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11. Von den vornehmsten Feinden der Bienen, und verschiedenen andern ihnen widrigen Zufällen.

Nachdem ein Eigentümer seine Bienen mit so reichlicher Nahrung, als möglich ist, versehen hat, mus nunmehr seine erste Sorge dahin gerichtet seyn, sie auch vor den so mancherlei Feinden zu beschützen, die selbige entweder nur zu berauben, oder gar zu beschädigen und zu verderben suchen.

Die Bienen haben mancherlei Feinde. I. Aus der Classe der Insecten, sind es

1. Bienen. a) Sie bringen überflüßige Königinnen und die Drohnen ihres Stocks zur gewissen Zeit um. b) Fremde, die sich zu ihnen verirren, nicht in ihrer Gesellschaft bleiben, nach dem Fressen wieder in ihren eigenen Stock zurück gehen, und also nichts zum gemeinen Besten dieses fremden Stocks beitragen, sondern bloß zehren, und die sich am Geruch, am furchtsamen Eingehen und Fliedern ihrer Flügel zu erkennen geben, behandeln sie feindlich, und tödten sie. c) Die Näscher sind fremde Bienen, welche einzeln dem Honiggeruch nachgehen, Bogenweise von einem Stock zum andern fliegen, und sich vornehmlich sehen laßen, wenn nicht volle Nahrung draussen ist, nehmlich vom Ende Augusts bis in den Mai; jedoch nähern sie sich auch, den ganzen Sommer über, den Stöcken. Aus ihnen können Räuber werden. d) Die Räuber, oder sogenann<4, 709>ten Raubbienen, sind Bienen, die dem Honiggeruch, der etwa von verschüttetem Honig, oder bei der Wärme von den durch entstandene Ritzen ausgehenden Honig=Dünsten entstehet, nachgehen, und Honig abhohlen, wo sie ihn finden und nehmen können. Die Näscher und Raubbienen erkennet man daran, daß sie nicht, wie die häuslichen Bienen, gerade gegen das Flugloch fliegen, sondern um die Bienenstöcke vorn und hinten schüchtern und suchend herum schwärmen, solange sie nehmlich einen Bienenstamm noch nicht wirklich angefallen und übermannt haben; denn alsdenn fliegen sie gerade auf das Flugloch zu, und wie andere Bienen aus und ein, und zwar vom frühesten Morgen bis in die späte Nacht, wenn schon die andern Bienen ruhig sind, welches ein gewisses Kennzeichen der Raubbienen ist. Sie werden auch im Anfang von den einheimischen Bienen, wenn sie sich dem Flugloch nähern, vor welchem sie lange herum schweben, oder wenn sie sich auf das Brett setzen, welches sie mit merklicher Furcht und Vorsicht thun, sogleich angegriffen. Es haben auch solche Raubbienen, die dieses Handwerk schon eine Zeitlang getrieben haben, eine schwärzere und glänzendere Farbe, als die ordentlichen Bienen, die sie durch das öftere Ein= und Auskriechen in die Honigzellen bekommen; und diese sind die gefährlichsten Feinde, weil sie schon ausgelernte Diebe sind. Um sie ausserdem kenntlich zu machen, pudert man sie mit Mehl oder Asche, noch besser aber mit feingemahlener Kreide, damit die gepuderten Bienen kein Mehl mit in den Korb bringen, welches Ameisen und Gewürme herbeilocket, und wovon der Honig verdirbt. An den äussersten Gränzen von Pohlen soll man Raub=Bienen durch Kunst machen, indem man die jungen Schwarme durch die knorpeligte Gurgel eines Wolfs in den Bienenstock einläßt. Sobald man diese Gäste bemerket, mus man ihnen gleich im Anfang dadurch begegnen, daß man sie mit einer Ruthe wegscheuchet, oder sich die Mühe <4, 710> nimmt, sie mit einem, 1 Schuh langen und 1 Zoll breiten, Brettchen im Fluge todtschlägt, auch allenfalls, wenn sie sich stark einstellen, Abends alle seine Bienen=Stöcke zumachet, und am Morgen alle solche ankommende Liebhaber wegpeitschet. Man kann sie, nach Neidharts Versicherung, dadurch gar oft gänzlich vertreiben. Sollten diese Raubbienen bei einem und dem andern Bienenstock einen wirklichen Angriff wagen, welches man an dem häufigen Herumbeißen