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15. Von der Bienen=Nutzung, und deren Berechnung.

Die Bienen haben einen beträchtlichen uns bekannten Nutzen 1) für das Naturreich überhaupt, und 2) den Menschen insbesondere.

DDC-Icon Die Bienen dienen, nach dem 11ten Abschnitt, einigen Vögeln, Insecten, u. s. w. zur Speise, und nähren auch andere Thiere mit ihrem Honig und Wachse. Sie müssen, damit sie selbst nicht ausgerottet werden, diese Thiere als Feinde behandeln, aber doch ihnen hier und da unterliegen, damit sie sich nicht zu sehr vermehren, das Gleichgewicht unter den Geschöpfen des Thier<4, 773>reichs erhalten, jene um anderer Ursachen willen in der Kette der Natur nöthige Thiere ernährt, und solchergestallt das Ganze besorgt werde. Ob die Bienen auch andere Thiere hinwiederum, z. E. die Fliegen, tödten und aussaugen, ausser dem äussersten Hunger, ist noch ungewiß.

DDC-Icon DDC-Icon Im Pflanzenreiche ist ihr Nutzen sehr wichtig. In den Gewächsen erzeugt sich ein süßes flüßiges Wesen, wenn saure im schleimigen Wesen befindliche Theile mit vielen öligten wohl vermischt und gedämpft werden. Dieses ist der natürliche Honigsaft der Gewächse. Zur Zeit der Blühte wird derselbe in den Blumen selbst abgesondert, und mus als ein natürlicher überflüßiger Saft abgeschieden werden. Dies geschiehet, wenn er als ein sehr feiner Dampf oder Feuchtigkeit durch die allerzartesten, oft unsichtbaren, Absonderungswerkzeuge durchdringt. Dieser allerfeinste, reine, auf solche Art abgeschiedene Saft bleibt in den Blumen noch eine gewisse Zeit flüßig, verändert sich aber, ohne zu verdünsten, häufet sich zu bald an, wird endlich ganz verdickt, verstopfet und überziehet dort, wo er liegen bleibt, die feinsten Ausgänge, und verhindert und vernichtet die folgende völlige Ausbildung und Wachstum der höchstzarten Früchte. Die Bienen leisten also den Pflanzen einen höchstwichtigen Dienst, und befördern die Fruchtbarkeit, indem sie aus den Blumen den abgeschiedenen Honigsaft, noch ehe er verdickt, auflecken, und also die Blühten von diesen überflüßigen Säften reinigen. Blumen, in denen die Absonderung des Honigsafts nicht bald oder gar nicht vorgehet, verderben, ob sie gleich befruchtet worden, oder bringen unvollkommene Früchte. Eben dergleichen Honigsaft dringt auch bei gar großer Hitze, von selbst oft häufig, aber in etwas groberer, Gestallt, aus Blättern, jungen Zweigen, ganzen Pflanzen, wenn sie noch weich und schwammig sind, ja auch aus alten Aesten, hervor, flußt sogar ab, überziehet die <4, 774> Gewächse glänzend wie ein zäher Firniß, und zwar zuweilen sehr stark; er verdickt sich, wenn ihn die Bienen nicht, solange er noch flüßig ist, ablecken, oder ihn nicht Regen oder Thau dermaßen verdünnen, daß ihn die Bienen auflecken, oder er abgespühlt wird. Bleibt er verdickt liegen, so verstopft er die ausdünstenden und einsaugenden Gefäße; die Pflanze wird krank, wie man am Getraide, Hülsenfruchten und den Bäumen, besonders den alten, siehet; die Luft macht den ausgetretenen Saft bald scharf, eckelhaft, verdorben; es kommen viele andere Insecten, sie verderben ihn durch ihren Unrath, er wird recht bösartig, und ist sodann der sogenannte Honigthau. Wie die große Hitze den Honigsaft hervortreibt, so treiben ihn die Blattläuse heraus, und spritzen ihn durch ihren Hintern von sich, daß er eben so die Blätter uberziehet. Er fallt auch aus der Luft bisweilen auf ein Gewächs hin, aus dem selbst er nicht ausgeschwitzt ist, und schadet eben so, wenn er nicht abgespühlt oder von Insecten aufgeleckt wird. Diesen Honigsaft tragen die Bienen aus den Blumen, und von den übrigen Pflanzentheilen, sehr stark ein; und indem sie damit sich nähren, und einen Nahrungsvorrath in den Stock sammeln, so empfangen sie ihre natürliche Belohnung für den wichtigen Dienst, den sie eben dadurch den Pflanzen zu ihrer Fruchtbarkeit und Erhaltung leisten.

