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6. Von der künstlichen Vermehrung durchs Ablegen, und dessen unterschiedenen Arten, von Colonie= oder Magazin=Körben, wie auch von schwachen Bienenstöcken, und deren Vereinigung, und Verstärkung

Ehe ich auf die neuern Erfindungen des Ablegens komme, werde die Beschreibung der Palteauschen Bienenstöcke, und der Vicatschen Verbesserung derselben, ingleichen des Wildmannischen Kastens, voranschicken.

Herr Palteau in Frankreich erfand eine besondere Art hölzernen Bienenstöcke. Jeglicher Bienenstock hat eine Tafel, 3 oder 4 Aufsätze (Hausses), und eine Bekleidung (Surtout). Zu diesen Stücken kommen noch einige andere, die von ihnen abhangen, und mit ihnen verbunden sind. Die Tafel ohne Bienenstock, PfeiliconFig. 194, mus in der Breite AB, 15 Zoll, 4 Linien haben, von vorn und hinten aber CDEF, 19 Zoll 4 Lin. breit seyn, und zwar wegen des Kinnes M, welches eigentlich das Flugbrett vorstellen soll, das an die Fluglöcher angebracht wird, und 4 Zoll gegenüber der Mündung der Bekleidung einnimmt, PfeiliconFig. 195, damit die Bienen desto leichter in ihren Stock hinein können. Diese Tafel, welche 1 1/2 Zoll dick ist, wird über 3, in einem Triangul gestellten, Pfählen, PfeiliconFig. 196, ABC, aufgerichtet; sie sind nur 2 Fuß, 2 oder 3 Zoll hoch, stecken 1 Fuß tief in der Erde, und folglich ist die Tafel nur 13 oder 14 Zoll hoch über der Erde. Das Kinn M (PfeiliconFig. 194) ist an dem vordern Rande GL 6 Zoll, und gegen die Bedeckung NO 3 Zoll breit. Die Aufsätze sind theils absonderlich, theils in ihrer Verbindung, zu betrachten. Ein Aufsatz (Hausse) ist eine Art eines Gehäuses (Boëte), welches 1 Fuß ins Gevierte hat, und 3 Zoll hoch ist. Es hat einen Boden oder Grund, von 3 Linien in der Dicke, mit einer kleinen Sparre (Barre), von 6 Lin. ins Gevierte, von unten dem Holze gleich, damit sie das Werk trage. <4, 607> Diese Sparre geht über die 2 Seiten, die der Mündung des Aufsatzes entgegengesetzt sind. PfeiliconFig. 198. Wenn dieses Gehäuse allem und abgesondert ist, behält es den Nahmen eines Aufsatzes; werden aber deren 2, 3 oder 4, mit einander verbunden, wie man PfeiliconFig. 199a, ABCD, oder PfeiliconFig. 199b, ABC siehet, so formiren sie den Bienenstock von der neuen Bauart. Die Bekleidung ist ein längliches Gehäuse, welches 24 Zoll von vorn, und 20 Zoll von hinten, hoch ist, und einen Hang von 4 Zoll formiret, welcher zureichend ist, daß das Wasser herabflüßen kann; siehe PfeiliconFig. 197, welche sie nach dem Profil oder nach der Seite; und PfeiliconFig. 195, welche sie von vorn vorstellet. Ihre Breite, welche 13 Zoll 8 Lin. ins Gevierte beträgt, umhüllet und bedecket auf das genaueste eine Erhöhung, welche in der Mitte der Tafel ist. Diese Bekleidung bedeckt auch den Bienenstock, also daß sich zwischen ihr und dem Bienenstock ein Raum von 10 Lin. findet, weil sie 13 Zoll 8 Lin. Breite, und der Bienenstock nur 1 Quadratfuß hat. Die Tafel hat ausserdem noch 4 absonderliche Dinge; ein Kinn von vorn, dessen Einrichtung bereits angezeigt worden; eine Erhöhung in der Mitten, ein Loch von 8 Zoll ins Gevierte, und einen Schieber (Tiroir). Die Erhöhung hat 13 Zoll 8 Lin. ins Gevierte, und ist 6 Linien hoch; siehe PQRS, PfeiliconFig. 194. Diese Erhöhung bedeckt die Bienen vor der Feuchtigkeit und dem Regen, welche bisweilen den Rand des Bienenstockes beschwemmen, weil der Bienenstock auf diese Erhöhung gesetzt ist, und weil die Bekleidung den Stock und die Erhöhung bis auf ihren Grund umgiebt und einfasset. Das in der Mitte dieser Erhöhung befindliche Loch T, dienet dazu, die Bienen, vermittelst einer Feuerpfanne, zu erwärmen, wenn sie von der Kälte ganz starr sind, und sie zu füttern, wenn sie Mangel haben, ohne genöthigt zu seyn, den Bienenstock erst aufzuheben. Damit diese unmittelbar unter dem Bienenstock befindliche <4, 608> Oeffnung der Kälte, und denen aus der Erde aufsteigenden feuchten Dünsten, keinen freien Eingang verschaffe, ist sie von unten durch Hülfe eines Schiebers vermacht, welcher sich von hinten der Tafel auf Falzen beweget, und welchen man bei V Y halb herausgezogen siehet. Dieser Schieber hat in der Mitte X eine Oeffnung, das Luftloch (Eventouse) genannt, und ist mit einer durchlöcherten Blechplatte versehen, um den Bienen, in den Monathen Julius, August und September, Luft zu verschaffen, damit nicht etwa die Brut und der Honig durch die große Hitze verderben. Im Winter und Frühling hingegen wird in 2 kleinen Falzen von Blech unter dem großen Schieber, ein kleiner von ganz ebenen Blech und ohne Löcher angebracht, damit man die Oeffnung verschlüßen kann. Der Aufsatz, wenn er allein genommen wird, formiret, gedachtermaßen, keinen Stock, sondern es geschieht nur alsdenn, wenn er mit einem andern verbunden wird, dieser andere mit einem dritten, mit einem vierten, nach Erforderung der Fälle. Für einen zeitigen Schwarm kann man deren 3 oder 4 zusammenfügen; und 2 oder 3 für einen etwas später kommenden Schwarm. Ein jeder Aufsatz hat eine Mündung, welche 12 Lin. hoch, oben 15, und unten 11 Lin. breit ist, zu welcher die Bienen hereinfliegen; und einen Boden, in dessen Mitte eine Oeffnung von 7 1/2 Zoll ins Gevierte ist. Der übrige Theil dieses Bodens ist voll kleiner Löcher; s. PfeiliconFig. 198, welche dazu dienen, daß man den Bienen die Bequemlichkeit verschaffe, daselbst ihren Seim und ihr Vorwachs zu formiren und anzusetzen; auch erspahren diese kleine Löcher den Bienen die unnützen Umschweife, die sie machen müßten, um alle Gegenden ihres Stockes durchzulaufen. Diese verschiedene Aufsätze oder Schubladen sezzet man, um einen Bienenstock daraus zu machen, auf einander, und stellet sie dergestallt, daß ihr Boden allezeit nach oben gekehrt ist, und leget alsdenn ein wenig <4, 609> von feinen Lappen zwischen jeden Aufsatz, um allen Zwischenraum zu verstopfen, worzu eben das Erhabene, welches man zwischen jedem Aufsatz siehet, (PfeiliconFig. 189) bestimmt ist. Weil der lezte Aufsatz den Boden offen hat, wie die andern, und die Bienen also unmöglich ihre Kuchen anheften könnten, indem dieselben, mehrgedachtermaßen, allezeit ihr Gebäude von obenher anfangen, und damit nach der Tiefe zu fortfahren: so wird ein Brett, welches recht passet, in den Boden des lezten Aufsatzes gelegt, PfeiliconFig. 200; wie auch kleine Bretterchen, welche die kleinen Löcher verschlüßen; dieses alles wird mit einem eisernen Drath übers Creuz verknüpft, welches man, nach Gefallen, mit kleinen hölzernen Keilen verriegelt, PfeiliconFig. 201. Bloß die Mündung des untersten Kästchens wird offen gelaßen; die andern sind mit Kork verstopft, welchen man sehr leicht mit einem Messer herausnehmen kann. Die Aufsätze sind mit einem eisernen Drath an einander geheftet, welcher in 2 Klammern oder Ringe gehet, die an zweien denen 2 Aufsätzen entgegenstehenden Seiten sind, und welchen man, nachdem es nöthig ist, mit einer Zange entweder verriegelt, oder aufriegelt. Die Bekleidung dienet, den Bienen=Stock zu bedecken, ihn wider die ungestüme Luft, wider die rauhe Jahrszeit, wider die Erschütterungen der Winde und des Sturms, sicher zu stellen. Sie entzieht ihn den Anfällen und Nachstellungen der Ratzen, Mäuse, und anderer Thiere oder Insecten, welche nach dem Vorrath der Bienen schnappen. Hierzu dient die runde Scheibe von Blech, PfeiliconFig. 202. Sie hat 4 Zoll im Durchmesser, und ist in 4 Theile A, B, C, D getheilt. Der erste, A, enthält 4 kleine Bögen am Rande, 5 Linien hoch und 4 breit. Der andere, B, enthält viel kleine Löcher, die darzu dienen, daß man den Bienen Luft geben, und sie doch zugleich verhindern kann, daß sie nicht herausgehen. Der dritte, C, ist die große Oeffnung, denen Bienen einen freien Weg, in nöthigen Zeitum<4, 610>ständen, zu geben, insonderheit von dem Anfange ihrer Arbeit an, und zur Zeit der Schwärme. Der vierte Theil, D, ist voll, und dienet, bei hartem Winter die Oeffnung damit vest zuzuschlüßen; er hat in der Mitten ein Ringlein, um die Scheibe, wohin man will, zu wenden, und sie mus die Mündung der Bekleidung mit jedem Theile genau verschlüßen. Sie ist unmittelbar über dieser Mündung mit einem Nagel in der Mitte bevestigt, so daß man sie leicht bewegen kann.

Bei dieser Palteauschen Scheibe, in Anwendung zu Körben, hat Hr. F. C. Daum, Banquier in Berlin, einige reelle Verbesserungen angebracht, welche in einem darzu schicklichen harten Holz, worinnen das Quadrat ruhet, mit einem Falz, um es herausziehen zu können, 4 starken eisernen Dräthern mittelst derselben das Holz sammt der Scheibe vest an den Korb anzuspießen, und größern Luftlöchern, bestehen.

Diese Bekleidung hat zugleich den Vortheil, daß man die Stöcke gegen die Streifereien und Anfälle der nächtlichen Räuber und Diebe in Sicherheit setzen kann. Denn, unten an der Bekleidung finden sich zu beiden Seiten 2 Klammern, welche in die halbe Dicke der Tafel hineingehen. Bei PfeiliconFig. 203 siehet man eine Zange, welche den Stift (Goupille) fasset, der aus der Klammer um die Hälfte herausgezogen ist. Die Klammern bekommen eine jede einen Stift, der zur Seite hineingehet, durch dessen Hülfe die Bekleidung vest und unbeweglich wird, wie die Tafel, daran sie bevestigt ist. Ohne diese vorläufige Kenntnis wird es dem Räuber unmöglich seyn, die Bekleidung abzuheben; es wäre denn, daß er sich aus Wollust in die Gefahr setzen wollte, von den Bienen gestochen zu werden, indem er sich vorsetzt, diese Bekleidung gewaltsam zu zerbrechen.

Zu der Tafel und den Pfählen erwählet man Eichen=Holz, weil es härter, geschlossener und gedrungener, und daher dem Regen zu widerstehen im Stande ist. In Ermangelung dessen, kann man eine jede Art des stärksten <4, 611> und dauerhaftesten Holzes darzu nehmen; und um die Tafel desto länger zu erhalten, kann man sie firnissen lassen, da denn das Wasser noch weniger hineindringen wird, wenn es sich gleich einige Tage am Rande aufhält. Die Bekleidung kann von Tannen= oder einer andern Art leichten Holz seyn. Die Aufsätze sind von Fichtenholz, welches vor andern den Vorzug hat; denn sein Geruch ist den Läusen, Wanzen und andern Ungeziefer eben so zuwider, als sie Feinde der Bienen sind. In Ermangelung des Fichten= oder Tannen=Holzes, kann man ohne Gefahr, wiewohl mit etwas wenigern Vortheil, den Pappelbaum dazu anwenden. Das Eichen=Holz taugt zu Stöcken durchaus nicht, weil es anziehender Natur, und fast niemahls ohne Saft ist; dadurch entstehet eine Säure, weil in einem Stocke viel Feuchtigkeiten anzuziehen sind.

Die vornehmsten Vorzüge, welche diese Art Bienenstöcke vor andern hat, bestehen darinnen: 1) Sind dergleichen Bienenstöcke nicht der Plünderung benachbarter oder fremder Bienen ausgesetzt. Die daran angebrachte Scheibe ist eine hinlängliche Schutzmauer. Man drehet sie, während der ganzen Zeit, als dieser Zufall zu befürchten ist, nehmlich im Julius, August und September, auch beim Anfange des Octobers, auf die Seite der kleinen Bögen. In den Monathen Mai und Junius, und selbst gegen das Ende des Aprils, wendet man die Scheibe auf die Seite der großen Oeffnungen, weil diese Monathe hindurch alle Bienen geschäftig sind, ihre Stöcke zu füllen, und Vorrath einzutragen. 2) Sind die Bienen, durch Hülfe der Scheibe, gegen die Anfälle der Ratzen, Mäuse, Hamster, Vögel, ja selbst der Füchse, gedeckt. Wären einige Vögel, als: der Grünspecht, oder Eisvogel, (welche sehr emsig sind, die Körbe mit ihrem spitzigen Schnabel zu durchbohren, und die Bienen, welche sie mit ihrer Zunge erwischen können, hinterzuschlucken,) auch so glücklich, durch das Holz der Bekleidung zu kommen, so würden sich doch ihre Kräfte nicht bis in den Bienenstock hinein erstrecken, welcher die Bekleidung nicht unmittelbar berühret. 3) Man kann auf eine ungemein leichte Art des überflüßigen Vorraths, welchen die Bienen gesammelt haben, habhaft werden. Man darf nur <4, 612> den obern Aufsatz des Stockes von demjenigen, der unmittelbar auf ihn folgt, losmachen, und die Honigwaben, welche inwendig an einander halten, mit einem gemeinen eisernen Drath durchschneiden. Hierbei kommen keine, oder doch nur sehr wenige Bienen um, weil man, da sie ohnedies nur in kleiner Anzahl oben im Stocke sind, dafür sorget, sie, nachdem man das Brett und die Schienen, welche die Oeffnung und die kleinen Löcher dieses Aufsatzes vermachten, weggenommen hat, mit einem Stück rauchenden Lappen zu räuchern; man zwingt sie dadurch in den untern Aufsatz zu kriechen, und die Freiheit zu laßen, daß man mit Ruhe arbeiten kann. Noch mehr; man ist versichert, den besten Honig zu haben, welcher allezeit oben im Stocke ist, und ihnen nur den mittelmäßigen zu laßen, der ihnen hinlänglich ist, den Winter durchzubringen. Man darf nicht befürchten, an die Brut zu kommen, und sie loszumachen, weil sie selbige nur in die Mitte und in den untersten Theil des Stockes anlegen. Man kann diese Arbeit so oft wiederholen, als man es für gut befindet, und es die Umstände erfordern, seinen Stöcken das Fett abzuschöpfen 4) Diese Art verwahret die Bienen vor allen Unbequemlichkeiten vom Regen, wovon die strohernen Bienenkörbe sonst leicht einen Geruch bekommen; vor Unreinigkeit, da man den untern Theil des Stocks, vermittelst der am Tisch bevestigten Schublade, welche man hinten heraus ziehet, öfters säubert; und vor der den Winter hindurch, und zu Anfang des Frühlings herrschenden Kälte. 5) Man kann diese Stöcke verhältnismäßig nach allen Schwärmen, die sich ergeben, einrichten. Ein Aufsatz oder zwei, mehr oder weniger, werden den Stock zu einer sehr bequemen Wohnung für die neuen Ankömmlinge, die ihn bewohnen sollen, machen. Wenn die Arbeit und das Eintragen eines Schwarms mit meiner Hoffnung nicht übereinkommt, so kann ich 1 oder auch 2 Aufsätze wegnehmen, damit seine Wohnung nicht so geräumlich, und der Strenge des Frostes nicht so ausgesetzt sey. Wiewohl man auch sonst, bei denen nach der Anzahl der Bienen allzugroßen Stöcken, sich dadurch helfen kann, daß man einen Unterscheid von schmalen Brettern im Stock anbringet, der ziemlich genau hineinpasset, und nachgehends dasjenige, was noch fehlt, mit Lehm verstrichen werden muß. Dieses nennet man eine Blende. 6) Man kann den Bienen die Nahrung, welche sie öfters nöthig haben, und alle erforderliche Hülfsmittel, in diesen Stöcken zu allen Zeiten reichen. 7) Will man in einen Korb, welcher gar zu <4, 613> alt geworden, frisch Wachs hinein haben, so bleibt kein anderer Weg dazu übrig, als daß man die Bienen umbringe, oder in einen andern Korb schlage; bei dieser Art Stöcke hingegen kann man diese Verrichtung nicht nur auf eine ganz einfache und leichte Weise vornehmen, sondern auch Schwärme auf eine glückliche Art mit einander vereinigen. 8) Kann man leicht an sie heran treten, sie warten, besuchen, umdrehen, und die Schwärme der Mutterstöcke herausnehmen.