der Bienen vor dem Flugloch erkennen kann, wobei auf beiden Theilen viele getödtet werden, indem sie sich nicht nur beißen, sondern auch alle Mühe geben, einander mit ihrem Stachel zu verwunden: so mus man das Flugloch eines solchen Bienenstocks ganz enge machen, und tapfer unter die ankommenden Bienen, nachdem man sich durch die Bienenkappe verwahrt hat, mit einer Ruthe, oder vorgedachtem Brettchen, losschlagen. Trifft man auch gleich einige Bienen von denen, die wirklich in den Stand gehören, so thut solches nichts; sie werden dadurch böse gemacht, daß sie den Raubbienen tapferer widerstehen. In eben dieser Absicht geben Manche auch ihren Bienen kleingeriebenen Postsaamen unter das Futter, oder, statt dessen, blanken Wein und weißen Weihrauch, weil sie davon stark und beißig werden sollen. Auch sind Citronenschalen dazu dienlich, welche sie gern im Futter leiden und abnagen. Auch soll es die Bienen stark und muthig zum Widerstehen machen, wenn man ihnen für 8 Pfenn. Bibergeil, und für 4 Pfenn. Granatenschalen und Bärwurzel ins Futter giebt. Andere nehmen, auf 20 Stöcke, für 4 Pfenn. Griechischheu=Saamen, machen solchen klein, und mischen ihn unter den Futterhonig, laßen solchen 24 Stunden damit stehen, und setzen es ihnen spät auf den Abend unter; alsdenn machen sie die Fluglöcher vest zu, und verbinden die Körbe unten mit einem leinen Tuche; ziehen aber, damit die Bienen Luft haben, die Körbe von dem Brett <4, 711> etwas hervor; laßen sie also bis des andern Morgens um 9 oder 10 Uhr stehen, und öffnen sie alsdenn, so fliegen die Bienen häufig in die Luft, als wenn sie rasend oder toll wären, überfallen die Raubbienen, und nehmen ihnen die vorige Beute gedoppelt wieder ab. Noch andere bedienen sich des gedachten Saamens auf die Art, daß sie solchen klein stoßen, in Papier wickeln, lezteres mit einer Nadel durchstechen, und in das Flug=Loch stecken. Einige rathen, man soll einen Theil guten Wein, und einen Theil Branntwein nehmen, darunter etwas frischen Honig oder Zucker thun, es in eine flache Schale gießen, und unter den Korb, um welchen die Raubbienen schweifen, setzen. Die Bienen sollen alsdenn diese leckere Suppe sogleich verzehren, und hierdurch Stärke und Muth erhalten, daß sie sich nicht allein gegen die Raubbienen tapfer vertheidigen, sondern auch dieselben gänzlich vertreiben würden. Auch das ist für gut befunden worden, daß man den Bienen einen engen und langen Eingang in den Bienenstock machet. In dieser Absicht hat man 3 halbrunde inwendig ausgedrehete Hölzer, da eines in das andere passet, und eines immer länger ist als das andere. Das weiteste und kürzeste stecket man zuerst in das Flugloch, und dieses läßt eine halbrunde Oeffnung, von etwa 2 Zoll in der Länge, und 1 Zoll Höhe. Man kann dieses auch von Blech verfertigen, und sogleich an dasjenige Blech ankütten laßen, welches vor das Flugloch kommt, jedoch so, daß man den blechenen durchlöcherten Schieber darüber auf= und abschieben kann. In dieses erste halbrunde Holz oder Blech schiebet man das 2te Holz, welches etwa 3 Zoll lang ist, und eine Oeffnung zum Ein= und Ausgehen von 1 Zoll Weite, und 1/2 Zoll Höhe, läßt. Ist der Angriff der Raubbienen stark, so stecket man in dieses das 3te Holz, welches 4 bis 5 Zoll lang ist, und einen Eingang von 1/2 Zoll läßt. Hier müssen die Bienen durch die lange und enge Röhre hineinkrie<4, 712>chen, und es können darinnen die angegriffenen Bienen den Raubbienen leicht widerstehen. Diejenigen Raub=Bienen, die sich gleichwohl durch diesen engen Eingang hindurch wagen, und in den Stock hinein kommen, können hernach den Ausgang nicht wieder finden, weil diese Halbröhre weit in den Stock hinein gehet, welches aber die häuslichen Bienen bald gewahr