Der Honigsaft, den die Bienen sammeln, wird, wie ich oben S. 488, f. gezeigt habe, von den Bienen in ihrem Leibe weiter zubereitet, und ist alsdenn erst der Honig, den wir in ihren Waben finden.

DDC-Icon Ein anderer sehr wichtiger Dienst, den die Bienen dem Naturreiche leisten, ist die Sammlung des Stoffes zum Wachse, oder des Wachsmehls, (s. Pfeil-IconS. 490), welches der Blumenstaub ist. Diesen Staub, der das Wesentlichste von der allgemeinen und wahren befruchtenden Materie der Gewächse enthält, tragen die Bienen <4, 775> mit sich von einer Blume auf die andere, in der sie auch Honig suchen, und bringen ihn eben so an seinen rechten Ort, wohin er soll, sprengen ihn an, und streichen ihn überall an den feuchten Befruchtungsröhren (Staubwegen) der Blumen, als ob es die Blumen selbst gethan hätten, ab. Alsdenn erfolgt die Befruchtung in den Blumen ganz sicher. Es ist bekannt, daß bei den Pflanzen fast eben so, wie bei den Thieren, sich in den Blühten männliche und weibliche Geschlechtstheile finden, und keine Frucht auf die Blühte solgt, wenn nicht der weibliche Geschlechtstheil das befruchtende Wesen von dem Saamenstaub des männlichen einsaugt. Da nun Gott alle mögliche Arten von Gewächsen erschaffen hat, und erhalten will, mithin auch solche darunter sind, deren Blumen nicht beiderlei Geschlechtstheile in sich fassen, die also abgesonderte männliche und weibliche Blühten an Einem Stamme, (z. E. Kürbissen,) oder gar an verschiedenen Stämmen, (z. E. Hanf) tragen: so würden sie öfters unbefruchtet bleiben, und keine vollkommene Frucht und Saamen bringen, wenn die Bienen und andere blumensaugende Insecten nicht die natürliche Verbindung zwischen den Blumen beiderlei Geschlechts bewirkten, und den Blumenstaub aus einer männlichen in die weibliche Blume dieser Art überbrächten. So nöthig sie hier zur Befruchtung sind, so nützlich sind sie auch darzu bei solchen Pflanzen, deren jede Blume beiderlei Geschlechtstheile beisammen in sich hat. Wie oft wird durch ganz gemeine oder gewöhnliche Zufälle die natürliche Wirkung dieser Geschlechtstheile in einander vermindert, gehemmt, oder gar vereitelt, daß z. E. der Saamenstaub der einen Blume nicht gut, der Staubweg aber noch wohl beschaffen ist, und umgekehrt. Diesen Unvollkommenheiten abzuhelfen, gab der weise Schöpfer auch diesen Gewächsarten sichere Gehülfen an den Bienen, und andern blumensaugenden Insecten, die, um ihrer eigenen Nahrung willen, den Saamen<4, 776>=Staub aus einer Blume in die andere tragen. Diese 2 wichtige Dienste, ohne welche wir von vielen Gewächsen gar keine, von vielen aber wenigere, oder unvollkommnere Früchte haben würden, leisten die Bienen insbesondere, welche zu ihrer Nahrung und Waben, Honig und Saamenstaub sammeln müssen, aber auch, weil ihrer darzu viel zu wenig sind, noch eine Menge anderer blumensaugenden Insecten, welche zwar nur dem Honig nachgehen, und den Blumenstaub nicht selbst nöthig haben, jedoch aber leztern an ihrem haarichten Leibe, wenn sie den Honig aus den Blumen hohlen, auffangen und in andere Blumen übertragen müssen, ohne daß sie die Absicht haben, den Blumenstaub zu sammeln, oder solches zu verhindern vermögen. Es geschieht zwar auch, daß einige dieser Blumensauger die Blumen beschädigen, und manche Mißgeburten der Gewächse und ihrer Früchte, auch manche Krankheiten bei den Blumen verursachen; allein derer Fälle, worinn sie nutzen, sind weit mehrere, und die Bienen gehören nicht in die Classe derselben. Man kann sicher schlüßen, daß die Fruchtbarkeit eines Gewächses nicht groß seyn werde, wenn vor und in der Blühtzeit desselben die Insecten nicht stark fliegen, und die Bienen nicht anhaltend eintragen. Denn alsdenn ist, vor der Blühte, Honigsaft und Saamenstaub nicht gehörig zubereitet worden, und jener wird in der Blühtzeit nicht recht abgeschieden, auch nicht zu rechter Zeit weggeschafft, dieser aber wird nicht gehörig an die Staubwege gebracht. Die Witterung ist alsdenn auch nicht gut. Gutes Wetter und viel Bienen in der Nähe, zur Zeit der Blühte, sind zwei sehr wichtige Beförderungsmittel der Fruchtbarkeit.