Herr Palteau bedienet sich, um seine Stöcke fortzuschaffen, eines Gürtels, welcher an einem Ende mit einer eisernen Schnalle versehen ist, damit man nach Gefallen den Stock gürten und genau zusammenfassen kann, PfeiliconFig. 204. Dieser Gürtel hat 2 Handgriffe, A, B, PfeiliconFig. 205, worein man die 3 ersten Finger einer jeden Hand stecket. Durch dieses Mittel trägt man den Stock überall hin, wohin man will.

Die Art und Weise, die Schwärme in die Palteauschen Stöcke zu fassen, habe bereits oben, S. 592 beschrieben.

Nouvelle construction de ruches de bois, avec la façon d' y gouverner les abeilles, inventée par Mr. PALTEAU, & l' histoire naturelle de ces insectes; le tout arrangé & mis en ordre, par M ... av. des figg. en t. d. à Metz 1756, 8. 1 A. 3 B.

Lettre adressée à Mrs. les Auteurs du Journ. d. Scav. touchant la nouvelle construction des ruches de bois, par Mr. PALTEAU, par F. JEAN BANPIN, à Estival, ce 12 Sept. 1757, st. im Journ. d. Scav. Nov. 1757, S. 103--107; und T. übers. im 14 Th. der Oeconom. physical. Abhandl. Leipz. 1758, 8. S. 384--388.

Lettre à l' Editeur du Journ. oecon. sur le gouvernement des abeilles, & les ruches de Mr. Palteau, par Mr. L * * * Curé de Parcy, st. im Journ. oecon. Juin 1758, S. 253--255.

Une autre lettre sur la même matiere, st. eb. das. Mars 1765, S. 109--113.

Eine von mir aufgesetzte Beschreibung einer von Hrn. Palteau in Frankreich neu=erfundenen Art, hölzerne Bienenstöcke zu bauen, und Erzählung der Vorzüge derselben vor den strohernen Körben, st. im 14 Th. der Oecon. physical. Abhandl. S. 371--384.

Sächsischer Bienenvater, oder des Hrn. Palteau, von Metz, neue Bauart hölzerner Bienenstöcke, nebst der Kunst, die Bienen zu warten, und einer Naturgeschichte dieser Insekten. Aus dem Französ. übersetzt, und als ein praktisches Bienenbuch für Bienenfreunde und Hausväter hiesiger Lande, mit nützl. Anmerkungen und vieljährigen neuen Erfahrungen vermehrt, her<4, 614>ausgegeben von Adam Gottlob Schirach, mit einer Vorrede Hrn. D. und Prof. Schrebers, und 8 Kupferpl. Leipz. und Zittau, 1766, 8. 2. A. 3 B.

Memoite sur quelques inconveniens au fujet de la nouvelle construction des ruches de bois inventée par Mr. PALTEAU, st. im Nouvelliste oecon. & litter. To. XXIX, pour les mois de Avr. Mai & Juin 1759, S. 137--142.

Eine gewisse Dame in der Schweiz, Madame Vicat, gebohrne von Cürtas, Gemahlin des Herrn Vicat, Professors zu Lausanne, hat die Palteauschen Stöcke sehr verbessert, und, nach unserer Landesart zu reden, aus dem Palteauschen Ständer einen Läger gemacht, der etwas wohlfeiler zu verfertigen ist, und eben dieselben Dienste leistet. Der Vicatsche Kasten wird auch die Schweizerische Commode genannt. Man findet die Beschreibung davon in den Mémoires & Observations recueillies par la Societé Oecon. de Berne, Année 1764, P. 1, S. 95 fgg. und im 1 St. der Abhandl. und Beobacht. der ökonom. Gesellsch. zu Bern, a. d. J. 1764, S. 109, fgg. Sie schreibt: „ Die Unbequemlichkeiten, die bei des Herrn Palteau Bienenstöcken sich ereignen, zu vermeiden, ist mir eingefallen, eine andere Art verfertigen zu laßen, die, indem sie die Vorzüge dieser behält, den Mängeln derselben ausweicht. Ich behalte für meinen Bienenbehälter” (denn so nennet sie allemahl den Bienenstock) „ den Tisch des Hrn. Palteau, der sehr geschickt ist, die Wohnung der Bienen zu säubern, und von den Motten zu reinigen. Aber anstatt diesen Tisch von Eichenholz zu machen, welches ein kaltes Holz ist, und auf welchem die Bienen, die dem Umfallen unterworfen sind, todt bleiben können, habe ich das Tannenholz vorgezogen. Mein Tisch hält 2 Fuß, 11 Zoll, in der Länge, und 15 Zoll in der Breite. Das Brett, daraus er gemacht ist, hält 3 Zoll in der Dicke, und ist auf den Seiten der Länge nach abgeschärft, und dünner, gleich einem Linial. Dieses giebt also dem Tisch in der Mitten eine Erhöhung, welche die Bienen beim Regenwetter vor <4, 615> der Feuchtigkeit bewahret. Der erste Falz oder Einschnitt dienet, den Bienenbehälter, der in denselben passet, vest zu machen. Der zweite stehet etwas niedriger in der Dichte des Tisches, und wird von den Seiten des vordern und hintern Theiles des Tisches fortgesetzt. Dieser zweite Einschnitt oder Kerbe dienet, das Ueberkleid oder Gehäuse zu bevestigen, welches den Behälter decken soll. In der Mitten des Tisches ist ein Loch von 8 Zoll ins Gevierte, welches mit einem Schieber verschlossen werden kann, der unten an dem Tische in Falzen läuft, die in der Dicke des Tisches eingeschnitten sind. Dieser Schieber hat selbst ein Loch von 4 Zoll ins Gevierte. Auf diesem Loche ist ein durchlöchertes Blech vestgemacht, wie an einer Gießkanne. Dieses durchlöcherte Blech dienet, den Bienen während der großen Hitze frische Luft zu geben. Für den Winter und die kalten Herbstnächte aber mus man einen andern Schieber von Tannenholz haben, der der Luft keinen Eingang verstattet. Diesen Tisch stellet man auf vier Füße, so hoch, daß man die Bienen gemächlich von unten besichtigen kann. Damit die Bienen vorn einen Raum zum Ruhen haben, so mus der Tisch vornher ein paar Zoll vor dem äussern Gehäuse, in Gestallt eines Halbcirculs, hinausgehen.

Der Behälter selbst bestehet aus 4 Abtheilungen oder Kammern. Man kann solchen auch nur in 2 oder 3 eintheilen. Jede ist aus 3 Stücken von Tannenholz zusammengesetzt, die 7 Linien in der Dicke haben. Die 2 Seitenwände haben jede 11 Zoll in der Höhe, und 7 1/2 in der Breite, und sind mit einem Adlerschwanz*

Ein Adlerschwanz ist die Art der Einfalzung oder Fuge, der sich die Tischler beim Zusammenfugen bedienen. In Ober=Teutschland nennet man es einen Schwalbenschwanz, vermuthlich darum, weil die Schwalben bei uns bekannter sind, ald die Adler.

an dem untern Theile bevestigt, der oben zwischen beiden Seitenwänden nur 7 Zoll Abstand macht, indem diesel<4, 616>ben unten 10 Zoll von einander abstehen. Sie werden in dieser Entfernung vermittelst eines Stabes gehalten, der auch zugleich dazu dient, dem Behälter mehrere Vestigkeit zu geben. Dieser Stab kommt 2 Zoll von dem Boden zu stehen. In der Mitte der Seitenwände setzt man einen andern Stab, fast zu oberst an jeder Zelle oder Kammer, 1 Zoll weit von dem obern Theile. Diese Zellen und Kammern gehen nicht in einander hinein, sondern sie passen nur auf einander, damit man desto leichter nach Belieben einen Theil des Behälters von dem andern losmachen könne. Auch halten die sämmtlichen Kammern nur vermittelst kleiner hölzerner oder eiserner Stäbe, welche sie umgeben, an einander vest. Diese kleine Stäbe gehen durch die auf jeder Seite befindlichen hölzernen Ringe. Jeder dieser 2 Stäbe ist an seinem Ende mit einem Loch versehen, durch welches ein eiserner Drath gehet, der beide Enden zusammenhält, und also die hintere Thüre verschlüßet. Die vordere Thüre wird vermittelst 2 kleiner Schraubmütterchen bevestigt, in denen die Schrauben laufen, die sich an den beiden Enden der hölzernen Stäbchen befinden. Auf diese Weise kann man die Kammern zumachen, und sie tragen wohin man will. Diese beide Thüren passen auf die Oeffnung der Kammern, und stehen nirgends weiter heraus. Der untere Theil der Thüren ist dergestallt abgeschnitten, daß er auf den erhabensten Theil des Tisches zwischen beiden Falzen, in welchen das Gehäuse zu stehen kommt, passet. Deshalb müssen die zwo Seiten der Thüren etwas länger seyn; nehmlich die zwo Seiten, welche auf die Falzen des Tisches hinunter gehen, müssen mit den Seiten der Kammern hinunter gehen, daß sie wohl schlüßen, und sich wohl auf den Tisch und die ersten Falzen schicken. Man hat für schicklicher befunden, den untern Theil der Thüre also auszuschweifen, damit man das Gehäuse auf dem Tisch hin und her schieben könne. Unten an jeder Thüre befindet sich eine Oeffnung, die <4, 617> 12 Lin. in die Höhe, und oben 15, unten aber 11, in der Breite hat, welche den Bienen zum Eingang oder Flugloch dienet. Die Oeffnung der Hinterthüre soll gewöhnlich mit einem Zapfen von Pantoffelholz zugemacht seyn. Diese Behälter haben unten mehr Raum, als oben. Drei Kammern können so viele Waben halten, als ein Strohkorb; und folglich hält ein Behälter von 4 Kammern 1/3 mehr, als ein geraumiger Strohkorb, welches für einen guten Bienenflug nicht zuviel ist. Die Bienen arbeiten mit mehrerm Fleiße, wenn sie viel leeren Raum vor sich haben. Es ist also vortheilhaft, ihnen mehr Raum zu geben, wenn sie den Behälter angefüllt haben; und dieses kann vermittelst dieser Behälter sehr gut geschehen, ohne ihnen Eier oder Waben wegzunehmen. Der Tisch ist also gemacht, daß 4 Zellen oder Kammern darauf stehen können, die man durch ein Uebergehäuse, das unten offen ist, einschlüßen kann. Solches ist von Tannenholz gemacht, welches 7 Zoll in der Dicke hat. Die eine Seitenwand dieses Aussenghäuses hat 13 Zoll in die Höhe, und die andere 17, so daß es oben eine Böschung hat, wie ein Dach, damit der Regen gemächlich ablaufen könne. An dem einen Ende desselben macht man gegen den Mund des Behälters eine Oeffnung, auf welche man einen Quadrant von Blech bevestiget, welcher zu allem dem Gebrauche dienet, den Herr Palteau beschreibet. Meine Behälter können auch, nach Belieben, mit wenigen Unkosten mit Glasfenstern versehen werden. Man darf zu diesem Behuf an zwo Kammern, in der vordern und hintern, nur eine Glasscheibe einsenken, welches von oben, vermittelst eines kleinen Falzes inwendig der Kammer, geschehen kann. Diese Falzen müssen nach der Dicke des Glases gemacht, und unten, vermittelst 2 kleiner Nägel, vestgemacht werden. Man mus aber bemerken, daß die vordere Glasscheibe nicht bis an den Tisch hinunter gehe, sondern daß zwischen beiden ein Raum von ei<4, 618>nigen Linien übrig bleibe, damit die Bienen einen freien Ausgang haben. Will man Gebrauch von dem Thermometer machen, so ist es leicht, an dem obern Theile der Zelle oder Kammer, in der Mitte des Behälters, ein Loch anzubringen, in welches ein hohler Cylinder hineingehe, der groß genug sey, daß die Kugel des Thermometers darinn Raum habe. Diesen Cylinder kann man von Holz machen. Weil aber das Holz aufschwillt, so ist es besser, denselben von Stroh zu machen, nicht aber von Carten oder Papier, weil die Bienen ihn zerreißen könnten. Unten mus er zugemacht seyn, und bis auf das untere Stänglein hinunter gehen; oben in der Zelle aber, wo der Cylinder ist, mus sich keins befinden, und der Cylinder mus oben mit einem Zapfen von Pantoffelholz verschlossen werden.

Die Bienen aus einem Behälter oder Korbe in eine solche hölzerne Kammer zu versetzen, mus der obere Theil einer Kammer so gemacht werden, daß man denselben leicht wegnehmen könne. Ist derselbe weg, so hat die Zelle oben eine große Oeffnung, auf welche man die Oeffnung des Korbes richtet, den man leeren will.

Für diejenigen, die ihre Bienen alle in einem Bienenhäuschen haben wollen, und die allzugroßen Kosten scheuen, können diese Behälter wohlfeiler eingerichtet werden, und dennoch nützlicher seyn, als die Strohkörbe. In dieser Absicht macht man weder einen Tisch, noch äussere Gehäuse; alsdenn aber müssen die Zellen von dichterm Holze seyn, damit die Bienen so viele Wärme haben, als in den Strohkörben. Diese Zellen können zusammen bevestiget werden, wie die ersten, oder auf eine andere gleichgültige Weise. Man kann sie auf Bretter stellen, wie die von Stroh. Man kann dieselben auch dauerhafter machen, wenn man sie mit einer Oelfarbe anstreichet.