werden. Die Raubbienen laufen also ängstlich in dem Stock herum, und können von den einheimischen Bienen desto eher getödtet werden. Laßen sich aber dadurch die Raubbienen auch nicht abhalten, und merket man, daß ihnen die angegriffenen Bienen nicht widerstehen können: so bestreue man die Bienen mit geschabter Kreide, gehe ihrem Flug nach, und suche ihren Stand auf. Hat man den raubenden Stamm gefunden, so vergleiche man sich mit dem Besitzer desselben, und stelle diesen Räuber neben den beraubten, oder, wenn dieser schon überwunden und verdorben worden, an desselben Stelle. Durch diese Veränderung des Orts, wobei zugleich dem Räuber viele Bienen entgehen, und derselbe geschwächet wird, wird seiner Neigung zum Rauben gänzlich gewehret. Wollte sich aber der Besitzer eines solchen Räubers nicht hierzu verstehen, oder seine Bienenstöcke nicht 1 Meile weit wegschaffen, so kann man zu andern gewaltsamen Mitteln schreiten, und die Raubbienen tödten, indem man den beraubten Stock von seinem Platz wegnimmt, und an dessen Stelle einen leeren hinsetzet, unter welchem man auf einem Teller Honig mit Bierhefen, Sauerteig oder blauer Stärke vermischt, hinstellet, wovon sie alle sterben. Da ein solcher Raubbienenstamm, wenn es ihm einmahl gelungen ist, eine große Verheerung bei einem Bienenstand anrichten kann, so kann man es einem Bienenfreund nicht verdenken, wenn er, nachdem er seinen Nachbar gewarnet, und ihm die Mittel, wodurch beiden geholfen werden könnte, vorgeschlagen hat, von demselben aber muthwillig und boshaft <4, 713> verachtet worden, seinen eigenen Nutzen dem Nutzen seines Nächsten, und ein kleineres Uebel dem größern vorziehet. Die vernünftigste Rache, die man gegen solche Raubbienen und ihre unbillige Besitzer ausüben kann, ist, wenn man dieselben wegfängt, und sich selbst eigen machet. Dieses kann auf folgende Art geschehen. Man nimmt Abends den Korb, den die Raubbienen angefallen haben, aus dem Stand weg, setzet an dessen Stelle einen leeren Korb, und in denselben ein Gefäß mit Honig. Man schmiert das Flugloch ganz zu, machet hernach einige Zoll über dem Flugloch eine Oeffnung in den Korb, und stecket in dieselbe eine Holunder=Röhre, die inwendig hohl, und über 1/2 Schuh lang ist, daß sie wohl in den Stock hineingehet. Durch diese Röhre werden nun die Raubbienen hineinkriechen, aber den Ausgang nicht wieder finden. Wenn man nun eine ziemliche Anzahl solcher Gäste eingesperrt hat, so kann man dieselben Abends mit Bovist schlafend machen, zu einem andern Stock, dem es an Bienen mangelt, hineinthun, und diesen Stock etliche Tage verschlüßen, so werden sie sich mit den andern Bienen vereinigen, und hernach gemeinschaftlich arbeiten; der Räuber aber wird dadurch geschwächt werden, daß er hernach sein Rauben einstellen wird. Oder, man nimmt den beraubten Stock von seiner Stelle hinweg, und setzet an dessen Stelle einen leeren hin, worinn man einige Brut= und Honig=Tafeln, die man aus einem andern Stocke geschnitten, anspießet. Durch das Flugloch läßt man eine Röhre, von 6 Zoll lang, gehen, wodurch die Bienen leicht hineinkommen. Diese Röhre mus am Ende etwas in die Höhe stehen, damit die eingegangen Bienen den Rück=Weg nicht finden. Auf diese Art kann man den Raub=Schwarm in kurzer Zeit wegfangen; und da die eingesperrten Bienen keine Ausflucht wissen, so werden sie sich an die Brut machen, und eine Königinn erbrüten. Nach zween Tagen darf man solche nur auf 1/2 Meile weit <4, 714> wegtragen, und des Abends das erstemahl ausfliegen laßen. Haben sie einmahl eine Königinn, so kann man, wenn der Stock nicht stark genug ist, noch von andern, die überflüßig besetzt sind, eine Partei Bienen hinzuthun, und sich auf diese Art einen neuen Stock anziehen.

