so oft füllet er sich mit Honig aus dem alten Stock. Zudem werden durch das häufige Schwärmen die Arbeitsbienen in dem alten Stock verringert, der Drohnen oder sogenannten Brutbienen aber werden immer mehr, von welchen der noch übrige Vorrath aufgezehret wird, so daß oft der beste Stock durch solches häufige Schwärmen verderbet wird. Ein Bienenwirth mus also das häufige, besonders das zu späte Schwärmen seiner Bienen sorgfältigst verhindern, und höchstens nicht mehr als Einen Schwarm von guten Stämmen, von mittelmäßigen aber, welche oft am meisten schwärmen, gar keinen, abgehen laßen. Das Schwärmen nun kann man seinen Bienen auf eine zweifache höchstvortheilhafte Weise verwehren; theils durch den Wech<4, 600>sel des gefaßten jungen Schwarms mit dem alten Stock, theils durch das Untersetzen leerer Körbe, wie man aus dem folgenden Abschnitt ersehen wird.

Die Menge der Bienen in einem Schwarm bestimmt des Schwarms Schwäche oder Stärke. Wenn man den Schwarm tödtet oder betäubt, so läßt sich die Menge der Bienen genau zählen. Man kann sie aber auch durch Abwägen, wiewohl nicht genau, finden. Z. E. beim Schwärmen schneidet oder sägt man den Ast, woran der Schwarm hangt, behutsam ab, wiegt beide, hernach den Ast besonders, und zieht das Gewicht des Asts von jenem Gewichte ab; der Rest ist das Gewicht des Schwarms. Oder, man wiegt Stock und Brett vor dem Einfassen, faßt den Schwarm, wiegt alles zusammen, und ziehet sodann das Gewicht des Stocks und Bretts ab. 130 bis 168, mithin nach der mittlern Zahl 149 todte Bienen, machen 1 Loth. Weis man nun das Gewicht des Schwarms, so läßt sich durch die Regel Detri die Anzahl der Bienen leicht ausrechnen. Z. E. 1 Loth--149 Bienen, wieviel Bienen geben 6 Pfund, die der Schwarm wiegt, oder 192 Loth? thut 28608 Bienen. Schwärme von 9 oder 10 Pfund, sind Erscheinungen, die man nur selten siehet, und sind nicht allemahl die besten. Sie haben bisweilen eine übermäßige Anzahl Drohnen, die sie nicht todt machen können, und die Ursache ihres Verlusts und Unterganges sind. Man hält einen Schwarm für mittelmäßig, wenn er ohne Korb, Brett und Waben, 4 lb wiegt. Alle, die weniger, als 4 lb wiegen, taugen nichts, und müssen mit andern schwachen Schwärmen vereinigt werden; ausser in sehr guten Jahren, wo auch geringere Schwärme von 3 lb ihre Auskunft finden; doch ist dieses selten. Auf einen mittlern rechnet man 10 bis 15000, auf einen starken 20 bis 24000 Bienen, und mehr. Im Durchschnitt rechnet man 20000 Arbeitsbienen, 1600 Drohnen, 1 Königinn. Jeder Schwarm mus diese <4, 601> dreierlei Bienen haben, und zwar hat er sie gemeiniglich in der angegebenen Proportion. Er mus sie entweder wirklich haben, oder sie doch aus seinem Eigentum zu erlangen im Stande seyn; z. E. es mus eine hinlängliche Menge Arbeitsbienen solche Waben haben, woraus sie eine Königinn und Drohnen sich erbrüten, und hernach, vermittelst dieser beiden, den Schwarm vermehren können. Dieses ist der Grund einiger Arten, durch Kunst neue Schwärme oder Ableger zu machen.

Die Schwärme erfordern unsere Sorgen, Wachsamkeit und Aufsicht in den ersten Tagen, auf 3 Wochen, manchmahl auf einen Monath lang. Wenn bald nachher, da man einen Schwarm gefaßt hat, schlimmes, kaltes und regnerichtes Wetter einfällt, so mus man nicht vergessen, denselben alle Abend zu füttern, und zwar reichlich. (s. den 10 Abschn.) Er wird dieses in der Folge doppelt ersetzen, da man im Gegentheil Gefahr läuft, den ganzen Stock zu verlieren. Dieses betrifft die ersten Tage ihrer Wohnung in ihrem neuen Stock. Alle 3 Wochen, und auch wohl 14 Tage hernach, mus man sie besuchen, damit man ihnen, wofern sie ihren Stock angefüllt haben, einen Auf= oder Untersatz gebe.