Aus diesen Behältern ist es leicht, den Honig herauszunehmen. Man kann im October eine Abtheilung <4, 619> oder Kammer von vorn, und vieleicht auch eine andere von hinten ausschneiden, nachdem jede mehr oder weniger angefüllt ist. Macht man diese Arbeit zu dieser Zeit, so kann man desto gewisser seyn, keine Eier wegzunehmen: Ehe man eine Honigwabe ausschneidet, mus man Acht haben, ob sie wohl angefüllt ist. Es könnte sich auch ereignen, (wiewohl es selten geschiehet) daß die Waben queer nach der Tiefe des Korbes stehen, und nicht nach der Länge. Stehen die Waben gerade nach der Länge von einer Thüre zu der andern, so kann man eine Kammer ausschneiden; stehen sie aber in die Queer, so mus man erst eine Wabe nach der andern lösen, ehe man die Kammer von dem übrigen Gehäuse oder Behälter absondert. Den Honig und das Wachs zu nehmen, hat man also nicht nöthig, die Bienen zu ersticken; und indem man solches ausschneidet, macht man keinen leeren Raum, wie in den Strohkörben, welches oft die Ursache ist, daß die Bienen vor Frost sterben, oder eine so große Anzahl derselben zu Grunde gehet, daß man sich der Schwärme beraubet, die man sonst zu hoffen gehabt hätte. Die Bienen werden sich auch alle Jahre erneuern, wenn man ihnen jezuweilen im Frühling eine leere Kammer wieder vorsetzt. Man mus aber aufmerksam seyn, den Bienen nur soviel leeren Raum zu geben, der mit der Anzahl der Bienen, die sich in dem Behälter befinden, im Verhältniß stehe. Diejenigen, die den Winter über schwach geworden, haben nicht nöthig, daß man ihnen im Frühling so bald einen leeren Raum vorzeige. Man kann warten, bis sie wieder bevölkert sind, und hauptsächlich, bis die Nächte nicht mehr so kalt sind. Will man eine Kammer wegnehmen, die voll Honig ist, so löset man zuerst die Schrauben, damit die Stäbchen hervorgeschoben werden können. Man macht dieselben in den Wänden des Behälters vermittelst eines Nagels auf jeder Seite vest. Man kann auch 2 Nägel in die Löcher thun, welche die eisernen Stäbchen halten. <4, 620> Diese Nägel halten die Stäbchen an der zweiten Kammer zurück, die zunächst an derjenigen stehet, die man ausschneiden will. Zween andere Nägel, die man vorn in die Stäbchen stecket, halten die Kammern vest zusammen, die man nicht berühren will, und welche man keinesweges beunruhigen soll. Ist dieses geschehen, so nimmt man den Zapfen weg, der die Mündung der hintern Thüre verschlüßet. Durch diese Oeffnung läßt man den Rauch von einem angezündeten Stück Leinwand hineingehen. Sobald dieser Rauch seine Wirkung auf die Bienen gethan hat, so macht man mit einer Scheere die Kammer, die man ausschneiden will, sacht und dergestallt von der benachbarten los, daß ein eiserner Drath zwischen denselben durchgehen kann. Man zwingt diesen Drath, wie eine Säge, von oben bis unten durchzudringen, und schneidet also die Waben durch, ohne daß die Bienen beunruhiget werden. Nachher nimmt man die Kammern weg, und thut die Thüre wieder an ihre Stelle, die übrigen Zellen zu verschlüßen. Während dieser ganzen Arbeit mus man den Rauch unterhalten. Ist man aufmerksam, diejenige Stunde darzu zu wählen, da die meisten Bienen im Felde sind, so verliert man vieleicht nicht Eine derselben. Die Bienen=Häuschen, die ganz frei stehen, sind für diese Behälter von ungleich großer Bequemlichkeit. Man kann dabei auf den Ausflug der jungen Schwärme besser Acht haben, wenn sie beisammen stehen. Man kann sie auch im Winter mit minderer Mühe warm halten. Hingegen ist es leichter, einen schlechten Korb zu besorgen, wenn er allein ist ”.

Eine Abbildung dieses von Madame Vicat erfundenen, und bisher beschriebenen Bienenkasten oder Behälters, findet man PfeiliconFig. 206, bis 212. Und zwar zeiget PfeiliconFig. 206, A B C D, den Kasten oder Behälter, mit seinen 4 zusammengefügten Kammern, a a a a, liegend. E E, sind die Stäbe, durch welche diese Kammern verbunden werden. F F bezeichnen den vordern und hintern Theil des Behälters. G, die vordere Mündung, <4, 621> oder das Flugloch. bb, ist der Grund oder Boden der Kammern, inwendig betrachtet. c c, sind die Kerben, welche dazu dienen, den Behälter in die Falzen des Tisches ( PfeiliconFig 208) vestzumachen. d d, sind die Stäbe, welche die Waben vesthalten sollen. Ihrer sind acht, zween für jede Kammer, und stehen der Länge nach. e e, sind 2 Schraubenmütter, die, der Länge der Stange E E nach, beweglich sind, und dienen, die Kammern vest zu machen. f f f f, sind hölzerne Ringe, durch welche die Schrauben der Stange gehen.

PfeiliconFig. 207, stellet eine dieser Zellen oder Kammern einzeln vor. Die Theile derselben sind mit eben den Buchstaben, wie in PfeiliconFig. 206, bezeichnet; nehmlich a a, die Seitenwände; b, der Boden; d, die Stäbchen; und f, der hölzerne Ring.

PfeiliconFig. 208, ist der Tisch des Kasten oder Behälters von oben, A B C D. E ist der hintere Theil desselben. F F sind die Kerben oder Falzen unten an demselben, in welche die Füße zu stehen kommen, die man an den Tisch annagelt. G sind die Hohlkehlen, in denen die Schublade läuft, die in der Pfeilicon210ten Figur vorgestellt ist b b, Falzen, die in den Kerben c c ( PfeiliconFig. 206) hineingehen; a a, Falzen, darein das äussere Gehäuse, welches PfeiliconFig. 212 vorgestellt wird, zu stehen kommt c c, ist die Oeffnung des Tisches an dem Behälter, denselben zu besichtigen, und vermittelst der Schieblade, PfeiliconFig. 210, auszuputzen.

PfeiliconFig. 209, ist der Tisch A B C D von unten. E ist der vordere Theil. F F, die Kerben oder Falzen der Pfeiliconvorhergehenden Figur. G, ist dieselbe Falze, wie in der Pfeilicon208 Figur, und c c die gleiche Oeffnung, wie die Pfeiliconvorhergehende Figur vorstellet.

PfeiliconFig. 210, stellet die Schieblade des Tisches vor, die mit A bezeichnet ist. B B ist ein durchlöchertes Blech, welches dienet, den Bienen von unten Luft zu machen. a, ist die Handhabe dieser Schieblade; b b, sind die Leisten, vermittelst deren die Schieblade in den Fugen G der Pfeilicon208 und Pfeilicon209ten Figur läuft.

PfeiliconFig. 211. A B ist der ganze Behälter aus seinen 4 Kammern, a a b b, bestehend; seine Schraubstäbe E E; sein Tisch, a b c d, dessen Vordertheil mit E bezeichnet ist; gleichwie der vordere Theil des Behälters mit F, und dessen Mündung mit G. Die Falzen des Tisches sind mit gleichen Buchstaben a a b b, wie in der Pfeiliconvorhergehenden Figur, bezeichnet. Endlich seine vier Füße f f, die an ihre Leisten, zu beiden Seiten der Kerbe g. in welche die Schieblade PfeiliconFig. 210 zu stehen kommt, angenagelt sind. <4, 622>

PfeiliconFig. 212, ist das Gehäuse des Kastens, mit seiner Scheibe oder Quadranten versehen, dessen Theil e durchlöchert, f gänzlich offen, gg in kleine Bögen ausgeschnitten, d ganz, und darzu bestimmt ist, die Oeffnung G der Pfeiliconvorhergehenden Figur in der kalten Jahrszeit zuzuschlüßen.

Ich komme nunmehr auf die Beschreibung des Wildmannischen Kastens, welcher, wenn man das innere Gestelle zusammenhält, dem Geddeschen sehr gleich kommt. Es hat derselbe allerdings seinen Nutzen, seine Bequemlichkeit, und äussere Zierlichkeit; nur für den Landmann dürfte er zu gekünstelt, zu mühsam und zu kostbar seyn. Hr. Wildmann, in seiner aus dem Engl. übersetzten Abhandl. von der Wartung der Bienen, Lpz. 1769, gr. 8. schreibt: „ Bei der Zusammensetzung meiner Kasten habe ich eben die Vortheile vor Augen gehabt, so die Schriftsteller, welche die Kasten bisher empfohlen haben, zu erhalten gesucht, nehmlich die Zierde, die Leichtigkeit und Bequemlichkeit, Honig und Wachs daraus zu nehmen. In Ansehung des leztern hoffe ich, es werde mein viereckiger Kasten, PfeiliconFig. 213, vor jener ihren den Vorzug verdienen, gleichwie er ihnen in Verschaffung desjenigen Vergnügens, das man mittelst angebrachter Fenster erhält, wenigstens gleich gehen wird. Ich glaube hiernächst auch, daß durch die weitläuftigern Kasten, PfeiliconFig. 215, die Absicht der gläsernen Stöcke wenigstens eben so gut, wo nicht noch besser, erreicht werde; denn mittelst derselben werden nicht allein die Arbeitsbienen, sondern auch die Königinn selbst, dem Gesichte und Beschauen des Besitzers, so oft es ihm beliebt, dargestellet.

Der doppelte viereckige Kasten, PfeiliconFig. 213, welcher also gemacht ist, daß er in 2 Theile abgesondert werden kann, ist 8 1/2 Zoll hoch, und 10 Zoll ins Gevierte. Er bestehet aus einem Gestelle mit Thüren, a a, an 3 Seiten; denn der vordere Theil hat einen Deckel b, der in Zapfenbändern hängt, und vorwerts durch ein Schloß <4, 623> bevestigt wird. Die beweglichen Gestelle, worinnen die Bienen ihre Scheiben bauen, PfeiliconFig. 214, c c, sind 3 1/4 Zoll dick, 8 Zoll weit, und 8 1/2 Zoll in der Tiefe. Jedes dieser Fache oder Gestelle hat 4 Schieber, d d d d, PfeiliconFig. 213, 1 Zoll weit, und 1/2 Zoll abstehend, um die Bienen zu verhindern, ihre Scheiben bis an das Glas fortzusetzen, als welches deren Herausbringung schwer machen würde. In der Mitte ist eine völlige Abtheilung e, um den Kasten zu bevestigen, in dexen Mitte ein Unterscheid von 1/2 Zoll befindlich, um den Bienen einen leichten Durchgang zu verschaffen; und dergleichen Durchgänge sind auch zwei in dem Boden, um den Bienen einen freien Durchgang von dem einen in den andern Kasten zu gewähren. Denn dieser Kasten stehet auf einem untern, welcher, anstatt der Schieber, die Scheiben zusammen zu halten, 6 Stäbe hat, an welche die Bienen in diesem untern Kasten die Scheiben hängen. Beide Kasten werden mittelst einer Haspe an einander bevestigt. Der untere Kasten hat 3 Thüren, wie der obere, und in jeder Thüre ist eine Glasscheibe in kleinen Rahmenstücken angebracht, welche leicht herausgezogen werden kann, wenn es nöthig ist, sie herauszunehmen. Zwischen dem obern und untern Kasten, ist ein Schieber f, welcher eingeschoben wird, wenn die Gestelle mit den Scheiben aus dem obern Kasten gehohlt werden, oder man den obern Kasten verändern oder umtauschen will. Ein gleicher Schieber, g, befindet sich unten auf dem Boden.

Der Kasten, PfeiliconFig. 215, bestehet eigentlich aus drei Kasten, die in Zapfenbändern hangen, und durch Haaken und Haspen an einander bevestiget werden. Wenn sie vereinigt sind, sind sie 22 Zoll hoch, 18 dick, und 12 weit; und sehen aus, wie eine von der Abtheilung, PfeiliconFig. 215. Diese Kasten sind in 2 abgesonderte Gemächer für die Bienen abgetheilt, a b. In dem obersten Gemache ist ein Gestelle, auf eben die Art beschaffen, <4, 624> und zu eben der Absicht, wie in den andern Kasten. In jedem Gemach sind 2, mit Thüren cc bedeckte, Gläser, den Glanz des Lichts abzuhalten, wenn sie aufgemacht werden. Jeder dieser Kasten hat einen Deckel d, der in einer Falze läuft, um herausgezogen zu werden, wenn das Gestelle mit den Scheiben herausgenommen wird. Auch ist in diesem Kasten, wie in dem vorhergehenden, ein Schieber e, welcher zwischen den obern und untern Gemächern in einer Falze läuft; und ein gleicher Schieber auf dem Boden f, um den Stock von den todten Bienen, und anderm Unrathe, der ihnen schädlich seyn könnte, zu reinigen. Jeder Kasten hat eine Oeffnung oder Thüre auf dem Boden, g g g, wie auch in der Abtheilung, so die Kasten absondert, 1/2 Zoll hoch, und 4 Zoll lang, um den Bienen von und nach dem Felde einen freiern Durchgang zu verschaffen, und sie in Stand zu setzen, ihre Arbeit ungehindert anzutreten. Vor jeder Thüre, die Kasten mögen nun in ihrem abgesonderten oder einzelnen Zustande seyn, mus sich ein halbrund geschnittenes Ruhebrett befinden, welches zwey Stücke Drath in sich hat, die sich zu den in dem Kasten zur Bevestigung befindlichen Löchern schicken. Den Giebeln auf den Kasten, h h h, kann der Besitzer diejenige Gestallt geben, die ihm am beliebigsten ist.

Damit sich die Beschreibung aller Wildmannischen Werkzeuge beisammen befinde, so will ich hier noch ein Instrument hinzufügen, das zur Fütterung der Bienen sehr bequem ist. Der Honig ist eine so durchdringende Substanz, daß keine Zusammenfügung so vest gemacht werden kann, durch die es nicht dringen sollte. Es mus daher ein Gefäß, PfeiliconFig. 216, aus hartem Holz ausgedrehet werden, um den Futterhonig hineinzuthun, wenn dergleichen den Bienen zu reichen nöthig ist. Das Gefäß a selbst kann im Diameter 9 Zoll halten, und 2 1/2 Zoll tief seyn. An der einen Seite ist ein Stück ausgeschnitten, um ein Tröglein b hineinzubringen, <4, 625> welches 4 Zoll breit, und 1 Zoll in der inwendigen Seite des ausgedreheten Gefäßes lang; die Oeffnung für die vom Stocke sich zu dem Honig begebenden Bienen, ist 1/2 Zoll hoch. Der Deckel mus aus eben dem Holze gedreht, und durch eine Falzleiste c im Deckel bevestiget werden. In der Mitte des Deckels ist ein Loch d, um sehen zu können, ob der Honig aufgezehrt ist. In diesem Loche befindet sich eine Glasscheibe, mit einem darauf passenden Deckel, von der Dimension des Lochs.*

Diese Art von Futternäpfchen hat sehr viel Nützliches. Wenn man auch keine Scheibe, welche für den Landmann zu künstlich ist, anbringen wollte, sondern nur einen bloßen Deckel: so ist es doch einer besondern Empfehlung würdig. Man erspahret dadurch das öftere Aufheben der Körbe, und Aufmachen der Holzbeuten.

Die Kasten und alle Theile derselben, werden von rothem Cedernholz verfertigt, als dessen Geruch den Bienen angenehm ist; nicht zu gedenken, daß ihm auch sonst keine Sorte von Holz an Trockenheit und Wärme gleichkommt.

Beschreibung eines immerwährenden Bienenstocks, von 3 Theilen, in welchem die Bienen vom Schwärmen abgehalten, und zum beständigen Arbeiten gezwungen werden, st. im 6 St. des II Jahrg. der Wienerschen ökonom. Sammlungen, a. d. J. 1768, Wien, gr. 8. S. 523--531.

Zu den neuern Arten des Ablegens gehört zuvörderst die von Hrn. Schirach erfundene dreifache Art, Ableger zu machen, die aber ziemlich auf Eins hinauskommt. Man macht nehmlich 1) Ableger durch gewisse dazu präparirte Brutkästchen, wodurch man Schwärme in den Wohnstuben bekommen kann; 2) man macht sie sofort im Stock; 3) man spielt den Bienen einen kleinen Betrug, und zwingt sie dadurch wider Vermuthen, neue Colonisten zu werden.