Bisweilen weis man von keinen fremden Raubbienen, und doch heeren oft unsere eigene Mitbienen sich oder andere aus, und gewöhnen sich leicht ans Rauben, wenn sie nur einigemahl aus einem andern Stock glücklich Honig abgehohlt haben. Die unschuldigsten Bienenväter können daher unter ihren Bienen Raubbienen bekommen. In solchem Fall kann man es ihnen auf folgende Art verwehren, ohne sie zu verderben. Sobald man bemerkt, daß unsere Bienen anfangen zu rauben, nehme man Spreu von gedroschenen Leinsaamenknoten, und streue ihnen dieselbe, solange es Noth thut, in und zwischen die Scheiben und das Gewirk. Das Bienen=Volk, welches keinen Unrath im Stocke leiden kann, sieht sich alsdenn genöthigt, den Korb zu reinigen, womit sie einige Tage volle Arbeit finden. Darüber vergehet ihnen die Lust zu rauben, und sie haben es unter der Zeit völlig vergessen gelernt. Das Einstreuen des Sandes, welches Einige anrathen, ist ihnen, wegen des darunter befindlichen feinen Staubes, schädlich, und kann ihnen den Honig verderben, weil immer viele Zellen ohne Bedeckung offen gelaßen werden.

Mittel zu Erhaltung der Bienen, und Vertreibung der Raubbienen, st. im 13 St. der Giess. wöchentl. gemeinnütz. Anz. und Nachr. v. J. 1764, S. 98. Man nimmt Granatensaamen 1/2 Loth, Bibergeil 20 Gran; dies wird zu Pulver gestoßen, und 1/2 Loth davon mit 2 Loth Honig vermischt, und den Bienen vorgesetzt.

Unleugbare Erfahrungen, zur richtigern Beurtheilung des so übel berüchtigten Raubens der Bienen, und zur Vermeidung des daher entstehenden Schadens, st. in den Nützl. Beitr. zu den nenen Strelitz. Anz. v. 10, 17 und 24 May 1769.

Dan. Gottfr. Schrebers Abhandlung von Raubbienen, st. in dessen Samml. verschied. Schriften etc. VIII Th. Halle 1761, gr. 8. S. 434--444. <4, 715>

Hrn. Propst Stieglitz Abhandlung von Raubbienen, st. im 113 St. der Berlin. wöchentl. Relation etc. v. J. 1755, S. 901--905, und im 122 St. S. 973--976: desgl. in der 2ten Samml. der Abhandl. der oberlausitz. Bienenges. S. 142--154.

2. Mücken, sind im Winter ungescheut im Korbe, schaden aber nicht viel, lecken etwa, aufgelebt, aus den offenen Zellen etwas Honig.

DDC-Icon DDC-Icon DDC-Icon 3. Die Ameise, ist wohl auch keine Bienenfreundin, denn sie gehet sehr auf den Honig. Aber ein gutes Verkleben der Stöcke, und der Muth der Bienen, halten sie leicht ab. In schwachen Stöcken, die im Frühjahr ihre Kuchen nicht völlig bedecken können, findet man die Ameisen häufig bei dem eingeschlagenen Honig, und man kann sie mit genauer Noth und vieler Mühe davon abhalten. Wenn aber auch die Stöcke stark genug an Bienenvolk sind, ihnen Widerstand zu thun, so werden sie doch wenigstens sehr von der Arbeit abgehalten, weil sie den ganzen Tag bemüht sind, ihre Feinde von dem Raub ab= und zurückzuhalten. Man mus sich daher angelegen seyn laßen, sie, soviel möglich, davor zu bewahren. Zu denen Mitteln, die Ameisen von den Bienenstöcken abzuhalten, welche ich bereits im I Th. meiner Oeconom. Encyclopädie, Pfeil-IconS. 667, angegeben habe, füge noch folgende hinzu. Man kocht etwas Weizenkörner mit hinlänglichem Wasser, darinn einige Händevoll Kraut und Wurzeln von dem stinkenden Schierling (Cicuta fœtida) geworfen worden, 1/4 Stunde lang. Man legt alsdenn diese Körner zwischen Papier hier und da im Stande hin, so werden sie ihren Tod selbst suchen. Diese Körner bleiben über 8 Tage lang tödtlich; daher dienen sie auch wider die Mäuse und Maulwürfe, wenn sie frisch in die Löcher gelegt werden. Ein Mitglied der oberlausitz. Bienengesellsch. macht in der ersten Samml. der Abhandlungen, S. 61, folgendes zuverläßiges, ganz einfaches, Mittel bekannt. Ein Mittel, dessen sich auch vieleicht die <4, 716> Gärtner, in Ansehung der Bäume, die oft damit belästiget werden, bedienen könnten. Er nimmt ein Stück altes Pelzwerk, worauf doch noch die Wolle ist, zerschneidet solches, eines Daumen breit, in lange Riemen, und nähet die Riemen zusammen, bis er ein so langes Stück herausbringt, daß er es um den Bienenstock herum binden kann. Nicht eine Ameise wagt sich, über dies Pelzwerk zu gehen; sie probiren zwar, aber sie kehren bald wieder um. Ein Mittel, welches den ganzen Sommer hindurch dauert! Zur Vertilgung der großen schwarzen Ameisen, mus man einen irdenen oder gläsernen Napf mit Honigwasser anfüllen, und an den Ort stellen, wo sie am häufigsten ihren Gang haben; sie werden dem süßen Geruch und Safte nacheilen, und darinnen ersaufen.