Wenn jemand viel Bienen hält, so kann es leicht geschehen, daß mehrere Stöcke auf einmahl und zugleich schwärmen. Wenn alsdenn nicht Leute genug bei der Hand sind, so kann man um manchen guten Schwarm kommen. Dieses zu verhüten, schlage man alle junge Schwärme in einen großen Korb oder Zober zusammen, und laße sie bis auf den Abend zugedeckt stehen. Alsdenn kann man sie einzeln in Korbe fassen, und man wird sie klumpenweise um ihre Königinnen herum hangend finden. Um zu vermeiden, daß die Vermischung der Bienen aus fremden Stöcken keine Unordnung verursache, so blase man nur in jeden frisch gefaßten Korb etwas Rauch unter sie, so verlieren sie den Geruch auf eine Zeitlang, und werden verträglich unter <4, 602> einander. Dieses Rauchmachen geschiehet am bequemsten vermittelst eines Blasebalges, nach Hrn. Riems Erfindung, an dessen Ventil oder Zugloch eine blechene Capsul bevestigt ist, worinn glüende Kohlen und etwas Eichenschwamm befindlich; siehe PfeiliconFig. 193. Man kann aber gedachten Schwamm auch wie Lunte anstecken, und, statt jenen, bloß mit dem Munde unter sie blasen, wenn man keinen Blasebalg hat.

Um zu hindern, daß zur Schwarmzeit kein einziger Schwarm in einander fliege, schlägt Herr P. C. W. Groscurd, im 37 St. des Hannov. Magaz. v. J. 1766, vor: jedem alten Stock im Frühjahr bei der Fütterung eine besondere eigene Witterung zu geben, die sie den Sommer über nicht wieder völlig verlieren; alsdenn würde sich jede Biene im Schwärmen mit andern zugleich abfliegenden Schwärmen der fremden, wegen ihres ihnen allein eigenen Geruches, nicht leicht vereinigen, sondern ihrem Weiser allein anhängig bleiben. Hr. Propst Stieglitz, schlägt im I B. der gemeinnütz. Arb. der Oberlausitz. Bienenges. S. 168, folgende von ihm selbst befolgte Methode, zusammengeflogene Schwärme zu theilen, vor: „Wenn Schwärme, zumahl Vorschwärme, zusammenfliegen, so laße ich sie erstlich in 2 oder 3 Körbe fassen, welche ich ein paar Schritt von einander setzen laße. Ist nun in einen jeden Korb ein Weisel kommen, so werden die Bienen mehrentheils zusammen jede zu ihren sich einfinden. Sind aber die Weisel alle in Einen Stock gerathen, so gehen die Bienen wieder in solchen Stock zusammen; und werde ich dieses gewahr, so stelle ich einen ledigen zubereiteten Stock umgekehrt in einen Höchsel (Untersatz) vest, und setze den Korb, worinnen die Schwärme zusammenziehen, auf diesen, daß jener und dieser Einen Korb ausmachen. Nachdem nun die Bienen in diesen beiden Körben ruhig worden sind, so laße 3 oder 4 zubereitete Stöcke umgekehrt dicht an einander stellen; alsdenn laße ich den obersten Stock, worinnen die Schwärme zusammen geflogen, mitten über diese zusammengestellte Körbe halten, und schlage darauf etlichemahl mit den Händen an den angefüllten Stock, <4, 603> daß hier ein Klumpen in die umgekehrten Körbe fällt, in dem erstgedachten aber auch ein Theil Bienen bleibt. Gleich darauf laße ich alle diese Körbe etwas von einander auf die Seite legen; nach wenig Minuten aber laße ich sie ordentlich hinstellen, da es sich denn bald zeigen wird, ob sich die Schwärme nach Wunsch getheilt haben. Ist dieses geschehen, so laße ich die stärksten Stöcke gleich an ihre Stelle in das Bienenhaus tragen, wo sie künftig stehen sollen; der schwächste aber bleibt an der Stelle der Einfassung bis auf den Abend, und kann man, wo man es für gut befindet, aus dem stärksten noch wohl einen Klump Bienen durch sachtes Anstoßen auf ein Tuch fallen laßen,*

Viel leichter geschiehet es, wer das mit der Hand zu stoßen gewohnt ist. Ganz behutsam graben sich die Finger in den Klumpen, und wenn die Hand voll ist, wandert man mit denselben fort. Ein Furchtsamer nimmt einen Vorlegelöffel.

und den schwachen darüber stellen, wofern man ihn nicht lieber das nächstemahl mit einem Nachschwarm verstärken will. Selten wird man nöthig finden, diesen Versuch 2 oder 3 mahl zu wiederhohlen; und man darf auch nicht besorgt seyn, daß die Schwärme während dieser Operation, und deren Wiederhohlung, sich heben und wegfliegen sollten ”.