1. Zu den Ablegern in Kästchen, läßt man sich zuvörderst ein ordentliches längliches Kästchen von trocknen Tannen=Linden= oder fichtenen starken Tischlerbret<4, 626>tern machen, siehe PfeiliconFig. 217. Die Seitenbretter an den langen Seiten können ungefähr 2 Leipziger Fuß, weniger 1 Zoll, lang seyn. Natürlicherweise mus der Boden und der Deckel auch so lang seyn. Die Seitenbretter an den Enden richten sich nach der Breite und Höhe der Seitenbretter, und diese Breite kann 1/2 Fuß, die Höhe aber sammt dem Deckel, 1 Fuß betragen. Von a bis b ist die Länge; von a bis c die Höhe; und von b bis d die Breite. Der Deckel o o o o o mus auf die Mündung des Kastens genau passen, so daß man die Seitenbretter damit bedecket. In diesen Deckel mus in der Mitten ein viereckiges Loch, im Quadrat von 4 bis 5 Zollen, g, eingeschnitten, und ein durchlöchertes Blech oder Siebchen vest angenagelt seyn, damit der Hauch und Broden der Bienen daselbst hinausgehe; und damit dieser Broden, während der Brutzeit, den Deckel nicht krumm ziehe, so müssen an den langen Seitenbrettern 4 Säulen horizontal angeschlagen, an den 4 herausragenden Enden durchbohrt, und mit 2 Schiebern oder Keilen verriegelt werden. g ist das oberste Luftloch; h h h h, sind die hervorragenden Säulchen, in welche die 2 Keile geschoben sind. Die 2 vordersten Säulchen sind abgezeichnet; die hintern kann man nicht ganz sehen. In den Deckel bohret man noch ein Loch, und vermacht es mit einem Kork oder Pflock, damit man den Bienen, benöthigtenfalls, Honig hineinflößen könne. Das Luftloch macht man in das eine lange Seitenbrett, so groß als das oberste, und nagelt ebenfalls ein löcherigt Blech oder Sieb davor; siehe e. Das Flugloch kann man unten in das vordere Seitenbrett einschneiden laßen, und bis zum Gebrauch mit einem Stuckchen Holz zumachen; siehe f. Man macht es 1 1/2 Zoll breit, und 1/2 Zoll hoch. Will man noch ein kleines Flugbrettchen oder eine Flugschiene dazu anschlagen, so wird es den Bienen sehr zuträglich seyn; siehe l. Diese Art von Kästchen ist die gemeinste. Man <4, 627> hat aber noch eine, die zwar in dem Maaße, und in allen wesentlichen Stücken mit der iztbeschriebenen einerlei ist, nur mit dem Unterscheid, daß in der Mitten des Kästchens, das einem Ständer gleichet, glatte starke Stäbe von Holz, auf welche man die Brut setzet, in die Queer an einander vestgesteckt sind, damit unter diesen der Honig zu stehen komme; daß das eine Luftloch in der Decke angebracht, und das andere Luft= und Flugloch ebenfalls in dem Deckel befindlich ist; ferner, daß hier das unterste Luftloch e als ein Schieber gebraucht wird, benöthigtenfalls ein Futterkästchen darein zu stoßen. Dieser Deckel wird mit 4 Pflöcken, die man herausziehen kann, vest angesteckt. Der Vortheil dieser leztern Art vor jener ist dieser, daß bei diesen leztern die Bienen in ihrem Neste gereinigt sitzen können, weil alles Unreine durch die Stäbe fällt.

PfeiliconFig. 218, stellt einen solchen Kasten, aber stehend, nach Art der Ständer, vor, woran der Deckel oder die Thüre mit hölzernen oder eisernen Nägeln, die man bequem herausziehen kann, vestgemacht ist. n n n n n, zeiget die Nägel. e und g, sind die Fluglöcher, über welche ein durchlöchert Blech oder Drathsieb genagelt ist, 6, 7 bis 8 Zoll breit. f, das Flugloch sammt dem Flugbrettchen. Von a bis b, ist 2 Leipziger Fuß; kann auch höher seyn. Von b bis c, 1 Fuß. Von c bis d, auch 1 Fuß. Beides kann einige Zoll größer seyn.

PfeiliconFig. 219, stellt eben dasselbe wie ein Ständer gemachte Kästchen, von vorn offen, vor, damit man die darinnen angebrachten Queerhölzer sehen kann, worauf die Brutscheiben zu stehen kommen. h h h h h h h sind die Queerhölzer; g, das obere Luftloch; e f, der Falz, worein die Hölzer gesteckt sind.

Diese Brut=Kästchen haben nachher schöne Verbesserungen, theils von Hrn. Reich, theils vom Verfasser selbst, erhalten. Das Wesentliche der Verbesserung kommt auf 2 Stücke an. 1) Hat Herr Reich den Deckel, der sonst in Einem Stücke bestand, in 2 Theile getheilt. Statt dessen, daß Hr. Schirach Luftbleche hatte, hat Jener den ganzen Deckel mit kleinen Löchern versehen. Man hat aber in der Folge gefunden, daß die Löcher im Holze <4, 628> durch den Broden zufallen, und daß also die Bleche, zumahl wenn sie von dräthernen Sieben gemacht werden, vorzüglicher seyn, um den Bienen recht viel Zugluft zu verschaffen. Die große Hälfte des Deckels beträgt 2 Theile desselben; die kleinere aber nur 1 Theil. Der daraus entstehende Vortheil soll dieser seyn: Wenn die gehörigen Bruttafeln, die zu einem Schwarm erfordert werden, in Kasten eingesetzt sind, und man hat noch nicht gehörige Bienen zur Ausbrütung derselben darinnen, so wird nur der kleinere Deckel aufgemacht, und die auf einer leeren Scheibe befindlichen Bienen in den Kasten mit einem Flederwisch abgekehrt. Jene, die bereits drinnen sind, halten sich indeß in dem andern finstern Theile auf, und fliegen solchergestallt nicht so geschwind heraus, als wenn der ganze Deckel geöffnet werden müßte. Diese aber, die erst hineinkommen sollen, gehen desto williger in den Brutkasten, da sie das Summen derer bereits vorhandenen hören. Nur ist zu merken, daß das kleinere Kästchen zur Erzeugung junger Weisel keinen getheilten Deckel hat. Die übrige Verbesserung bestehet in zwo auf dem Boden geschickt angebrachten Schwellen, in welchen so viele Spillen stecken, als man Bruttafeln und Honigkuchen einzusetzen willens ist. Die Spillen gehen nicht bis an den Deckel, sondern bis an die Mitte des Kästchens, und sind so weit auseinander gestellt, als die gewöhnliche Größe der Bruttafeln ist. Der Nutzen hiervon ist dieser: Da die Bienen nichts weniger, als die Unsauberkeit vertragen können, so können sie, nach erhaltenem Fluge sich von dem Gemülle und übrigen Unrath, welcher unter die Schwellen fällt, desto bequemer reinigen; denn die Tafeln ruhen auf den Schwellen, und stehen etwa 1 Zoll vom Boden erhaben. Ferner dienen die Spillen darzu, daß die Bruttafeln bei mannigfaltiger Bewegung des Kastens, in ihrer einmahl gesetzten Ordnung und Lage verbleiben müssen; denn wie leicht fallen sonst die Bruttafeln zusammen. Ferner kön<4, 629>nen die Bienen alle Seiten der Bruttafeln belegen, da sie durch die Spillen stets aus einander gehalten werden. Diese Schwellen sind am Boden nicht angenagelt, sondern auf eine schickliche Art eingesetzt, daß sie vest stehen; denn in die 4 Säulchen, auf welchen die 2 Schwellen ruhen, bohret man ein Loch, und dieses steckt man an einen im Boden vestgemachten hölzernen Nagel. Sie können also bei Einsetzung des Schwarms abgehoben, und die auf dem Boden annoch zurückgebliebenen Bienen füglich herausgekehrt werden. PfeiliconFig 220, stellet einen solchen Rechen, jedoch kleiner, vor, als er seyn sollte. Er mus allemahl dem innern Raum des Kastens gemäß seyn. b b sind zwo 1 Zoll dicke Schwellen, die auf vier Säulchen c c c c und schmalen Schwellen ruhen. Jene Schwellen sind ungefähr 1 1/2 Fuß lang, und richten sich nach der Länge des Kastens; so wie die queerliegenden, nach der Breite desselben. Die in die Höhe gerade einander gegenüber stehenden Spillen, haben die Höhe von 6, 7 bis 8 Zoll, nachdem man große oder kleine Bruttafeln einsetzen will, und der Kasten hoch ist. Die dritte Verbesserung bestehet in einem am Boden des Kastens angebrachten und einzuschiebenden Futter=Kästchen, k k, PfeiliconFig. 217 und Pfeilicon218, den Bienen, im Fall man geseimten Honig füttern müßte, solchen daselbst hinein zu bringen. Das Weiselkästchen hat die zwo leztern Verbesserungen, die 2 Schwellen, und die auf die Spillen gesteckten Spillen, und das Futterkästchen, aber alles um 2 Theile kleiner, als der große Brutkasten.

An dergleichen Kästchen nun mus man so viele bereit halten, als man Ableger zu machen gedenket.

Manches Frühjahr ist wärmer, als das andere; und die im Mai oder April angesetzte Brut ist, nach Beschafsenheit der Wärme, im Stande, eher oder später auszulaufen. Mehrentheils geschiehet es in der ersten oder andern Woche des Maimonaths. Manche richten sich nach der Baumblüthe; denn obgleich die Bienen nicht viel aus der Baumblühte bekommen, so haben sie doch viele Stärkung daraus. Zu dieser Zeit mus man fleißig <4, 630> nach der Brut sehen, damit man das Auslaufen nicht verpasse. Wenn die Scheiben, die hinter der ersten stehen, voller zugespündeter Brut sind, so ist es am besten, diese Arbeit zu unternehmen, es sey wenn es will. Man verknüpft alsdenn das Zeideln mit diesem Ablegermachen. Man erwählet darzu einen schönen hellen Morgen, oder kühlen Nachmittag; denn der warme Mittag könnte, wegen des starken Honiggeruchs, viele fremde Bienen herbei locken, die in den Stock gerathen mögten. Wollen die fremden Bienen auf die Brut= und Honigscheiben dennoch fallen, und davon profitiren, so wird man desto weniger alte Bienen in die Kästchen zu thun nöthig haben. Die Kästchen werden sich getrost verschlüßen laßen.

Die Arbeit mit dem Ablegen geschiehet folgendermaßen. Hat man sich eine bequeme Zeit und einen schönen Tag ausgelesen, so nimmt man sich mit seinem Gehülfen vor, die Stöcke zu zeideln, und auch neue zu machen. Insgemein ist das leere Gewirke voran, die Brut mit untermengtem Honig folget, und alsdenn kommt lauter Honig. Man schneidet zuvörderst das leere Gewirke heraus; alsdenn nimmt man aus 2 oder 3 Stöcken, aus jedem 3, auch 4 Scheiben Brut, und setzt es in das dabei stehende Kästlein, auf die Schwellen zwischen die Spillen, die in der Verbesserung der Brut=Kasten angezeigt sind. Man setzt aber die Scheiben gerade so, wie sie im Stocke gehangen. Was man auf dem Boden des Lagerstockes, oder im Ständer an dem Brutbrett antrifft, das setzt man nunmehr auch auf den Boden, oder auf die Hölzer nach der andern Art von Kästchen, PfeiliconFig. 218. Insgemein nimmt man aus jedem, nach Proportion der Schwäche oder Stärke des Stockes, die gehörige Brut. Das Kästchen wird mehrentheils über halb voll. Zwischen jeder Brutscheibe macht der Gehülfe kleine Kugeln von leeren Wachs, wo keine Spillen sind, damit die Scheiben <4, 631> nicht zusammenfallen, sondern von den Bienen um und um bebrütet werden können. Hat man dieses vollgesetzt, so bedeckt man diese Scheiben mit einer Brut=Scheibe, welche dreierlei Brut gefaßt hat. Dieses ist insgemein in den vordersten Scheiben; und das sind die kleinen Eier, die erwachsenen größern Maden, und die zugespündeten Bienen, oder weißen Nymphen, wie sie Reaumür nennet. Daraus verfertigen sie alsdenn ihre Königinn, und hängen sie meistentheils an diese obengelegte Scheibe an. Die Bienen, die insgemein auf ihrer Brut begierig liegen, kehre man nicht in den alten Stock, sondern laße sie darauf ruhig liegen, weil man dadurch Bienen zum Brüten bekommt. Nur mus man sich äusserst in Acht nehmen, daß man alle Bienen auf den Brutscheiben betrachte, mit dem Finger durchrühre, und alles durchsuche, damit man den alten Weisel nicht etwa hineintrage. Siehet man aber, daß man nicht viel Bienen auf den Scheiben gehabt hat, so mus man noch aus jedem, oder auch aus 2 Stöcken, eine Handvoll Bienen ins Kästchen thun. Ehe man aber noch dieses thut, lege man ihnen auf die andere Seite des Kästchens Stücke ungeseimten Honigs, daß es ungefähr 1 oder 1/2 Kanne Honig austrägt, damit sie die Brutzeit überleben können. Hat man aber keinen ungeseimten Honig von denen alten übrig, so leget man leeres Wachs hinein, oder setzet ein Näpfchen unter das gebohrte Loch, damit man alsdenn alle 2 Tage mit dem Trichter reinen geseimten Honig darauf hineinlaufen lassen kann, (oder es wird beim Bau des Kästchens sofort ein Futterkasten angebracht,) den sie alsdenn in ihr Nest tragen, und davon zehren. Mancher Stock verzehret 1, auch 2 Kannen Honig, nachdem er stark oder schwach ist. Ist beides geschehen, die Brut und der Honig zugesetzt, und eine gehörige Menge alter Bienen hineingethan, so macht man das Kästchen zu, stößt die Riegel vest hinein, so daß keine heraus kann, und trägt sie, <4, 632> in seine Wohnstube, der damahligen kühlen Nächte wegen, wider welche sie die dünnen Bretter nicht schützen können. Die Stelle in der Wohnstube mus nicht beim warmen Ofen, sondern an einem wohl=temperirten Orte seyn. Sobald die Bienen sich von ihrem alten Heerführer getrennt, und ihrer Freiheit beraubt sehen, so geht es an ein Summen und Brummen. Bald wird unter ihnen eine jählinge Stille, bald aber wieder ein gewaltiges Getöse, welches zur Zeit des Schwärmens nicht größer seyn kann. Sie fangen sofort den ersten und andern Tag neue Weisel zu setzen an, um solche mit den jungen Bienen zugleich ausgebrütet zu haben. In 14 Tagen sind sie auch damit glücklich fertig. Alle junge Bienen laufen indeß durch ihre egale Wärme nebst 1, 2, 3, auch 9 Weiseln auf einmahl aus. Einen davon behalten sie; die andern werden von ihnen erbissen.

Bei dem Ablegen wird alle Drohnenbrut weggeworfen, denn die Drohnen nutzen dermahlen nichts in dem Kasten; die Mutterbiene wird, dem ungeachtet, neue Drohnenbrut ansetzen.

Nach 8 oder 9 Tagen werden endlich die Kästchen an einem warmen Mittag herausgetragen, und auf die Beuten, wo sie künftig wohnen sollen, gesetzt. Man macht alsdenn das Flugloch auf, da sodenn fast alle Bienen mit der größten Begierde herausgehen, und hin und her schwärmen werden, bis sie nach einer halben Stunde insgesammt zu ihren angesetzten Weiseln allmählig, und vielmahls mit Höschen beladen, zurück kommen. Diese Kästchen können alsdenn immer an ihrem Ort stehen bleiben, wenn keine gar zu kalte Nächte einfallen. Stellen sich aber diese ein, so trägt man sie des Abends in die Stube, oder bedecket sie draussen mit einer Matratze oder Tuch, wodurch das Auslaufen der Brut befördert wird.