4. Die Spinne, ist ein gefährlicher Feind. Es ist fast unglaublich, wie viele Bienen dadurch verloren gehen. Sie ist den Lägern noch gefährlicher, als den Ständern. Sie breitet ihr Gewebe allenthalben, um die Stöcke, und, wo möglich, im Stocke selbst, auch an den Wänden, Blumen und Gebüschen aus, worinn sich manche Bienen bei der Rückkunft, da sie schwer beladen sind, verwickeln, und von den Spinnen gefangen und mit Appetit verzehrt werden. Kommt die Königinn von ungefähr in ein solch Spinnengewebe, so ist es um den ganzen Stock geschehen. Man mus dergleichen Gewebe um die Bienenstöcke herum fleißig und alle Morgen abfegen, und die Spinnen tödten. Neidhart versichert, wenn man Brasilienholz an verschiedenen Orten des Bienenstandes annagele, so vertreibe man dadurch die Spinnen.

DDC-Icon 5. Unter die Bienenfeinde gehört auch eine Art Läuse, welche man auf andern Fliegen nicht findet. Gemeiniglich ist auf jeder Biene nur Eine, und zwar ohne Mühe, zu entdecken. Sie ist röthlich, fast von der Größe einer Milbe, oder des Knopfes einer sehr klei<4, 717>nen Stecknadel. Sie hat übrigens 6 Füße mit Häkchen, und einen krummen Rüssel, mit welchem sie sich in die Biene einklammern kann. Im Reaumür findet man sie auf der 18ten Kupfertafel, Fig. 1, 2 und 3, deutlich abgebildet. Sie hält sich fast beständig auf dem Bruststück und in den weichen Haaren, womit der Bienen Leib besetzt ist, auf. Dieses Ungeziefer ist bei ihnen in feuchtem und regenichtem Wetter am gewöhnlichsten. Sie können ihnen zwar nicht viel schaden, wo sie nicht in großer Anzahl sind; sind ihrer aber viele vorhanden, so werden die Bienen von selbigen sehr beunruhiget, matt, traurig und nachläßig. Die Bienenläuse nehmen besonders überhand, wenn eine Bienenwohnung den ganzen Winter hindurch gar keine Lust gehabt hat, und noch dazu, nach der gemeinen Art der Bienenzucht, das alte Gewirk mehrere Jahre hindurch nicht aus dem Korbe, Stock oder Kasten kommt, da denn ein so altes unreines Nest die Läuse natürlicherweise immer noch mehr wachsend macht. Man verschaffe demnach nur eine mäßige Zugluft in die Bienenwohnungen, und trage durch den Gebrauch der Untersätze darauf an, daß den Bienen von Zeit zu Zeit das alte Gewirk völlig genommen werde, und sie also immer in einem neuen reinen Gewirke ihr Nest aufschlagen können, so wird die Läusesucht gar bald verschwinden. Man pflegt auch die Bienen in solchen Fällen zu baden. Das Wasser macht zwar einige abfallend, aber sie kommen wieder zum Leben, wie die Bienen; mithin nimmt das Wasser nicht alle Läuse weg. Toback tödtet viele Insecten; und nach gemachten Proben hat sich gezeigt, daß, wenn den Bienen Toback untergeschoben wird, und sie sich darauf begeben, die Läuse in kurzer Zeit von ihnen abfallen.

DDC-Icon 6. Die Hornissen, sind arge Diebe und rechte Meuchelmörder der Bienen. Sie kommen besonders im Augustmonath an den Stand, und fangen die Bienen vor dem Flugloche, von dem Klumpen, und auch <4, 718> im Fluge, hinweg, ja, sie wagen sich sogar in ihre Häuser und Körbe. Wenn man die Scheibe auf die Seite der kleinen Bögen drehet, so kann man ihnen wenigstens den Eingang einigermaßen verwehren. Sonst ist kein sicherer Mittel, als ihre Nester zu zerstören, und ihre Brut zu tödten. Ihre Nester kann man auf folgende Art ausfindig machen. Wenn man an dem knorrichten Eichbaum, welcher einen süßen Saft austhränet, ein wenig stehen bleibt, wird man sie unter den Bienen diesen Saft auffangen und nach Hause tragen sehen. Hier darf man ihnen nur nachsehen; ihre Nester sind nicht weit davon entfernt. Sie haben ihre Nester gemeiniglich in den hohlen Bäumen; man darf nur etliche Schuß Pulver hineinschießen, so fallen sie alle todt herunter. Sie bauen ihre Wohnungen auch öfters an die Dächer der Häuser, und besonders der Nebengebäude, als Scheuern und Schoppen. Hängt ihr Nest an einem engen Halse, so kann man sie auf folgende Art fangen und vertilgen. Man lege an einem regnichten Tage eine Leiter an, die bis an das Nest reichet, versehe sich mit einem Beutel oder Sack, der groß genug ist, um das ganze Nest in sich zu fassen, steige alsdenn die Leiter sacht hinauf, öffne den Beutel so weit, daß das ganze Nest hineingehet, ziehe ihn so weit über das Nest, bis an den Ort wo es anhängt, und ziehe hierauf die Schnur schnell zu, so daß Nest und Hornissen sich auf einmahl darinn eingeschlossen befinden. Diesen Sack tauche man ganz unter das Wasser, damit die ganze Familie auf einmahl ersaufe.