Viele rathen an, daß man den Schwarm, sogleich nach dem Einfassen, wenn auch ausserhalb des Korbs sich noch viel Bienen befänden, an seinen bestimmten Ort setzen solle, weil der neue Schwarm den ersten Tag seines Fluges gewohnt werde, so daß er, wenn man ihn den ersten Tag unter dem Baum, oder wo er sich sonst angelegt hat, stehen laße, 2 bis 3 Tage lang stark dahin fliegen solle, wodurch der Schwarm um ein merkliches geschwächet, auch sehr an der Arbeit gehindert wird, da die Bienen im Gegentheil, wenn sie sogleich an ihren Ort gestellet werden, öfters zur Stunde anfangen, zu höseln, und ununterbrochen fortarbeiten. Suchen gleich etliche am andern Tage den Ort, wo sie sich angelegt haben, so ist es doch gar kein Vergleich mit dem, wenn sie den ganzen Tag stehen geblieben. Jedoch soll dieses bei dem Hinwegtragen beobachtet werden, daß der Korb <4, 604> also getragen werde, daß das Flugloch beständig dahin sehe, wo sich der Schwarm angelegt hat; die am Baum zurück gebliebenen Bienen haben sogleich die Spur davon, und ziehen sich gleichfalls dahin. Andere wollen, daß, wenn man die Bienen gegen Mittag, oder bald nachher, einfasset, man den Stock nicht so setzen müsse, daß ihn die Sonne stark erhitzen könne, sondern, sie tragen ihn in den Schatten, damit er nicht wieder ausreißen, und sich anderwerts wiederum anlegen möge, und warten mit der Stellung des Stocks an seinen Ort, bis die Sonne untergegangen, oder doch ihrem Untergange nahe ist. Ob man nun zwar alsdenn diesen Vortheil davon hat, daß, wenn die Bienen in dem Stock bis auf den Abend ruhig und still sind, man eine Anzeige habe, daß sie ihren Weisel bei sich haben, und man überdies der Gefahr nicht mehr ausgesetzt ist, den Schwarm zum andernmahl in der Luft fliegen zu sehen: so machen es doch gewisse Umstände rathsamer, den Schwarm beizeiten an seinen Ort zu bringen.

Wenn es den Bienen in dem Stock gefällt, den man ihnen gegeben hat, so werden sie ihn nicht verlaßen. Wenn man aber befürchtet, es mögte die große Hitze, die der Schwarm auf der Tafel auszustehen hat, ihn zum Ausreißen verleiten, so kann man ihm dort leicht Schatten verschaffen, und vor der Hitze der Sonne verwahren.

Die Imker haben eine geheimnisvolle Gewohnheit, wenn ein Schwarm nicht im Korbe bleiben will, daß sie einen Eimer Wasser in den Korb gießen, und solches durch das Flugloch wieder laufen laßen; sodenn fangen sie die Bienen wieder in den Korb, und sie bleiben ruhig. Gemeiniglich waren die im Korbe vorhandenen Spinnen, die Ursache des Abscheues, den die Bienen vor dem Korbe hatten; und diese sind durch das eingegoßene Wasser ersäuft oder weggespület, daher wurde der gereinigte Korb ihnen angenehm.

Im übrigen weiset man dem Schwarm mit allem Bedacht eine Stelle an, die, so weit als möglich, von dem Mutterstocke entfernt ist, weil sich sonst die Bienen wieder zu diesem wenden, und der junge Stock öde wird. Auch hat man aus der Erfahrung, daß, wenn man Schwärme fast von einerlei Alter neben einander stellet, und sie die ersten Tage vor ihren Stöcken herum gaukeln, um des Fluges kundig zu werden, sie vielmahls irre werden, und zusammen in Eine Republik treten.

Wenn es dem Schwarm in seinem Stock gefällt, bleibt er nicht lange müßig darinnen, sondern fängt bald an, an den Wachskuchen zu arbeiten. Eins von den Merkmahlen, daß den Bienen ihr neuer Stock gefällt, ist dieses, wenn sie sich, so hoch als möglich ist, darinnen in die Höhe begeben, und sich daselbst in einen Haufen zusammenlegen. Sie hängen auch gemeiniglich zu oberst im Stock die ersten Zellen des ersten Kuchens an.

Einen jungen Korb mus man nicht leicht aufheben oder umneigen; denn ihre zarte Arbeit reicht noch nicht bis auf das Creuz herunter, bricht leichtlich ab, und fällt nebst den Bienen zu Boden.

Ob es Recht sey, daß ich mir meines Nachbars Bienenschwarm zueigne, wenn er sich schwärmend auf meinem Grund und Boden anhängt, davon werde im 16ten Abschnitt handeln.

(Herolds) Abhandlung von dem Einfassen der Schwärme, st. in den Abhandl. und Erfahr. der fränkischen Bienengesellsch. a. d. J. 1771, S. 200--234.

Communication about an early Swarm of Bees, by RICH. REED, in a letter, dated March 14, 1671, at Lugwardine, st. im VI B. der Philos. Transact. for A. 1671, No. 70, S. 2128.

Hrn. M. Schlachts in Leschwitz, Erzählung einiger besondern, Naturbegebenheiten in Anschung des Schwärmens, oder von Hungerschwärmen, st. in der 3ten Samml. der Abhandl. der oberlausitz. Bienengesellsch. v. J. 1768 und 1769, S. 37, f.

Mittel, daß sich die Schwärme in Mauden bequem anlegen, von Hrn. Ultjesfort aus Meurs: st. im I B. der gemeinnütz. Arb. der oberlaus. Bieneng. S. 162--164.

El contenido de la comunidad está disponible bajo CC-BY-SA a menos que se indique lo contrario.