Nach 13, 14 oder 15 Tagen, kann man einmahl Abends, wenn sich die Bienen recht gelagert haben, ins <4, 633> Kästchen sehen; daselbst wird man die angesetzten königlichen Zellen, oder Weiselhäusgen, PfeiliconFig. 221, ro, ro, bald gewahr werden. Sind sie gehörig ausgelaufen, (s. PfeiliconFig. 171), so kann man sie besetzen, sonst aber warte man noch ein paar Tage. Man kann es aber nicht nur aus dem Flug der Bienen ersehen, sondern auch daran erkennen, wenn sie bereits die unnöthigen Weisel todtgebissen vors Kästchen geschleppt haben. Je stärker die Bienen in dieses Kästchen eintragen, desto neuer und gewisser ist die Geburt der neuen Königinn. Man erwählt alsdenn wiederum einen Morgen, oder, noch besser, einen kühlen Abend, machet den Bienen, vermittelst eingebohrter Spießchen, in der Höhe am Haupt des Stocks, ein leeres Nest von reinen weißen Wachstafeln; kehret die Bienen von den Brutscheiben auf ein weißes Tuch, welches man vorn an die offene obere Beute vestgemacht hat, läßt die Bienen auf diesem weißen Tuche in den Stock laufen, suchet aber den Weisel, oder soviel deren sind, welches man an der Anzahl der angesetzten und ausgelaufenen Weiselhäusgen wissen kann; sperret alsdenn jeden in ein Weiselhäusgen, und leget solche, zur eigenen Auswahl für die Bienen, auf ein paar Tage im Stock dicht an das Nest. Oft werden sie diese Wahl schon im Kästchen angestellt, die andern erbissen und aus dem Kasten hinaus geschleppt haben. Man ist aber sicherer, daß der neue Schwarm nicht fortgehet, wenn man den Weisel 4, 6, oder 8 Tage in einem Weiselhäusgen eingesperrt erhält, ungeachtet sie auch Viele ohne dergleichen Gefängnis eintreiben; weil man aber Exempel hat, daß dem jungen Weisel und seinen Bienen der Stock nicht angestanden, und daß er in kurzem davon gezogen ist, so ist jenes rathsamer. Man reibt in dieser Absicht den Stock auch inwendig mit Melisse, oder andern Bienenkräutern, damit er ihnen desto gefälliger werde. Sie fangen hierauf ihre Wohnung sofort zu bauen an. Ereignete es sich aber, <4, 634> daß noch wenig Honignutzung für die Bienen im Felde wäre, so setzt man ihnen, einen Abend um den andern, geseimten und mit etwas Wasser vermischten Honig in Näpfchen hin. Das alte Gewirke, welches im Kästchen war, wird insgesammt unter das übrige Roß oder Wachs geworfen; denn, weil in den Rändern manchmahl einige erkaltete Brut bleibt, so dient dieser Unrath in neue Stöcke nicht. Man macht ihnen lieber von schönen weißen Tafeln ein Nest, um ihnen zu zeigen, wie sie bauen sollen. Man lehret sie lieber warm, als kalt, bauen.

Warm bauen heißt, wenn die Scheiben so angesetzt sind, daß immer eine der andern Vormauer für den Wind und für die Kälte ist. Kalt bauen ist, wenn die Scheiben nur etwas schief stehen, so daß der Wind dahinter kann.

Man hat angemerkt, je confuser das Gewirke in einander gebauet ist, desto besserer Art ist die Biene.

2. Die zweite Art der Bienenvermehrung ist, da man die Ableger sofort in den Beuten macht. Man setzet die Brutscheiben, nach eben dem Maaß, in eben der Ordnung, mit eben soviel Bienen, die man mit den Brutscheiben hinüber trägt, oder vermittelst eines großen Löffels hineinschüttelt, in die neue mit Gartenmelisse abgeriebene Beute. Dieses verrichtet man gegen Abend. Man vergißt das Futter auch nicht, vielweniger das Verschmieren der Beutenbretter, bis auf die Luftlöcher.

Ein gewisser sächsischer Bienenfreund hat uns sein Verfahren in dieser Art, in No. 16 des Lpz. Int. Bl. v. J. 1764, ziemlich deutlich beschrieben. Er sagt: Ich richte mir gleich einen lindenen oder fichtenen Stock, (vermuthlich meinet er einen Ständer von Brettern,) also zu: Ich mache in der Mitten des Stocks gleich unter den Fluglöchern einen Boden von einem Brettchen so glatt hinein, daß es recht hineinpasset, und keine Bienen durch können. Die Fluglöcher schlage ich mit einem durchlöcherten Blech zu. In der Mitten der Beute mache ich eiu Creuz, über dem Creuze aber ein Queerholz, daß ich also zwo Reihen Tafeln mit Brut <4, 635> bis aufs Creuz setzen kann. Unter dem Creuze mache ich wieder ein Queerholz, darauf ich den ungeseimten Honig setze. Endlich mache ich in das Hinterbrett am Stocke gleich unter das unterste Queerholz ein Loch, das mit einem Kästchen passet, welches mit geseimten Honig oder Honigwasser nach Nothdurft, unter dem untersten Queerholze hineinschieben, und nach Gefallen wieder herausnehmen kann, ohne dem Gewirke oder den Bienen dadurch Schaden zu thun, Nach einer Zeit von 14 Tagen, oder drey Wochen, wenn ich sehe, daß die Bienen ordentlich fliegen und tragen, nehme ich den mittelsten Boden durch die untere Beute im Stocke, welche schon so eingerichtet ist, daß ich ihn von unten herausbringen kann, heraus, und stöhre dadurch die obere Beute gar nicht. So bleiben auch die Bienen und Weisel in ihrer Ordnung und ungestöhrt. Denn, man kann schon am Fliegen sehen, wie stark sie fliegen oder tragen, und ob ihnen etwas mangelt oder nicht. Das andere Jahr, wenn ich zeidele, nehme ich die übrigen Queerhölzer wieder heraus, und richte den Stock ordentlich zu. Zum Ueberfluß glaubt der Verfasser, daß es nicht übel gethan sey, wenn dieser Stock bei kalter Witterung in einem Stall oder Gebäude gesetzt würde; es wäre ihm diese Wärme zuträglicher, als die Stubenwärme. Dieses Bienenwirths Procedur ist mit der oberlausitzer einerlei; nur hat er in seiner Erzählung vergessen, wieviel Tage er diese brütende Bienen verschlossen halte. Vermuthlich werden es eben auch 8 bis 9 Tage seyn.

3. Die dritte Schirachische Art, Bienen abzulegen, ist ein wahres Ablegen. Denn das Wort Ablegen ist ein bekanntes Kunstwort der Gärtner, da sie einen guten Pfropfreis auf einen wilden Stamm pfropfen, impfen, und Ableger machen; oder aber, wenn sie einen Ranken eines Weinstocks, wenn er noch grün ist, in die Erde legen, damit er Wurzel fassen möge. Bei dieser dritten Methode nun, mittelst Versetzung der Körbe und Stöcke, welche Schirach im Scherz den erlaubten kleinen Betrug nennet, geschiehet wirklich nichts anders, als eine künstliche Theilung eines bienenreichen Stocks, so daß aus Einem starken Stok<4, 636>ke deren zween werden. Dieses geschiehet aber auf folgende Weise. Man trägt im Junius, wenn bereits viel junge Bienen da sind, gegen die Mittagszeit, wenn die Bienen am häufigsten nach Genuß ausgegangen sind, einen alten volkreichen Stock, von seiner gehabten Lage, die man ihm sehr zeitig im Frühling gab, eine große Strecke, zu 60, 100 oder 1000 Schritten, weg, oder von einer Ecke des Hauses oder Gartens an die andere; je weiter, je besser. Am besten ist es, wenn man ihn hinter eine Scheune, oder anderes Gebäude, bringen kann. Man setzet an dessen Stelle, eine mit etwas Brut und Honig versehene und gereinigte Beute. Die guten Bienen, welche wiederkommen, fliegen, ohne zu vermuthen, daß sie betrogen worden, in diese neue Wohnung, die statt der vorigen da stehet oder liegt, vereinigen sich mit denen Bienen, die mit der Brut hineingesetzt sind, und formiren, von Stunde an, eine neue Republik. Man mus aber jedoch bei dem allen viele Klugheit anwenden, die sonst klugen Bienen auf diese Weise zu hintergehen. Man mus zuvörderst den Stock, von welchem man einen solchen Ableger machen will, sogleich im Frühjahr von den andern Bienen ganz und gar weg, und an einen besondern bequemen Ort tragen laßen. Denn, wenn er neben den andern Stöcken stehen bliebe, so würden die wiederkehrenden Bienen gleichwohl stutzen, weil ihnen der Geruch des neuen Bienenstocks noch nicht bekannt ist, und lieber auf die gleich darneben stehenden Bienen fallen. Ferner mus auch die Beute, in welcher man den neuen Schwarm machen will, mit jener Beute, worinn der alte wohnte, in allem ähnlich seyn. Ist der alte ein Ständer; so mus der neue auch ein Ständer werden; ist er ein Läger, alsdenn ebenfalls ein Läger. Alles mus ziemlich einerlei Hohe haben; wenigstens müssen die Fluglocher von beiden, der Höhe nach, einander gleich seyn, damit die betrogenen Bienen die Fluglöcher gleich finden, und <4, 637> in ihrem Fluge nicht irre gemacht werden. Es sind immer alle Tage so viel Bienen draussen, welche im Stande sind, die Brut auszubrüten; diese gehen also alle hinein. Auch diejenigen, welche den andern Tag ausfliegen, gehen ebenfalls in die neue Wohnung. Wollen sie ja im Anfange nicht recht darinnen bleiben, sondern legen sich etwa draussen vorm Stock an, so können sie Abends hinein geräuchert werden. Sind sie denn nun eine Nacht beisammen geblieben, so werden sie alsdenn ruhig beisammen wohnen. Man darf nicht befürchten, daß man dadurch den alten Stock allzusehr von Bienen entblößen und schwächen werde. Denn, die Bienen beobachten, bekanntermaßen, in ihrer Haushaltung die schönste Ordnung. Nach dieser Ordnung gehen diejenigen, die mit ihrer Wärme die Jungen ausbrüten, und die das Wachs präpariren und bauen, nicht ins Feld, und ein großer Theil ruhet auch; sondern nur diejenigen, welche neuen Stoff zur Brut, Wachs, oder Honig, eintragen. Auch diese gehen nicht auf Einmahl aus. Mithin entblöße ich den alten Stock lediglich derer fleißigen Handlanger, die nach neuen Stoff ausfliegen; zwei Theile aber, die Brütenden und Bauenden, und die, so nach der Arbeit ausruhen, bleiben zu Hause. Herr v. Reaumür hat mehr als Einmahl vermittelst des Badens (s. den 12 Abschn.) alle Bienen in einem Stock gezählt. Er fand freilich in einem mehr, als in dem andern; aber in den mehresten fand er 18000, und 30000, und noch drüber. Er hatte sich die Mühe genommen, die aus= und einfliegenden Bienen eines Tages zu zählen. Er hatte darzu täglich eine Stunde gewidmet, da sie am häufigsten ausgehen, und hatte durch die Berechnung nach der Zeit wahrgenommen, daß kaum der dritte Theil, nehmlich 6 bis 7 auch 8000, nach Nahrung, ausgehe. Wenn man also durch diesen Betrug nicht mehr als 8000 Bienen erhält, so hat man dem alten Stocke noch keinen Schaden gethan. Und da gedachter <4, 638> großer Bienenkenner manchen Schwarm auch gezählt, und gefunden hat, daß er oft nicht volkreicher, als 8 bis 10 und 12000 Mann, sey: so kann man hieraus schlüßen, daß man Bienen genug zu einem neuen Stock erhalte; zumahl, wenn man erwäget, daß doch auch viele junge Bienen aus der Brut bald hinzu kommen. Diese Art des Ablegens wird anizt in Franken von vielen Bienenwirthen mit Nutzen ausgeübt.

Bei dem Verfahren mit diesem Ablegen hat man Folgendes zu beobachten. 1) Man beschneidet im Frühjahr denjenigen alten Stock, den man darzu erwählet, nicht zu scharf, vielweniger also im sogenannten Haupte, oder den obern Scheiben. 2) Man sucht sich darzu einen gesunden, Honig= und Bienen=reichen Stock aus. 3) Man macht den Ableger zu einer Zeit, da die Bienen guten Genuß haben, und ihn reichlich finden. Im Junius, um Pfingsten, oder bald darauf, hält man es für die beste Zeit. Zum wenigsten mus es nicht viel später, als Johannis, geschehen An manchen Orten mögte auch das Ende des Mai bequemer seyn, als der Junius. Man kann unmöglich es aller Orten so vest setzen, weil manche Gegend wärmer und sruchtbarer, als die andere, ist. Denn, man hat in den waldigten Gegenden, wo die Biene ihre beste Nahrung erst von dem Heidekraut erhält, oft um Bartholomäi Ableger gemacht. Die Tanne, die im Herbst vor Michaelis ihren Honig ausschwitzt, ist alsdenn oft die beste Nahrung der Biene. Dahingegen die Fichte nur im Frühjahr in der 9, 10 und 11 Woche, von Jacobi an gerechnet, ihren Honig hat. Kurz, wenn im Sommer schlechter Flug gewesen ist, so haben sich die Imker wohl erst um Bartholomäi zum Ablegermachen bequemt. Auf dem ebenen Lande mus solches zu obbemeldeter früherer Zeit geschehen, wenn reicher Flug ist. 4) Um diese Zeit erwählt man einen heitern Tag, an welchem man erst gegen Abend, etwa um 4 Uhr, diese Operation vornimmt. 5) Man nimmt eine leere, neue, durch Anzündung einiger Haufen Strohes, oder mit Melisse wohlgereinigte Beute; das heißt die Beute präpariren. 6) Man hebet den alten Stock behutsam ab, und leget die neue Beute dahin, in welcher 4 bis 5 Reihen kleine Stöckchen, ungefahr 3/4 Ellen lang, und 1 Finger dick, an dem obern Theile im Haupte derselben in solcher Weite von einander entfernt, bevestigt stehen müssen, daß eine Honig und Brut Scheibe zwischen jeder Reihe Platz haben kann. Diese Stöckchen macht <4, 639> man an dem einen Ende keilförmig, daß man sie in die kleine, vermittelst eines Meißels gemachte, Oeffnung, einschlagen kann, jedoch nur so vest, daß man sie, wenn die Bienen die Scheiben angearbeitet haben, ganz sacht wieder herausziehen kann. Damit die Honig= und Brut=Scheiben nicht auf den Boden des Stocks zu stehen kommen, und desto mehr erhöhet werden, auch die Bienen darunter hinkriechen, sie allenthalben bebrüten, auch solche von obenher desto eher anarbeiten können: so leget man unten, queer über den Stock hinüber, 2 oder 3, ungefähr 2 Zoll dicke, Riegel, welche man, nach geschehener Bevestigung der Brutscheiben, wozu nicht lange Zeit gehört, mit den Stöcken herausziehen kann. Die 5 Reihen Stockchen stehen im Stocke, der Länge des Stocks nach. diese Riegel aber die Queer. Einige machen eine gedoppelte Reihe solcher langen Stöckchen, die einander gegen über stehen, da die obern 2 Zoll von der Decke der Beute, die untern aber 3 Zoll vom Boden der Beute abstehen. 7) Darauf schneidet man eine gute Honigscheibe, und 4 auch 5 Scheiben Brut, von dreierlei Art, wie es sich gebühret, aus dem alten Stock, leget sie mit allen daran hangenden Bienen ordentlich zwischen die Stöckchen, in die leere Beute, die an der alten Stelle liegt, (denn hier ist die Rede von einem Läger) und spielet auf solche Art den Bienen, die ausgeflogen sind, einen Betrug; oder man nimmt auch wenn dieses geschehen, einen Rahm= oder Sahn=Löffel, raffet damit 3 oder 4 mahl in den alten Stock, nimmt daselbst soviel Löffel Bienen heraus, als man für nöthig findet, die Brut zu bedecken, und wirft sie in den neuen Stock. Nunmehr macht man beide Stöcke zu, trägt den alten Stock hinweg, und läßt beide unverschlossen und ungehindert fliegen. Im erstern Fall gehen die Bienen selbst in die Benten; im leztern aber jaget man sie in die neue Beute hinein; sonst aber kommt alles auf Eins hinaus. 8) Die Bienen, die auf den Brutscheiben liegen, mus man in etwas betrachten, damit man den Weisel nicht mit erwische. Gesetzt aber, daß man ihn unversehends erwischte, so schadet es nichts; der Stock macht sich gewiß in 14 Tagen wieder einen neuen Weisel, wenn er nur noch gehörige Brut und Flug hat. 9) Nach 14 Tagen mus man, wie bei allen Ablegern, wohl Acht haben, ob etwa einer von den verfertigten vielen Weiseln (denn es wird oft zu 12 Weiseln Anstallt gemacht,) mit einem Theil Bienen fortzugehen Lust hat. Geschiehet dieses, wiewohl selten, so haschet man diesen unzeitigen Schwarm bald wieder auf, da man ohne dies zu der Zeit auf die andern Schwärme Achtung zu <4, 640> geben hat, tödtet den Weisel, oder soviel deren sind, und jagt ihn wieder in sein eigentlich Haus. 10) Anstatt die Bienen zur Brütung mit einem Löffel auszuraffen, kann man auch dieselben mit dem Rauche aus dem alten Stock jagen; und wenn deren eine ziemliche Menge in den neuen Stock gezogen ist, kann man den alten Stock indessen mit einem weißen Tuch verhängen, daß sie sich nicht wieder hinein finden, und trägt ihn, beschriebenermaßen, an den entfernten Ort. 11) Der alte Stock wird zwar natürlicherweise 8, 10 oder wohl gar 14 Tage, sparsam fliegen; allein, er erhohlt sich bald wieder, wenn nur guter Flug und Ausbeute draussen ist; die darinnen gelaßene Brut, wird indessen flügge, welche junge Bienen denn auch bald nach ihrer Nahrung ausgehen werden.