DDC-Icon Nächstdem saugen auch die Bienen die schädlichen Wachs= und Honigausdünstungen aus den Blumen der Wiesen und Weiden, und sondern die scharfen Theile, welche sich in ihre Excremente und in ihren Stachel ziehen, ab, den reinen Honig aber heben sie nützlich auf, nachdem sie das <4, 777> Wachs davon gleichfalls abgesondert haben. Man hat daher in England, Spanien, Pohlen, Schweden, und selbst in Schlesien, und der Mark, angemerkt, daß die Viehweiden an solchen Oerter. weit gesunder und nahrhafter für das Vieh, besonders die Schafe, seyn, wo viele Bienen gehalten werden; wie denn auch das Heu von solchen Oertern wohlriechender, kräftiger und gesunder ist. Ja, es hat in der Gegend Dannenberg neuerlich jemand angemerkt, daß die Hornviehseuche, wenn sie an Oerter verschleppet worden, wo viele Bienen gehalten werden, daselbst erträglicher gewütet habe; auch daß einige Stücke Vieh, welche einem Bienenschauer nahe gestanden, ohne Gebrauch einiger Mittel glücklich durchgekommen seyn, obgleich die mehr entfernten alle darauf gegangen. Woraus derselbe gemuthmaßet, daß die Bienen einen Theil der giftigen Dünste an sich gezogen, und die Luft gereinigt haben. Verdient also nicht auch in diesem Betracht die Bienenzucht eine Empfehlung?

Ausser dem iztbeschriebenen Nutzen der Bienen, der von vielen nicht bedacht wird, und woran wir doch soviel Antheil haben, nutzen uns Menschen die Bienen durch ihren Honig, Wachs, Kütt, und durch junge Schwärme.

DDC-Icon Die Bienen selbst werden auch äusserlich gebraucht. Man läßt sie nehmlich trocknen, stößt sie zu Pulver, thut dieses Pulver in Eidechsenöl, und macht eine Art von Salbe daraus, womit man sich den Kopf, zur Beförderung des Haarwuchses, reibet.

Für einzelne Hauswirthe kann die Bienenzucht sehr einträglich werden, wenn sie die Bienen 1) in ziemlicher Menge, 2) magazinmäßig, 3) mit Anbau guter Bienengewächse in der Nähe, und 4) gehörig halten.

Man halte zwar viel Bienen, aber nicht soviel, als man will, sondern, soviel man gehörig abwarten kann. Zu 70, 80 oder 100 Stöcken will, die vornehmsten Monathe hindurch, fast ein eigener Wärter seyn. Sie <4, 778> erfordern mehr Aufsicht, als alles andere Vieh. Sie bringen aber auch, bei gedeihlichen Jahren mehr, als das übrige. Kann man also, seiner Wirthschaft wegen, nicht viel Bienen bestreiten, so halte man sich lieber wenigere; denn die eigene Aufsicht ist die beste. Bei Meierhöfen finden sich ja immer dergleichen Leute, die Lust und Liebe darzu haben, und die übrigen Monathe hindurch etwas anders treiben können, als: Gärtner, Brauer, Jäger, Vögte, und andere Einwohner.