DDC-Icon 9. Die Wespen sind nicht so gefährlich, als die Hornissen; den ein mächtiger Stock Bienen kann sich ihrer erwehren, und sodenn gehen sie nur auf den Vorrath der Bienen, ohne sie selbst zu zerfleischen. Man tödtet davon, soviel man kann, wenn sie sich zuerst zeigen. Man wird sie auf den Johannis= und Stachelbeeren, wenn sie blühen, finden. Sie bauen ihre Ne<4, 719>ster in der Erde. Der Eingang dazu ist leicht zu entdecken. Man steckt eine mit Schießpulver angefüllte, und wie eine Rakete eingerichtete Patrone, die vorher ein wenig angefeuchtet worden ist, damit sie einen desto größern Rauch mache, so weit, als man kann, in das Loch, durch welches die Wespen eingehen, und zündet hierauf die Patrone mittelst einigen Strohes, womit man sie bedeckt hat, an; so wird, wenn die Flamme das Pulver ergriffen hat, der Rauch sofort das ganze Nest durchdringen, und alle darinn befindliche Einwohner werden auf einmahl erstickt werden. Man läßt das Nest alsdenn ausgraben, und ins Feuer oder Wasser werfen. Bei dieser Operation ist aber nöthig, sich mit der Bienenkappe und Handschuhen zu versehen, und Stiefeln anzuziehen. Man kann sie auch in ihren Nestern mit siedendem Wasser verbrennen, welches bei Regen, kühlem Wetter, oder auch in der Nacht, am sichersten geschiehet, indem sie sonst nicht alle beisammen anzutreffen sind. Oder, welches noch besser ist, man stellet eine Flasche mit einem engen Hals, welche man bis zur Hälfte mit Honigwasser, oder mit Bier, darein man etwas Honig und Zucker gemischt hat, in den Bienenstand, so fangen sich die Wespen selbst darinnen; keine einzige Biene aber kommt in die Flasche. Nur ist dabei wohl zu merken, daß man die Wespen, wenn man sie aus der Flasche schüttet, sogleich auf dem Boden zertrete, weil sie sonst, wie alle dergleichen Insecten, wieder aufleben, wenn sie von der Sonne getrocknet sind. Gegen die Wespen hilft die Scheibe nichts, denn sie können allenthalben durchkriechen.