Die mit Natur und Kunst verknüpfte neu erfundene Oberlausitzische Bienen=Verwehrung, oder junge Bienen=Schwärme beym Anfange des Maymonats in Wohnstuben zu machen, nebst andern nützlichen und erbaulichen Anmerkungen von Bienen, herausgegeben von Adam Gottlob Schirach. Budißin, 1761, 8. 3 1/2 B.

Eb. dess. neuere Erfahrung, auf eine leichte und nützliche Weise Ableger zu machen, st. in den Abhdl. der Oberlausitz. Bienengesellsch. v. J. 1766, S. 50--59.

Eb. dess. Erläuterung der neuen Erfindung, auf eine leichte und nützliche Art Ableger zu machen, st. in eben dens. v. J. 1767, S. 76--86.

Eb. dess. gesammelte Nachricht von der guten Aufnahme des neu erfundenen Ablegermachens, und daher neu errichteten Pflanzschulen, st. in eben dens. v. J. 1768 und 1769, S. 61--71.

Eb. dess. neuere Entdeckungen und bequemere Handgriffe bei dem Ablegermachen, st. in eb. dens. v. J. 1770 und 1771, Seite 122--124.

Eb. dess. Anzeige und Beschreibung eines nützlichen Weiselhäusgens, oder nach niedersächsischen Termino technico: Klobens, und dessen Gebrauch bei der Bienenwartung, st. eb. das. S. 124--126.

Eb. dess. ausführliche Erläuterung der unschätzbaren Kunst, junge Bienenschwärme oder Ableger zu erzielen, nebst einer natürlichen Geschichte der Bienenköniginn, oder Weiselerzeugung, und deren wichtigen Einflusse in die Oekonomie der Bienen, nach neuen genauen Beobachtungen und physikalischen Erfahrungen. Mit einer Kupfertafel. Budiß. 1770, 8. 12 1/2 B.

Freundschaftlicher Briefwechsel einiger Bienenfreunde, worinnen die Zweifel und Einwendungen wider diese neue Erfahrung von der Weiselzeugung geprüfet und beantwortet werden: st. eb. das. S. 89--146; desgleichen in der 3ten Samml. der Abhandl. und Erfahrungen der Oberlausitz. Bienengesell. S. 26--39; und in der 4ten Samml. S. 55--102. <4, 641>

Die oben beschriebene Entdeckung des Hrn. Schirach, Ableger oder künstliche Bienenschwärme zu erzielen, ist von Hrn. J. v. Gelieu, Pfarrer zu Lignieres in der Grafschaft Neuenburg, bewährt befunden worden; und man findet dessen im J. 1770 deshalb ausgeführte Versuche in dem 1 St. des XI Jahrganges der Berner Abhdl. und Beobacht. S. 143--169, beschrieben. Nachher hat Hr. Eyrich, Pastor zu Etzelheim, diese Weise, Ableger zu machen, noch mehr erleichtert, simplificirt, und nach der Bienenzucht mit Körben eingerichtet, da jene sich nur auf die Bienenwirthschaft durch Klotzbeuten erstreckte. Diese kurze und erleichterte Weise bestehet in Folgendem.

Man nimmt einen leeren, aber nur kleinen Korb, setzt oben in die Krone ein Stück Brutwaben, 1 bis 2 Hände groß, in denen sich dreierlei Arten von Brut befinden, ein Stück Honigwaben, und eine leere Wachswabe, ein, so daß sie einander nicht berühren, und eben so zu stehen kommen, wie sie in dem Mutterstock, aus dem man die Bienen nimmt, gestanden. Dieselben macht man, vermittelst drei Hölzchen, die durch die Waben hindurchgehen, und auf deren mittelsten dieselben aufliegen, vest. In diesen also zugerichteten Brutkorb setzet man, vermittelst eines Schaumlöffels, ungefähr 1500 bis 2000 Bienen aus einem Mutterkorb zu denselben hinein, setzet ihn an eben dieselbe Stelle und auf eben dasselbe Brett, auf dem der Mutterkorb gestanden, und läßt die Bienen von dem Mutterkorb, so sich auf dem Brett befinden, darauf liegen; den Schwarmkorb aber verschmiert man alsobald auf das sorgfältigste. Diese Arbeit mus an einem schönen Tage von 9 Uhr an, bis Abends um 4 Uhr geschehen, damit die auf das Feld ausgeflogenen und wiederkommenden Bienen an ihre alte Stelle fliegen, und den Ableger vermehren; dieses mus aber nicht bei dem Bienenstand, sondern in einiger Entfernung davon, und wo möglich <4, 642> rückwerts, geschehen. Dem Brutkorb läßt man das Flugloch offen; finden sich aber Raubbienen ein, so mus dasselbe so weit vermacht werden, daß kaum zwo Bienen neben einander hinausgehen können, auch, wo nöthig, gar verschlossen werden. Fällt darauf schlecht Wetter ein, so mus dem jungen Schwarm Futter zugesetzt, und bei einfallenden kalten Nächten, der Korb wohl bedeckt werden. Ein solcher junger Schwarm brütet in 14 bis 16 Tagen eine junge Königinn aus.

Der Nutterkorb aber, nachdem man die Bienen daraus genommen, mus wohl bedeckt werden, bis die ganze Arbeit vorbei ist. Darauf setzt man denselben, etwa 14 Tage lang, an einen von dem Bienenstande entfernten Ort, wo sie eine andere Flucht haben, und die alte nicht so leicht wieder finden können. Nach dieser Zeit kann ein zweiter Ableger auf gleiche Weise gemacht, derselbe wiederum an des alten, dieser aber wieder an seine erste Stelle gesetzt werden. Oder, man kann auch zugleich aus einem guten Mutterstock, bis auf 4 Ableger auf einmahl, oder einen nach dem andern, machen, ohne daß der Mutterstock Schaden leide.

Will man es recht gut machen, und zugleich für den Mutterkorb sorgen, so mus man denselben nachher nicht schwärmen laßen, sondern, wenn die Bienen stark vorliegen, daß ein Schwarm zu besorgen, so jagt man mit Rauch die vorliegenden Bienen fort, setzt den Korb weg, und auf dasselbe alte Brett einen neuen, aber kleinen, Korb. Aus dem alten Mutterstock schneidet man ein Stück Brutwaben, wie oben gemeldet, und heftet solches mit Honig= und Wachs=Tafeln gleichfalls in den neuen Korb, der an des alten Stelle gesetzt worden, und verschmiert ihn wohl. Der alte und neue arbeiten mit erstaunlichem Fleiße fort, und gedeihen sehr wohl. Auf gleiche Art kann man auch mit jedem andern Korb verfahren, wenn er stark vorliegt, und nicht schwärmen will. Ja, wenn sie schon nicht vorliegen, so kann man <4, 643> eben also verfahren, wenn man einen jungen Schwarm haben will, wofern man nur eine genugsame Anzahl Bienen wegjaget oder wegräuchert, und einen leeren Korb mit eingesetzten Brutwaben, ohne fernere Umstände, an des alten Stelle setzt, und dabei in Acht nimmt, was oben gemeldet worden.

Ausser dieser Art des Ablegens ohne Schwärme, giebt Hr. Riem in seiner Bienenpflege, noch eine Art, Ableger durch das Austrommeln oder Austreiben der Bienen zu erhalten, an. Man nimmt einen volkreichen Bienenstock, welchem man im Frühjahr so viel Raum im Bienenstande gelaßen hat, daß ein anderer darneben gestellet werden kann, zur Flugzeit aus dem Stande heraus, bringet ihn 30 Schritt vom Bienenstande weg in den Schatten, und setzet inzwischen einen leeren Korb auf dessen Stelle, damit die vom Felde kommenden Bienen sich darinn sammeln können. Die vor dem Flugloch hangenden Bienen werden durch Rauch zurück in den Korb getrieben. Alsdenn bricht man den Korb unten auf dem Brett los, kehret ihn in aller Geschwindigkeit um, und setzt auf diese Mündung einen leeren mit etwas Honig eingeschmierten Korb. Beide Stöcke werden mit einem Handtuche, da wo sie auf einander gepaßt worden, umwunden, und beide Fluglöcher verstopft, so daß nirgends eine Biene heraus kann. Wenn dieses geschehen, trommelt man mit den Fingern, oder schlägt mit einer Ruthe oder Stöckchen rings herum unter gewissen Pausen an den vollen Korb. Dieses Pochen und Stoßen mus den Bienen fürchterlicher seyn, als uns ein Erdbeben; denn, sie fressen sich in der Geschwindigkeit mit Honig und Wachsmaterie an, als wenn sie schwärmen sollten, und ziehen sammt der Königinn haufenweise in den leeren Korb hinauf. Wenn man höret, oder, nachdem man das Handtuch abgelöset und den obern Korb etwas in die Höhe gehoben hat, siehet, daß ein vollkommener Schwarm in dem obern Korb sich be <4, 644> findet, so nimmt man diesen obern Korb weg, setzet ihn auf ein Tischtuch, und bindet solches unterdeß mit den Ecken über dem Korb zusammen. Alsdenn wird vor allen Dingen der Mutterstock wieder auf sein Brett gesetzt, rings herum eingeküttet, das Flugloch halb verstopft, und wieder an seinen alten Platz getragen. Die aus dem Felde kommenden Bienen werden sich alsobald wieder dazu versammeln, und ihn merklich verstärken. Nunmehr sorgt man für den Ableger. Nachdem obiges mit aller möglichen Geschwindigkeit verrichtet worden, trägt man die abgelegten Bienen eine ziemliche Strecke vom Bienenstande weg, in den Schatten. Alsdenn macht man das Tischtuch auf, breitet es auf dem Boden aus, und stößt den Korb mit Gewalt auf dasselbe, so daß alle Bienen auf das Tischtuch fallen. In dem Augenblicke sprenget der Gehülfe etwas reines Wasser mit einem grünen Aestchen darunter, um zu verhindern, daß sie nicht so geschwind auffliegen. Izt sucht man die Königinn unter dem Klumpen, während der Zeit der andere den leeren Korb auf ein Brett vor den Schwarm hin stellet, und einen Löffelvoll Bienen vor das Flugloch schöpfet, damit sie sich in den Korb begeben, und den andern den Weg zeigen mögen. Hat man die Königinn gefunden, so kann man solche in ein Weiselgefängnis sperren, und in den Korb einstiften; wo nicht, so suchet man ferner, oder giebt am Flugloch Achtung, ob sie mit den andern Bienen ankommt, und hilft ihr in den neuen Korb. Sobald die Bienen in diesen Stock eingezogen sind, trägt man ihn in den Stand neben den alten, so daß der junge des alten Stelle halb einnimmt. Sind zuviel Bienen aus dem alten in den obern Stock gezogen, so nimmt man bei dieser Handlung einen Löffelvoll, und giebt sie dem alten. Findet man den Ableger zu schwach an Bienen, so darf man nur den alten von seiner Stelle wegbringen, da sich denn alle Bienen vom Felde zu dem Ableger sammeln werden. <4, 645> Trifft man 2 Königinnen an, so giebt man dem alten eine, und dem Ableger eine, um jenem die Mühe zu erspahren, eine neue zu erbrüten. Findet man hingegen bei dem Ablegen gar keine Königinn, so ist das sicherste Mittel, aus dem alten Stock einige Bruttafeln auszuschneiden, und sie zu dem Ableger in den leeren Korb zu spießen, damit sie sich eine erbrüten können; oder, man setzt dem alten Stock zween Halbkörbe unter, läßt die Bienen wieder dazu einziehen, und gemeinschaftlich einen Magazinstock errichten.

Diese Art des Ablegens hat bereits Grüwel, in seiner Brandenb. Bienenkunst, S. 244, fast mit gleichen Umständen angegeben, nur verlangt er nicht, daß man die ausgetriebenen Bienen wieder aus dem Stock herausstoßen, auch nicht, daß man sie neben den alten, sondern an einen andern Ort, etwa 500 Schritt von dem Ort des Einfassens tragen soll, damit dieser Treibling, wie er ihn nennet, daselbst ausfliegen und eintragen könne. Er giebt auch nicht an, daß man die Königinn aufsuchen und einsperren solle; wohl aber bemerket er solche deutliche Kennzeichen, daraus man ziemlich wahrscheinlich sehen kann, ob die Königinn mit in den obern Korb gezogen, und bei den ausgetriebenen Bienen sich finde, die uns bei andern Fällen nicht unnütz seyn können. Dahin gehört: wenn die Bienen still sind; wenn man am Morgen Eierchen auf dem Brett findet, welche die Königinn, wegen Mangel an Zellen, dahin fallen laßen; wenn man die Bienen an dem Korb nagen hört, und abgebissene Zäserchen auf dem Brett findet, woraus zu schlüssen, daß sie den Korb reinigen, welches nicht geschiehet, wenn sie keine Königinn haben, und in dem Korb zu bleiben nicht willens sind.

Wildmann machte durch das Austrommeln oder Klopfen seine Bienen zahm; und da sie endlich, durch den öftern Umgang mit ihm, ihren Herrn am Geruche kennen lernten, so wurden sie so vertraut mit ihm, daß er selbst die Königinn aus ihrer Mitte heraus nehmen, und sie an einem seidenen Faden mit sich führen konnte, bei welcher Gelegenheit ihm denn der ganze Schwarm auf dem Leibe saß. <4, 646>

Nachricht von Hrn. Wildmann, der eine bewundernswürdige Gewalt über die Bienen besitzt, aus Univ. Magaz. 1766, Oct. p. 217 übers. st. im 1 St. des II B. des Neuen Brem. Magaz. 1767, 8. S. 217--219.