DDC-Icon DDC-Icon Um von dem großen Vortheil, welchen die Bienen=Zucht einem ganzen Staate sowohl, als dem Landwirthe selbst, verschaffet, will ich die Berechnung, welche ein gewisser hannoverischer Geistlicher, in den Hannover. Anzeigen, v. J. 1750, von seinem Kirchspiel Münster, im Amte Ebdorf, gemacht hat, hier anführen. Er nimmt in selbigem 60 Lags oder Bienenstellen an, und rechnet zu jedem 40, höchstens 50 Stöcke Zucht= oder Leibbienen. Er erinnert, wenn man einträgliche Ernten habe, könne man wohl 12 bis 15 Tonnen Honig von einem Lag erhalten; allein, er setzt nicht mehr als 8 Tonnen an. Eine vestgestampfte Honigtonne aber hält 300 Pfund Honig. Wenn nur auch ein schlechtes Bienenjahr ist, so giebt ein solches Lag zwar nur 6 bis 7 Tonnen; allein, man kann doch füglich 8 Tonnen, als das allezeit bleibende Mittel in 6 Jahren, annehmen. Solchergestallt aber hat dieses einzige Kirchspiel von 60 Lags, 480 Tonnen Honig geerntet. Er ziehet aber für ein jedes Lag 2 Tonnen zum künftigen Futterhonig wieder ab; mithin bleiben doch 360 Tonnen übrig. Der allerwohlfeilste Preis des Honigs auf der Stelle, wird hier nur auf 12 Rthlr. für eine Tonne angesetzt, da doch selbige mehrentheils für 15 und bisweilen für 20 Rthlr. verkauft, ja in magern Jahren sonderlich der Futterhonig gern mit 30 Rthlr. bezahlt wird, wenn man ihn nur haben kann. Und auf diese Art rechnet er 72 Rthlr. für 6 Tonnen, oder soviel Gewinn von einem Lage; also betragen 360 <4, 779> Tonnen für das ganze Kirchspiel 4320 Rthlr. Er rechnet übrigens gar nichts wegen des Wachses an, davon ein Lag jährlich doch gleichwohl 60, 70 bis 80 Pfund reines Wachs giebt, es mag der Honig gut oder schlecht gerathen. Er schlägt solches auf die übrigen Unkosten, welche auf die Wartung und Unterhaltung der Bienen=Wärter gehen. Dieses ist also schon ein schöner Gewinn aus dem Honigbau für ein einziges Kirchspiel in einem nicht sonderlich reichen Jahre. Nach dieser Berechnung kommt der Nutzen von einem Bienenstock 1 Rthlr. 10 Gr. 6 Pfenn. Allein, wenn man auch nur 1 Rthlr. rechnet, so ist es schon eine schöne Einnahme für einen Landwirth, wenn er ein Lag oder 50 Stöcke hat. Was würde es nun für ein ganzes Land betragen, worinnen sich 500 Bienenwirthschaften, jede zu 50 bis 60 Lags gerechnet, befinden! Nach jenem Fuß beträgt es eine Summe von 2 Millionen und 160000 Reichsthaler.

Daß die Bienencultur eine verborgene Quelle zum Reichtum des Staats sey, läßt sich daraus noch bündiger beweisen, wenn man in einem mittlern Anschlag und Gegeneinanderhaltung der Einnahme und Ausgabe unwiderleglich darleget, daß in 5 Jahren allemahl an 100 pro Cent, das ist, fast noch einmahl soviel, als die Anlage beträgt, bei der Bienenzucht gewonnen werden. Hier ist Hrn. Schirachs Berechnung darüber, aus No. 26 des Leipz. Int. Bl. v. J. 1763, welche, nach den Oberlausitzischen Preisen, nach einem sehr mittelmäßigen angenommenen Ertrags=Quanto eingerichtet ist.