DDC-Icon 8. Die Made oder Motte ist ein zwar kleiner, aber gefährlicher einheimischer Feind. Es giebt dreierlei Arten. Die erste ist eine lange weißlichte Raupe, und wird der Bienenwolf, die Rankmade, der Riehl= oder Rehwurm, Attelabus apiarius LINN. Syst. Nat. Spec. 7, genannt. Eigentlich sollte sie die <4, 720> Honigmade heißen. Sie frißt nicht nur das Gewirk, sondern auch die Bienen selber. Die zwo andern Arten Maden sind kleiner, und freßen nur Roß. Herr Rösel hat in dem 3ten Th. seiner Insectenbelustigung, S. 242, aus eigener Erfahrung uns eine Beschreibung von der zu der Nachtvögel vierten Classe gehörigen, und von ihm sogenannten Bienen=Schabe oder Motte der Bienenfalter, nebst ihrer Verwandlung zum Papilion, geliefert, und solche, nach allen ihren Veränderungen, Tab. XLI illuminirt vor Augen gelegt. Es wird mir erlaubt seyn, daraus einen kleinen Auszug, mit Weglaßung dessen, was zu der besondern Naturgeschichte dieses Insects gehört, um der Bienenzucht willen zu liefern. Es wird zwar in allen Bienenbüchern dieses fürchterlichen und verderblichen Feindes gedacht; es laufen aber auch manche Unrichtigkeiten mit unter; und eine nähere Erkenntnis dieses Ungeziefers kann zugleich Mittel an die Hand geben, dem Schaden, welchen es verursachet, bestmöglichst vorzubauen. Es ist aber dieser Bienenwolf eigentlich eine Raupe der kleinsten Art, mit 16 Füßen versehen, wodurch sie sich von Maden, welche keine Füße haben, unterscheidet. Wie nun diese Raupe sich ordentlich in Bienenstöcken aufhält, ob sie gleich auch in Hummel=Nestern, wie Rösel angemerkt hat, ja auch zuweilen in Wespen=Nestern, gefunden wird: so hat sie dieses Besondere, daß sie sich, sobald sie an dem Boden des Bienenstocks aus dem Ei gekrochen, umspinnet, und sich, im Fortgehen, in einen bedeckten Gang von ihrem dichten Gewebe einhüllet, daß kein Stachel der Bienen sie berühren kann, sondern wohl gar darinnen stecken bleibt. Sie kann darinnen vor= und rückwerts kriechen, und verlängert dasselbe, wenn es die Noth erfordert, ihre Nahrung zu finden, da sie denn das Gewirk der Bienen, nachdem sie sich anfangs mit dem Abfall beholfen, endlich selbst angreifen, und nach und nach, wo ihrer viele sind, den ganzen Stock erfüllen. Die Bienen bleiben in solchem Netz hangen, und müssen, ohne sich losmachen zu können, darüber sterben, wozu auch der ekle Geruch, welchen diese Raupen von sich geben, und da den Bienen aller andere Gestank unerträglich ist, nicht wenig beiträgt. Wie nun alle Raupen aus Papilions, aus denen von selbigen gelegten <4, 721> Eiern entstehen: so haben auch diese ihren Ursprung aus einem Nacht=Papilion der vierten Classe, oder aus einer Motte und Schabe, dergleichen nur bei Nacht fliegen, da, nachdem männ= und weibliche stch gepaaret, lezteres seine Eier in oder vielmehr an die Bienenstöcke unten, wo sie auf dem Brett aufstehen, und wo es sonst beikommen kann, leget Es kann dieses um so viel leichter geschehen, da die Bienen bei Nacht ruhen, und dieser Feind sich also selbst in die Stöcke hineinschleichen kann. Zudem haben sie auch lange Legspitzen, da sie die Eier durch kleine Ritzen hineinbringen, da sodenn die ausgekrochenen Räuplein ihrem Futter sogleich weiter nachgehen. Leget nun ein Weiblein 100, oder gar etliche 100 Eier, so ist dies hinreichend, einen ganzen Stock zu verderben; und wenn gleich die Bienen noch so viel Junge tödteten, dergleichen man manchmahl an dem Flugloch liegen findet, so reicht doch dieses alles nicht zu, dem Schaden zu steuern. Hat eine solche Raupe, nach gewöhnlicher Häutung, ihre Größe erreicht, so verwandelt sie sich, in einem eben so dicken und undurchdringlichen Gespinnst, in einem Winkel der Bienenstöcke, in eine Puppe, aus welcher der Schabevogel zu seiner Zeit auskriecht, und, wie zu vermuthen, wohl gar öfter als Einmahl im Jahr, eine neue Brut hervorbringt.

Diesem Uebel abzuhelfen, hat man verschiedener Mittel sich bedient. Man stellt Abends, da man dergleichen Falter wahrnimmt, ein Licht zu dem Bienenstock, in der Absicht, daß sich die Papilions verbrennen sollen. Allein, sollten auch noch so viele dadurch umgebracht werden, so würde solches doch nicht helfen, wenn auch nur ein einiger seine Eier angebracht hätte. Und wie kann man der Zeit so genau wahrnehmen, wenn sie fliegen, da man sie den ganzen Sommer über um die Bienenstöcke antrifft? Da wir aber nun einmahl wissen, daß diese den Bienen so gefährliche Schaben=Raupen größtentheils unten herum um den Korb ihren Aufenthalt haben: so kann uns dieses die gewissesten Mittel an die Hand geben, sie auszurotten. In dieser Absicht dürfte ein fleißiger Bienenwärter nur alle 2 oder 3 Tage, ja wohl die Woche nur Einmahl, seinen Korb unten herum genau besichtigen, solchen auch wohl etwas aufheben, und wenn er dergleichen Raupenbrut wahrnimmt, selbige zusammt ihrem Gespinnst, zerdrücken und heraus kratzen. Diese Vorsichtigkeit wird mehr nutzen, als wenn man noch so viel Lichter anzündete. Wobei denn vieleicht auch dieses noch zu beobachten, daß man die Bienenstöcke nicht gern zu alt werden läßt, sondern sie mit neuen verwechsle. Wenn sich die Rankmade bereits <4, 722> in den Tafeln eingesponnen und im Stock eingenistet hat, so ist schleunige Hülfe nöthig. Man erfährt dieses auf folgende Art. Erstlich sind die Bienen nicht mehr so arbeitsam, wie vorher. Zweitens findet man ihren Unrath häufig auf dem Brett, wie kleine schwarze Körner, welche von vielen bisher fälschlich für Maden=Eier gehalten worden sind. Endlich Drittens erblickt man bei genauem Untersuchen, wenn man die Bienen mit Rauche hinunter getrieben hat, das Gespinnst selbst. Alsdenn ist es hohe Zeit, Rath zu schaffen; es ist auch schon oft zu spät, so daß, aller Hülfe ungeachtet, nichts mehr aus dem Stocke wird. Zuerst schneidet man die mit Maden eingesponnenen Tafeln rein heraus, und füttert die Bienen alle Abend mit etwas Honig und Stern=Anisthee, darunter man noch ein wenig alten Wein menget; dadurch werden die Bienen herzhaft, und laßen keine neue Maden aufkommen. Man mus aber auch täglich die Bretter verwechseln und die Maden heraus schaffen, damit diese Gäste nicht wieder hinauf kommen können. Damit fährt man so lange fort, bis man siehet, daß die Bienen wieder im Stand sind, sie selbst hinaus zu schaffen. Will alles nichts helfen, so vereiniget man die Bienen mit andern.