Das Hauptwerk und der Nutzen des Ablegens überhaupt, kommt auf nachfolgende Puncte an, daß man 1) zeitige Schwärme erhält, die fast so viel werth sind, als die alten Stöcke selbst; 2) daß man des ängstlichen Wartens auf die Schwärme überhoben ist, worauf mancher oft 10 Jahre vergebens wartet; 3) daß die Vermehrung von dem Besitzer, und nicht von dem Willkühr der Bienen, abhängt, indem mancher Stock wirklich zum Schwärmen gar nicht geneigt ist; und daß man 4) nicht befürchten darf, daß sich ein Stock verschwärme, wie dergleichen oft geschiehet, wenn sich ein Stock einmahl ins Schwärmen begeben, daß er sich zu Tode schwärmt, wenn er 4, 5 oder 6 Schwärme abwirft, und 5) welches der Hauptpunet ist, die Ableger selten füttern darf, indem sie weit fleißiger als die Schwärme sind. 6) Des verdrüßlichen Einfassens der Schwärme nicht zu gedenken, dessen man auf diese Art überhoben ist. 7) Gesetzt, man habe 10 Stöcke, so zeidle man 5 davon; von diesen kann doch jeder, nach Beschaffenheit der Beute und des Jahrganges, 3, 4, auch 5 Quart Honig geben, nebst 1 oder auch 1 1/2 Psund Wachs. Dieses zu Gelde geschlagen, beträgt von Einem Stocke 1 Thlr. 12 Gr. Ich nehme hier gute Jahre zur Berechnung. Mittelmäßige geben wohl weniger; und in gar schlechten hat man gar nichts, denn das Wachs. Allein, die guten Jahre müssen diese mit übertragen, und wo bringt ein Capital soviel Interessen, als, nach dieser Berechnung, die Bienenzucht in guten Jahren thut? Von den 5 übrigen Stöcken mache man Ableger, und nehme ihnen, nebst einigem Honig, bloß das Wachs. Da eine gute volle Beute gemeiniglich 4, auch 5 Thaler kostet, so ist das immer ein überaus großer Nutzen, wenn ich mir von 5 alten Stöcken 5 andere <4, 647> erziele, davon jeder bald soviel kostet, als der alte; wenigstens ist er zwiefach mehr werth, als der beste Schwarm. Im künftigen Jahr zeidle man nunmehr diejenigen 5, von denen man vorm Jahre Schwärme ablegte, damit man sie des alten Gewirkes entledige; und die andern 5, welche man vorm Jahre zeidelte, können die Zuchtstöcke seyn. Hat man genug Stöcke, so darf man nur den dritten Theil zur Zucht, und 2 Theile zum Zeideln bestimmen. Denn wer auf Einmahl durch viele Schwärme, oder zuviel Ableger, reich werden will, verliert gern Capital und Interessen. Endlich ist 8) auch folgender Vortheil des erfundenen Ablegens nicht zu vergessen. Gesetzt, es schwärmt ein Stock, und man will ihn nicht noch weiter schwärmen laßen, sondern den erhaltenen Schwarm volkreich haben: so fasse man denselben in eine neue Beute, stelle sie an die Stelle der alten, diese alte aber anderswo hin, so wird der Schwarm gewiß stark werden, und dem Stocke vergehet das Schwärmen. Oefters kann man sich von einem volkreichen Stocke zwei Ableger machen. Wenn er, nach dem ersten Ablegen, Mine zum Schwärmen macht, so lege man ihn sogleich auf die beschriebene Art nochmahls ab; der Muth wird sich verlieren. 9) Noch ein Nuzzen. Die Stöcke, von denen man Ableger gezogen, behalten mehrentheils bei den schlechtesten Jahren Honig genug, da man hingegen diejenigen Stöcke, welche geschwärmt haben, füttern mus, wofern man den alten Stock nicht eingehen laßen will; und das ereignet sich am öftersten bei dem Schwärmen. Mit Kummer erhält sich der alte, und mit Unkosten mus man den jungen auf die Beine bringen. Will man aber ja zeitigere Schwärme haben, so mus der Bienenbau in Körben liebgewonnen werden; denn mit den Körben kann man viel eher zeitige Schwärme zuwege bringen; und will man das Ablegen mit den Körben auch anfangen, so wird man es so leicht als mit den Beuten, und <4, 648> noch leichter, bewirken, weil selbige leichter fortzutragen sind.

Bemerkungen neuer vorteilhafter Handgriffe bei dem Ablegen, von Jo. Heinike, st. im I B. der Gemeinnütz. Arb. der oberlansitz. Bienengesellsch. S. 194--197.

Vertheidigung des sächsischen Ablegens aus der Physic und Oeconomie der Bienen, von Hrn. Diac. Martini, st. in No. 21 der gel. Dreßd. Anz. v. J. 1771, desgl. im I B. der Gemeinnütz. Arb. etc. S. 143--154.

Einige nothwendige Cautelen bei dem Ablegen der Bienen, nach dem Reaumürischen Thermometer einzurichten, von J. G. Wilhelmi, st. in der 4ten Samml. der Abhandl. der oberlaus. Bieneng. S. 109--121.

Man hat vielfältig darauf gedacht, eine solche bequeme Art von Bienenkörben zu erfinden, wodurch 1) das Schwärmen der Bienen, wo nicht ganz verwehret, dennoch sehr eingeschränkt und verhindert werde; 2) wodurch man in den Stand gesetzt werde, das Füttern entweder ganz, oder doch mehrentheils, zu entbehren; 3) wodurch man ohne gefährliches Zeideln, Verstöhrung der Gebäude, oder gar unbarmherziges Todt=Schmauchen der Bienen, guten Nutzen und reinen Gewinn von ihnen ziehen könne; 4) wobei man das kostbare, und oft nach Abzug der Kosten wenig Nutzen bringende, Verfahren in die Heiden (s. den 8ten Abschn.) entbehren könne; 5) wobei man wenig Wartung nöthig hat, und seine Feldarbeit nicht versäumen, vielweniger einen eigenen Wärter darauf halten darf. Unter allen Beobachtern der Bienenzucht hat es hierinn niemand besser getroffen, als der Engländer Gedde, welcher zuerst auf den sehr natürlichen Einfall gerathen ist, durch untergesetzte Körbe oder Kästen diese Endzwecke zu erreichen. Ob aber gleich seine Grundsätze mehrentheils richtig sind, so schicken sich doch seine vorgeschlagene Kästen vieleicht nur für die brittische Luft, und sind in dem rauhern Deutschland nicht so brauchbar. Auch sind seine Angaben nicht durchgehends zutreffend, seine Maschinen aber für den Landmann zu kostbar und zu kunstlich. Man hat daher folgende Art von Schieber= oder Colo<4, 649>lonie=Körben, oder sogenannten Magazinen, erfunden. Man läßt 3 Körbe von reinem Stroh, ohne Aehren, mit zerrissenen Fichtenwurzeln oder Haselstöcken, auf gewöhnliche Art der Untersetzcreuze, jedoch so dicht als möglich, flechten. Jeder dieser 3 Körbe ist oben so weit als unten, nehmlich 14 Zoll im Durchschnitt, ohne die Strohdrathe, welche 1 1/2 Zoll dick, und 16 Zoll hoch, sind. Unten in jedem Korbe wird sogleich ein Flugloch beim Flechten gemacht, welches 3 Zoll lang, und 1 1/2 Zoll breit ist. Alle 3 Körbe müssen gleich=weit seyn, und mit möglichster Genauigkeit auf einander passen, wenn man sie auf einander setzt. Jedem Korbe wird ein Deckel von Fichtenbrettern durch den obersten Drath eingefügt, mit hölzernen Nägeln, welche etwas vorstehen, damit sie mit der Zange wieder bequem ausgezogen werden können. Der Deckel hat in der Mitte, nach vorn zu, ein Loch, welches 8 Zoll lang, und 5 Zoll breit, auf 3 Seiten aber mit einer ausgehöhlten Leiste umgeben ist, in welcher ein Schieber von hartem Holz (doch nicht von Eichen) von hinten nach vorn zu beweget werden kann. Der Schieber wird vorn so dünn und scharf, als ein stumpfes Messer, geschnitten, und ist hinten mit einem Stiel, 1 Zoll breit, versehen. Dieser Stiel wird gebrochen, mit einer kleinen blechenen Hespe wieder zusammengefügt, oder in einer Kerbe beweglich gemacht, damit er, bei eröffnetem Schieber, am Korbe niedergedrücket werden, und nicht so sehr abstehen möge. Der Korb wird oben unter dem zweiten Drathe mit 3 Hölzern, in der Mitte mit 2, und 3 Drath vom Ende abermahls mit 3 Hölzern durchstochen oder gespeilet, damit das Gewirk darauf ruhen könne. Alle Körbe werden auswendig mit Kühkoth, worunter 1/4 Lehm gemischet, dünn überzogen, inwendig aber so glatt als möglich gemacht, und mit Strohflammen ausgebrannt, auch die etwanigen Fugen um den Schieberdeckel mit zerlaßenem Wachs verstrichen. Drei solcher Körbe sind für eine Colonie <4, 650> hinreichend. Zu besserer Bedeckung des Schieberdeckels im obersten Korbe, wird zu jeder Colonie, ein etwas hohler Strohdeckel geflochten und beschmieret, welcher leicht aufgepflöcket wird, und die Fugen verstrichen werden.

Was nun den Gebrauch dieser Körbe anbelangt, so nimmt man einen ziemlich volkreichen vollgebauten spitzigen Korb im Frühlinge, wenn der Rübesaamen bald blühen will, schneidet die etwa angefangene Drohnen=Scheiben und etwas lediges Werk heraus, verstopfet darauf, in der Abenddämmerung, das alte Flugloch mit einem dazu geschnittenen Holze, welches man mit Lehm und Kuhmist verstreichet und stark überziehet. Sodenn setzet man den alten Korb auf den platten, nachdem zuvor der Schieber aufgezogen worden, dergestallt, daß das neue Flugloch gerade unter das alte zu stehen kommt. Die etwanigen Fugen werden mit Lehm und Kühmist wohl verschmieret. In der ersten Nacht werden schon viele Bienen sich in den neuen Korb herunter ziehen, und in einigen Tagen sich an das neue Flugloch völlig gewöhnen. Da man bei der ersten Besetzung schwerlich einen so reichen Korb haben kann, daß die Fütterung entbehrlich sey, so wird nach dem Untersetzen gefüttert. Eben dieses Füttern aber verführet die Bienen zum zeitigen Schwärmen, welches man daher im ersten Jahre schwerlich verhindern wird. Jedoch kann man sich, durch Ausreißen der Weiselhäuser, wofern man sie entdecken kann, einigermaßen helfen, oder den Schwarm abfliegen lassen, den Weisel gefangen nehmen, und am Abend den Schwarm ohne Weisel wieder auf den alten stoßen. Wird man nun der Colonie das Abschwärmen verwehren, so wird sie fast 3 mahl soviel sammeln, als ein spizziger Korb, der mehrmahl schwärmet. Läßt man ihn aber abschwärmen, so wird er zwar durch das Loch die Scheiben in den neuen Korb fortsuhren, selbigen aber nicht einst zur Hälfte füllen, (wo nicht die Heide nahe ist) daher ein solcher Korb erst im dritten Jahre zur völ<4, 651>ligen Ausbeute kommt. Ist aber der untergesetzte Korb über die Hälfte voll, so setzet man im folgenden Frühling den 2ten Korb auf gleiche Art unter, und verschmieret das Flugloch des darüber stehenden.

Ist der unterste Korb um Johannis über die Hälfte voll gearbeitet, so schiebet man, an einem schönen Tage, den Schieber des 2ten Korbes zu, wodurch dessen Verbindung mit dem obersten abgeschnitten wird, und zugleich die Bienen, deren sich sodann im obersten Korbe wenige aufhalten, in den untern eingeschlossen werden. Man nimmt sodenn den obersten Korb weg, welcher gemeiniglich reiner Profit ist, klopfet die darinnen gebliebenen wenigen Bienen, in einiger Entfernung vom Stande, heraus, welche schon ihr Quartier weiter finden, und bricht den vollen Korb aus. Da nun die Bienen im Marschlande bis Bartholomäitag auch den untersten Korb noch füllen, so behalten sie überflüßige Provision, und bedürfen nicht gefüttert zu werden. Sollte aber ein sehr mageres Jahr einfallen, so kann man ihnen nach Michaelis etwas Futter zusetzen, welches jedoch selten geschehen wird. Sollte sich im 3ten Jahre eine Colonie zum Schwärmen schicken, so kann man sie einmahl abfliegen laßen, um mehrere Colonien zu errichten, welches der alten nicht beträchtlich schadet, wenn sie mit überflüßigem Volke versehen ist. Man hält zu dem Ende bei seiner Bienenzucht einige spitzige Körbe, um die Schwärme bequem einzufangen und weiter zu bestätigen, oder selbige, nach Gutbefinden, auf schwache oder gar weiserlos gewordene Colonien zu stoßen. Wer nun 20 solche Colonien in voller Ordnung hat, der wird jährlich im Marschlande 20 volle Körbe reinen Profit ziehen können, welche etwa 800 Pf. guten Honig und 30 Pf. Wachs liefern werden, welches, bei mittelmäßigen Preisen, über 60 Thaler ohne große Mühe und Kosten eintragen würde. Stehen aber dergleichen Colonien von der Heide nicht weit, so können sie in guten <4, 652> Jahren gedoppelt soviel eintragen, und sodenn 2 Körbe voll von jeder gewonnen, und dennoch den Bienen 2 Körbe Provision gelaßen werden.

Obwohl dergleichen Colonie=Körbe, im Fall der Noth auch unter den gewöhnlichen Bienendächern unterhalten werden können, wenn sie nur vom Lagerbrette bis unters Dach völlige 5 Fuß hoch sind: so giebt doch die Erfahrung, daß diese Art weit besser gelinge, wenn selbige in einem mit Brettern umher wohlverwahrten Bienenhause, ungefähr nach dem Modell A, PfeiliconFig. 222, aufgestellt sind; jedoch können viele Colonien in einem Zimmer stehen, und die Scheerwände sodann entbehrt werden, nachdem es eines jeden Vermögen und Platz erlauben will. Das Brett, worauf der Korb steht, mus über 3 Fuß hoch über der Erde stehen. In das Lagerbrett ist ein viereckiges oder rundes Loch ausgeschnitten, und dagegen ein auf Leisten liegendes bewegliches Zugbrett untergeschoben. Hierdurch erhält man den Vortheil, daß man, wenn man abfegen, füttern, oder in den Korb sehen will, nicht nöthig hat, denselben aufzuheben, umzukehren oder zu verrücken, als welches die Ruhe liebenden Bienen sehr beunruhiget und in der Arbeit aufhält, oder gar bei warmen Wetter das Zerbrechen der Scheiben und großes Verderben anrichten kann. Hinten und zu beiden Seiten wird die Coloniewohnung, welche etwa 2 Fuß breit, und 20 Zoll tief ist, mit Futter= oder andern schlechten Theilen bekleidet, auch die Fugen mit Lehm und Kühkoth verstrichen, damit weder Hitze noch Frost zu stark eindringen könne. Vorn ist eine Thüre, 18 bis 20 Zoll breit, von guten Mitteltheilen, welche wohlgefugt sind, damit sie von der Hitze nicht auseinander gehen. In dieser Thüre ist unten ein Loch geschnitten, vor welches das Flugloch des Korbes dicht angesezzet wird. Diesem Loche wird eine kleine Klappe, welche in der Mitte ein Drathgitter oder durchbohrte Löcher hat, im Winter wenn Schnee liegt, vorgedrückt, um die Bie<4, 653>nen einzusperren, dennoch aber ihnen die nöthige Luft zukommen zu laßen. Darunter wird ein bewegliches Flugbrett mit einer schmalen Leiste schräg angepflöcket, worauf die Bienen, wenn sie zu Hause kommen, ausruhen und im Frühlinge sich sönnen können. Damit man den Schieber des mittelsten Korbes zu seiner Zeit bequem zuschieben könne, so ist in der Gegend, wo der Stiel des Schiebers ist, am zweiten Korbe hinten eine Thüre mit überstehenden Leisten, etwa 1 Fuß lang und breit, gemacht. Will man darüber noch ein besonderes Dunstloch, etwa 4 Zoll lang und breit, hinten einschneiden, und solches inwendig mit Gage verkleben, so ist solches bequem, um es in starker Hitze, und auch zuweilen im Winter bei gelinder Witterung, zu öffnen, ohne daß die Schmetterlinge und Spinnen, oder anderes Ungeziefer, hinein schlupfen können. Doch kann auch die darunter befindliche Hinterthüre dazu angewendet werden, wenn ein mit Gage bezogener wohlanschlüßender Rahm inwendig vorgerückt ist. Das über dem Coloniehause gemachte Ziegeldach mus 5 Fuß breit seyn, damit es vorn und hinten 1 Fuß überstehe. Will jemand das Coloniehaus glatt hobeln, oder inwendig mit Papier auskleben, auswendig aber mit Oelfarbe anstreichen, so mus solches lange vorher geschehen, ehe Bienen hineingesetzt werden, damit vorher alles wohl trocken und ohne Geruch sey. Endlich ist dienlich, wenn erwachsene Baumzweige einen Schatten über das Bienenhaus verbreiten, die Flucht aber frei nach Süd=Osten gehet.