DDC-Icon Da ein guter Wirth allemahl wenigstens mit 2 Stöcken anfangen mus, so rechnet man die Anlage 8 Thlr., den Stock zu 4 Thlr. Von diesen Stöcken kommt wenigstens 1 Pf. Wachs, à 8 Groschen. Sodenn hat man davon 1, 2, auch 3 Schwärme. oder, wenn man wirthschaftlich verfährt, einen Ableger, nach der im 6ten Abschn. beschriebenen Procedur; und dieser Ableger ist mehr werth, als alle 3 Schwärme zusammen. Ein <4, 780> zeitiger Marienschwarm kommt nie über 1 Thlr. und ein späterer selten auf 16 Gr. zu stehen; hingegen ein Ableger wenigstens 2 Thlr. 8 Gr. Ferner kochen einige Gegenden Meth, an dessen Stelle in der Oberlausitz der Honig=Essig kommt. Wenn der Honig am Feuer sacht aufkocht, so sammelt sich oben alles, was unrein ist. Dieses wird, nachdem der Honig kalt geworden, abgenommen, nochmahls in Wasser gesotten, und dieses süße Wasser sodenn in Krügen 1/4 Jahr auf dem warmen Boden aufgehoben. Daraus wird der allerschärfste und schmackhafteste Essig, (wovon 1 Kanne zwo Kannen Bieressig weit übertrifft,) von jedem Stock 4 Kannen, die Kanne zu 1 Gr. gerechnet. Ueberdem sind die Wachshulsen, so an die Erzgebirger zu Terpenthin verkauft werden, und deren von 2 Stöcken gewiß allemahl für 1 Gr. kommt. Ein schlechter Wirth würde den Honig endlich auch noch in Ansatz bringen. Allein, dies thut ein wahrer Bienenverständiger so wenig, als ein vernünftiger Landwirth sein Heu und Haber, wenn er dessen selbst benöthigt ist, zum Verkauf in Ansatz bringen kann. Nach diesen datis, wäre dieß die Gestallt einer fünfjährigen Berechnung der Einnahmen:

Das erste Jahr: Thlr. Gr. Wachs 2 Pf. à 8 Gr. -- 16 Der Ableger 2 8 Der Honig=Essig -- 8 Die Wachshülsen -- 1 3 thl. 9 gl.

Das zweite Jahr bleibt mit dem vorigen egal, nur daß 1/2 Pfund Wachs à 4 Gr. dazu kommt, so der Ableger nunmehr giebt. Folglich ist die Summa 3 thl. 13 gl.

Das dritte Jahr giebt eben dieß, und noch 1/2 Pf. Wachs à 4 gl. und wenigstens 2 Kannen Honig=Essig von drei jährlichen Ablegen mehr à 1 gl. Also zusammen 3 thl. 19 gl.

Im vierten Jahre, kommen 4 Pfund Wachs, und von 2 alten Stöcken und 2 Ablegern zusammen wenigstens 14 Kannen Honig=Essig à 1 gl. Mithin in allem 4 thl. 8 gl. <4, 781>

Im fünften Jahre endlich stünde die Rechnung folgendergestallt: Thl. Gr. Wachs, von alten Stöcken, von vollkommenen Ablegern, und von neuen Ablegern, 5 Pf. à 8 gl. 116 Ableger, deren man von 4 alten Stöcken gern 2 machen kann, à 2 thl. 8 gl. 4 16 Honig=Essig, in allem 16 Kannen, à 1 gl. -- 16 Hülsen -- 3 7 thl. 3 gl. So zusammen in fünf Jahren eine Summe von 22 thl. 4 gl. machet.

Die Ausgaben dagegen sind bald übersehen. Werden die Kästchen (nach Schirachs Vorschrift) von Holz gemacht, da man sie doch auch umsonst von Stroh flechten kann, so kommt ein solches Bienenhaus 6 bis 8 Groschen. Das Lohn des sogenannten Bienenvaters, ist 4 gl. für das Ablegen, und 8 gl. für das Zeideln jeden Stocks, so daß in fünf Jahren die Ausgaben sind:

Thl. Gr. Acht Kästchen, à 6 gl. 2 -- Zwanzigmahl Zeideln 3 16 Für sechs Ableger 2 -- 7 thl. 16 gl.

welche 7 Thl. 16 Gr., nach Abzug von der Einnahme, einen Bestand von 14 Thlr. 12 Gr. und folglich fast noch einmahl soviel als die Anlage war, gewähren.

In No. 48 des Lpz. Int. Bl. v. J. 1768, findet sich folgende Tabellarische Berechnung von Nuzzung der Bienen, 1) nach einem reichen Honig=Jahr, 2) nach einem Mitteljahr, 3) nach einem schlechten Jahr.

Capital zu Ankaufung der Bienen.

Thl. Gr. Pf. Capital. 20 per se à -- -- zu Erkaufung 4 Stöcke oder Körbe mit Bienen, 5 Thlr. als um welchen Preis, weil es der höchste ist, die besten Bienen erkaufet werden können.

<4, 782>

Alljährliche Interesse von dem angewendeten Capital.

Thl. Gr. Pf. Interesse davon 1 -- -- jährliche Interesse von vorstehendem Capital, per se nach 5 pro Cent gerechnet.

Einnahme von 4 erkauften Stöcken oder Körben mit Bienen, in einem reichen Honigjahr.

Thl. Gr. Pf. Von Stöcken oder Körben. 3 -- -- für 6 Kannen Honig. -- 12 -- für 1 1/2 Pfund Wachs. 1 8 -- für einen Hauptschwarm. -- 16 -- für einen Nachschwarm. 5 12 -- von einem Stock oder Korb. 5 12 -- von dem 2ten. 5 12 -- von dem 3ten. 5 12 -- von dem 4ten. 22 -- -- Summa. Hiervon gehen ab: 4 -- -- für 8 Kannen Honig von allen 4 Stöcken, welcher zur Ausfütterung der Nachschwärme, und Uebertragung der künstigen Jahre aufgehoben wird, daß also jährlich Nutzung verbleiben 18 -- --

Einnahme von 4 Stück dergleichen in einem Mitteljahr.

Thl. Gr. Pf. Von 4 Stück dergleichen. 2 -- -- für Kannen Honig. -- 8 -- für Pf. Wachs. von dem ersten Stock oder Korb. 2 8 -- von dem 2ten. 2 8 -- von dem 3ten. 2 8 -- von dem 4ten. 2 16 -- für Hauptschwärme von Stöcken. 1 8 -- für Nachschwärme von Stöcken. 13 8 -- Summa.<4, 783> Hiervon abgezogen 2 12 -- für 5 Kannen Honig von allen 4 Stöcken, so zur Ausfütterung aufbehalten werden; mithin verbleibt an Nutzung 10 20 --

Einnahme von 4 Stück dergleichen in einem schlechten Jahre.

Thl. Gr. Pf. Von 4 Stück dergleichen. 1 -- -- für Kannen Honig. -- 8 -- für Wachs.von dem ersten Stock oder Korb. 1 8 -- von dem 2ten. 1 8 -- von dem 3ten. 1 8 -- von dem 4ten. 1 -- -- für einen Hauptschwarm, von allen 4 Stöcken, weil er doch in einem dergleichen Jahre nicht so volkreich und mithin 8 Gr. wohlfeiler. -- 12 -- für einen dergleichen Nachschwarm, von allen Stöcken. 6 20 -- Summa. 1 12 -- für Kanne Honig zur Verwahrung hiervon abgezogen, so verbleiben zur jährlichen Nutzung 5 8 --

H. Wahre und gegründete Anzeige, wie hoch der Nutzen von den Bienen 1) nach einem trocknen und unfruchtbaren Jahre, also am allerwenigsten; 2) nach einer mittelmäßigen Fruchtbarkeit, einfolglich am gewöhnlichsten, und 3) nach einem seegensvollen Jahr, und mithin am höchsten, zu rechnen und zu erhalten ist, st. in No. 50. des Lpz. Int. Bl. v. J. 1764.

Von der Bienennutzung, st. in No. 26 dess. v. J. 1765. Der Verf. sagt: „ Den Ertrag eines Bienenstocks finde im 50 St. der Intell. Bl. viel zu klein angegeben. Ich habe denselben viel höher gebracht und befunden, daß 10 Bienenstöcke so einträglich sind, als ein Viertelland Feld. Der Aufwand ist gering, und die Mühe mehr für einen Zeitvertreib zu achten. Es macht auch in Absicht der leztern keinen großen Unterschied, ob man wenige oder viele Stöcke hat. Ich habe seit 12 Jahren von 2 Stöcken, welche 3 Thlr. 4 Gr. kosteten, einen Abnutz von ungefähr <4, 784> 80 Thlr. ohne alle Unkosten gehabt, und itzo werfen sie in Bausch und Bogen jährlich die Interessen von 200 Thlr. ab. Nur mus man bei dergleichen Anlagen dahin sehen, daß man Baumgärten, Wiesen, oder Rübsaamenfelder in der Nahe habe, und seine Bienen mit der gehörigen Einsicht und Fleiß abwarte ”.

Von der vortheilhaftesten Art, die Bienen zu nutzen, ausgefertigt von Fr. Trangott Schmidt, st. in der 2ten Samml. der oberlausitz. Abhdl. S. 225--245.

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