Die auf vorstehende Art gezogenen Bienen=Colonien haben folgende Vorzüge: 1) Sie werden nicht gefüttert, und daher auch nicht von fremden unsaubern Futter krank. 2) Sie sammeln fleißiger, und versäumen sich nicht durch vieles Schwärmen. 3) Sie zehren sparsamer. 4) Sie brüten nach Proportion weniger Junge, und werfen keine Bettelschwärme, wovon oft viele gar entwischen. 5) Sie geben gewisse Ausbeute ohne undankbares Todtschmauchen. 6) In den abgenommenen Kör<4, 654>ben ist weniger Bienenbrod und Unrath, auch gar keine todte Biene, welche in den todtgeschmauchten unvermeidlich sind, und den Honig unsauber machen; auch sind die Scheiben leichter auszubrechen. 7) Die Bienen stehen darinnen sicherer für Frost, Hitze, Mäusen, Raubvögeln und Dieben, sonderlich wenn sie verschlossen sind. 8) Man braucht sie gar nicht zu verfahren. 9) Es braucht kein eigener Wärter dazu gehalten zu werden, wenn man auch 100 Colonien hätte; daher fast ein jeder Bauer eine mäßige Anzahl in seinem Garten haben kann. Man siehet nur selten, und bei Feierstunden, nach ihnen. Wenn sie auch schwärmen sollen, so kann ein Kind oder alter Leibzüchter leicht ein paar Stunden darauf warten, und weil man sie beim Hause behält, so können sie leicht gefasset werden. 10) Da die Bienen nicht zu oft, noch hitzig, darinnen beunruhiget werden, so stechen sie seltener. 11) Die Körbe werden nicht leicht weisellos, und ihre Wartung ist keine Kunst, da sie nicht gezeidelt werden. 12) Man brauchet weniger Körbe und Platz; die Körbe dauern auch länger; weil sie still stehen, und für Hitze und dem Verwettern wohlverwahrt sind.

Nur zweierlei ist bei dieser Bienenzucht in aufgesetzten Coloniekörben beschwerlich. 1) Daß die Anlage der mit Brettern verschlagenen Stände kostbarer ist, als der ohne Bienenschauer, und daß die Körbe nicht sofort von jedem gut gemacht werden. Allein, der große Nutzen und die lange Dauer wird dieses leicht überwindlich machen. 2) Daß man 2, auch wohl 3 Jahre Geduld haben mus, ehe die Sache recht in Ordnung kommt, und die völlige Nutzung erfolget. Allein, man verlieret durch diese Geduld nichts. Man schmauchet zwar nicht todt, und bricht im ersten Jahre aus, aber man spahret Vorrath, um künftig ohne Fütterung desto sicherer und vortheilhafter zu ernten.

Erklärung der PfeiliconFig. 222. A ist das Haus zu den Coloniekörben. a. dessen vordere Seite, soll nach Südost gekehret seyn. b, dessen Vorderthüre, offen stehend, in ihr unten das Loch h. c, das Flugbrett. d, das viereckige Loch im Lagerbrett. e, das Zugbrett dahinein. Es wird an des Hauses Hinterseite hineingeschoben, und der Theil f, an dem eine, auf beiden Seiten hervorgehende Leiste ist, kommt zu hinterst. g, die Hinterwand des Hauses, in der das viereckige Dunstloch zu sehen ist. Dessen Thüre aussen an der Hinterseite, kann man sich leicht vorstellen. h, das viereckige Loch unten in der Vorderthüre. <4, 655>

B, ein einzelner Korb des Aufsatzes. i, das Flugloch unten an ihm. k, wie die 3 obersten Hölzer zu sehen sind. Diese 3, die mittlern 2, und die untern 3 Hölzer, sind alle miteinander parallel. Die PfeiliconFigur zeiget in dem Theile des Korbes, der auf ihr zu sehen ist, die Löcher an, wo sie durch den Korb durchstehen.

C, der platte Deckel über den Korb. 1, sein Schieber zurückgezogen, damit man das Loch sehe, welches er hineingeschoben verschlüßet. m, der Stiel, wo sich auch zeiget, wie er gebrochen ist.

D D D, drei übereinander stehende Körbe, wie sie das Haus A ausfüllen. n, der Strohdeckel auf dem obersten.

Die iztbeschriebene Magazin=Wirthschaft, ist die einfältigste und vieleicht die beste. Sie ist diejenige, welche Jo. Justus Zeis, Rector zu Triefen=Ziegenhain, in seiner von der Churpfälzischen Akademie gekrönten Preisschrift, als die allervorzüglichste angerühmt hat. Siehe die 3 Preisschriften von der besten Bienenzucht in der Churpfalz, Mannh. 1769. Auch wird dieselbe in den Abhandl. und Erfahrungen der fränkischen Bienengesell. vorzüglich empfohlen. Sie kann auch sehr glücklich mit dem oben beschriebenen Ablegermachen verbunden werden. Diese neue Methode wird von Hrn. Eyrich das magazinmäßige Ablegen genennet. Die Größe der Körbe, die sich am besten hierzu schicken, ist 14 bis 16 Zoll weit, und 10 bis 12 hoch. Der oberste ist oben gewölbt, und mit einem 1 1/2 Zoll weiten Loch, und dieses mit einem Zapfen versehen, um die Bienen, auf Erfordern, in die untern Körbe hinunter räuchern zu können. Die übrigen Körbe sind von gleicher Größe, oben aber ganz offen, wie Untersätze. Zwischen zweyen kommt allemahl ein rundes Brett zu stehen, welches 2 bis 3 Zoll vor den Korb hinausgehet, und in der Mitte mit einem runden 5 Zoll weiten, offenen Loch, zur Communication versehen ist. An diesen Brettern sind 4 Zolldicke Füße vestgemacht, die mit dem darunter stehenden Korb von gleicher Höhe sind, und auf das untere Zwischen= oder Untersatz=Brett zu stehen kommen, so daß <4, 656> allemahl ein Brett das andere trägt, und vermittelst derselben die sämmtlichen darzwischen stehenden Körbe, und mithin das ganze Gebäude vest zusammengedrückt und zugleich bevestiget werde, weil sonst die Körbe sich leicht auf eine Seite senken, oder Sturmwinde dieselben herunter werfen könnten. Drei solche Körbe auf einander bevestigt, sammt einem ganz bloß gestellten Zwischenbrett, stellen PfeiliconFig. 223 und Pfeilicon224 vor. Sind zween Körbe voll, so hat man die Wahl, entweder durch die Sonderung derselben einen Ableger zu machen, oder, durch einen dritten hinzugefügten Korb, solche zum Magazin aufzustellen. Sind 3 Körbe voll, so können dieselben ein Gewicht von 70 bis 80 Pfund ausmachen. Es ist also nicht rathsam, den 4ten und 5ten hinzu zu fügen, wie Hr. Eyrich anräth, weil solche leicht dem Gewicht weichen könnten; und überdies würden sie die ganze Höhe eines Bienenstandes einnehmen. Es ist also rathsamer, von 3 vollen Körbeu immer den obersten wegzunehmen, und einen leeren unterzusetzen. Da nun der Korb, welcher vorher der 2te gewesen, sodenn zu oberst zu stehen kommt, derselbe aber offen ist, so mus er mit einem, wie die Körbe geflochtenen, Deckel bedeckt, mit Nägeln vestgemacht, und mit Kühmist, worunter 1/4 Lehm eingeknätet worden, wohl verschmiert werden. Will man, anstatt ganze Körbe von 10 bis 12 Zoll zum Untersetzen, nur Untersätze von 5 Zoll gebrauchen, so werden immer zween dergleichen für Einen Korb gerechnet, und aus gleiche Art behandelt.

Die größte Schwierigkeit hierbei ist, einen Korb von dem andern abzuschneiden. Da dieselben vermittelst des durch das Zwischenbreit gehenden Loches, und der durch dasselbe zusammenhangenden Waben mit einander verbunden sind, so müssen diese Waben zerschnitten werden. Hr. Eyrich räth, dieses durch ein langes Zeidelmesser, oder durch einen warmgemachten Drath, zu bewerkstelligen. Allein, beides ziehet viel Ungemächlichkeiten nach sich. Mit jenem ist es nicht möglich, die Waben in Einem Schnitt abzuschneiden; und da zu diesem Behuf der obere Korb <4, 657> nothwendig um etwas aufgehoben werden mus, so dringen die Bienen haufenweise heraus; viele werden zerdrückt, zerschnitten, und mit Honig beschmiert. Dieser Unfall kann die Königinn selbst treffen; und alsdenn ist der ganze Stock hin. Mit dem Drath aber werden die Waben oft zerrissen, und von der Wärme desselben schmilzt der Honig und trieft herunter. Man kann sich also des von Hrn. Gruner erfundenen, und im 1 St. der Berner Abhdl. v. J. 1772, S. 136, beschriebenen Instruments hierzu bedienen. Es ist dieses ein dickes Weißblech, 16 Zoll lang, und 7 Zoll breit, vorn abgeründet und geschliffen, so daß es schneidend wird. Hinten ist ein Einschnitt, der zu einer Handhabe dient. Beim Absetzen wird dieser Abstecher, welchen PfeiliconFig. 225 vorstellt, nachdem vorher der Lehm mit einem Messer weggekratzt, und der wegzunehmende Korb eines Messerrückens hoch aufgehoben worden, in die Oeffnung hineingedrückt, gegen das Loch im Zwischenbrett, durch welches die Waben zusammen hangen, gerichtet, und gerade gegen die Länge der Waben, und auf diese Weise die Waben in Einem Schnitt sacht abgeschnitten; und da das Blech ein paar Zoll mehr Breite hat, als das Loch, und die erforderliche Länge, so wird zugleich durch dasselbe das Loch ganz bedeckt und verschlossen, so daß aus dem untern Korb keine Biene herauf, und der obere Korb ohne Gewühl weggenommen werden kann.

Vernunft= und Erfahrungsmäßiger Entwurf der vollkommensten Bienenpflege für alle Landesgegenden, darinnen gezeiget wird, wie solche überall mit dem nur möglichen Erfolg zum Erstaunen ins Große zu treiben, das Hinwegziehen der Bienen völlig verhindert, die Schwärme weislich befördert, Honig=Magazine errichtet, nach erlangter beliebiger Anzahl das Schwärmen völlig eingestellt und nur die Mellification ins Auge genommen wird. Dem Publico zum Besten herausgegeben von Jo. Leonh. Eyrich, Uffenheim in Franken, 1766, 8. 4 B. n. einer Kupfertafel.

Hrn. Adv. Königs, zu Hannover, Aufsatz von der Vermehrung und Verbesserung der Bienenzucht, sonderlich durch aufgesetzte Colonie=Körbe: st. in Kästners Sammlung etc. S. 233--254.

Versuch der Bienenzucht mit Magazinkörben, nach neuer und Fränkischer Art in hiesigen Landen, von Michael Macklot, d. d Carlsruhe, d. 29. Jun. 1771, st. in den Abhandl. der Fränkischen Bienengesellsch. a. d. J. 1771, S. 354--368.

Die Art, wie man schwache Stöcke mit einander vereiniget, oder copuliret, ist folgende. Man trägt des Abends den schwachen Stock ungefähr 30 <4, 658> Schritte vom Stande weg, und rückt inzwischen den wichtigen Stock auf dessen Stelle. Hierauf bläset man etliche Züge Rauch zu beider Bienen Fluglöcher hinein, damit sie theils gedemüthiget, theils irre gemacht werden, und einerlei Geruch bekommen. Hierauf erbricht man den beiseit getragenen Stock, und dämpft ihn rechtschaffen mit Rauch. Was aufslieget, suchet den Weg nach seinem alten Platz, und kommt also gleich an seinen bestimmten Ort. Sodenn schneidet man mit einem krummen Messer alle Tafeln heraus, und kehret die Bienen auf ein Tuch. Mittlerweile als man die Tafeln ausschneidet, mus man etliche mahl an den Stand gehen, und zusehen, ob die Bienen einander nicht anfallen; wäre dieses, so vertreibt man es ihnen durch Hülfe des Rauches. Endlich trägt man die Bienen auf dem Tuche auch herbei, spießt das Tuch an das Brett an, und läßt alle Bienen hineinziehen, welches man immer mit dem Rauche zu beschleunigen und die Unruhigen zu besänftigen suchet. Auf diese Art werden sie über Nacht Ein Volk seyn. Die Königinn setzet man nicht dazu, es sey denn, daß der wichtige Stock weisellos sey; und auch dann darf man sie noch nicht gleich mit den andern Bienen frei einziehen laßen, sondern mus sie wenigstens 24 Stunden in dem Schächtlein zusetzen, bis sie selbige annehmen, welches man daraus merkt, wenn sie das Schächtlein belagern. Am folgenden Morgen rückt man den Stock wieder auf seine alte Stelle, und läßt den Platz, wo der schwache Stock gestanden, ganz leer. Die vereinigten Bienen werden wohl noch etliche Tage einzeln auf den alten Platz fliegen; sie gewöhnen sich aber bald an ihre neue Wohnung.

Man vereiniget auch die Stöcke durch Röhren, indem man den schwachen Stock neben oder hinter denjenigen stellet, zu welchem er kommen soll, und dem schwachen bloß den Eingang durch eine Röhre in den starken läßt. <4, 659>

Eine ganz neue und bequeme Art, schwache Stöcke mit starken zu vereinigen, ist folgende. An einem recht kalten Tage erbricht man den schwachen, nimmt ihm alle leere Untersätze bis auf den obersten, worinn der Honig ist, hinweg, und setzet diesen sogleich auf denjenigen, wozu er soll. Die Kälte hindert alle Feindschaft unter ihnen, und in zween Tagen wird eine Königinn getödtet seyn.

Herrn Schirachs Mittel, schwache Stöcke zu verstärken, welche er in der 4ten Sammlung der Abhdl. der oberlausitz. B. G. S. 127, f. beschreibt, ist folgende. Da es gut gethan ist, wenn man im Herbste zwei Schwärme zusammenjagen will, daß man die neuen Gäste, die zu einem andern Volke gehen und willig aufgenommen werden sollen, mit Honigwasser besprenget, so nahm er einen vollen Stock und legte einen schwachen an dessen Stelle; den Augenblick aber, indem die Bienen in dem schwachen Stock ankamen, nahm er ein Brettgen, stellte sich vor das Flugloch, trat mit einem von leeren Strohähren gemachten Pinsel vors Flugloch, und bespritzte damit alle neuankommende Bienen, da sie denn von den schwachen willig aufgenommen, und nicht Eine erbissen worden. Weil ihm aber dieses endlich beschwerlich ward, eine Stunde und noch länger vor dem Flug=Loche zu stehen und zu spritzen, so sann er auf ein bequemeres Mittel. Die Erfindung mit dem betäubenden Bovist brachte ihn auf die Gedanken, eine Witterung durch den Rauch ausfindig zu machen, welche diese Vereinigung erleichterte. Er nahm Kohlen, und legte auf dieselben bloß trocknen im Früh=Jahre gesammelten Rindermist, der von den Blumen einen ziemlich aromatischen Geruch behalten hatte. Sobald er also durch seine Leute die Stöcke verwechselt hatte, machte er geschwind den schwachen, den er verstärken wollte, auf, jagte in denselben recht sehr viel dergleichen Rauch, daß sie gleichsam betäubet wurden, und ganz voll dieses Geruchs waren. Sodenn stellte er sich mit seinem recht stark dampfenden Rauchtopf vor den zu verstärkenden Stock, und ließ die neuankommenden Bienen durch diesen Rauch hindurchfliegen. Er spahrte diesen wohlriechenden Rauch gar nicht, damit durch diese kleine Mühe kein Streit entstände. Wollte er nun recht viel Volk haben, so ließ er jemanden die Schildwache des alten Stocks eine Zeitlang abkehren. Diese Operation nahm er allemahl Nachmittags um <4, 660> 3 oder 4 Uhr vor, damit sie des Nachts eher ruhiger würden. Auch nicht eine einzige wurde erbissen, ob sie gleich hin und her aus dem vollen in den schwachen, und einige aus dem schwachen in den vollen Stock flogen. Jedoch bemerkte er, daß die in dem schwachen, bald nach erhaltenem Rauche, sich in einen Klumpen zusammen zogen, in deren Mitten sie die Königinn haben mogten. Nach der Zeit versuchte er es, und legte auch die Blühte des wohlriechenden Geißbarts ( Caprago), der auf allen Wiesen im Jul. und August wächst, zu diesem Rindermist, und es gelung ihm vortrefflich.

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