Hr. Hofrath Kästner giebt, in seiner Sammlung, ein Mittel an, wie man sich helfen soll, wenn die Maden in der Krone des Korbes sich fänden, daß man ihnen mit Rauch oder auf andere Weise nicht beikommen kann. „ Man sollte ein Brod, so heiß es aus dem Ofen kommt, zerschneiden, und auf die Krone des Korbes legen, so giengen die Maden herunter ”. Allenfalls ist dieses nur bei solchen Körben zu gebrauchen nöthig, welche oben keine Deckel haben. Bei Körben mit Deckeln kann man sich ja sonst, nach geöffnetem Deckel, leicht, wie man will, helfen, sollten sich auch Maden in die Krone des Korbes ziehen.

Daß die Maden bei vergrabenen Bienen leichter die Oberhand gewinnen können, als bei solchen, die den Winter im Freien stehen, habe oben Seite 689 dargethan. <4, 723>

Von den schädlichen Bienenwürmern, st. im 2ten Th. des Schwed. oekon. Wochenbl. Greifsw. 1765, 8. S. 291--293.

Preisschriften über die von der Königl. Gesellsch. der Wissensch. zu Göttingen aufgegebene Frage: Wie die Bienenstöcke vor den schädlichen Raupen zu bewahren sind, st. im 20 St. des Hannov. Magaz. v. J. 1766.

Lettre de Mr. l' Abbé le B * * * sur un moyen qu' il a decouvert pour garantir les ruches d' un cruel insecte, connu sous le nom de Teigne de cire, st. im Journ. oecon. Oct. 1767, S. 462, f. und ins Teutsche von mir übers. u. d. T. Des Hrn. Abt le B * * * Sendschreiben über ein von ihm entdecktes Mittel, die Bienenkörbe gegen ein unter dem Nahmen der Wachsmotte höchstschädliches Insekt zu verwahren, im 38 St. des Neuen Hamb. Magaz. Lpz. 1770, 8. S. 183--188.

C. W. Groscurd sicheres Mittel zur völligen Tilgung der Raupen oder Maden in den Bienenstöcken, st. im 37 St. des Hannov. Magaz. v. J. 1766.

A. G. Schirachs Beantwortung der zum Nov. 1765 von der Königl. Gesell. der Wiss. zu Gött. aufgegebenen Frage: Wie die Bienenstöcke etc. st. im 21 St. dess. v. e. d. J.

Anmerkungen über die bösen Wirkungen des gekörnten Honigs, und über die falschen Motten, durch Frau Vicat, st. im 4 St. des V Jahrg. 1764 der Berner Abhandl. etc. S. 99--118.

9. Der Ohrwurm, kommt auch ungebeten in die Stöcke, und nistet darinnen; ist aber nicht so verwegen, als die Made. Man mus aber um seinetwillen den Boden der Beuten auch reinlich halten. Zum Glück ist ihm manches Holz zuwider.

II. Feinde aus der Classe der Amphibien, sind:

DDC-Icon 1. Kröten und Frösche. Diese stellen den Bienen nach, schnappen sie in der Luft weg, und fressen sie. Man mus sich vor ihnen hüten, und hier hat man zweierlei zu beobachten. Die Läger müssen nicht allzuniedrig liegen, sondern auf großen Steinen, 1 Elle hoch, ruhen. Denn, wenn das Flugloch sehr niedrig zu stehen kommt, so ist der Frosch so keck, hüpft aufs Brettchen, und frißt die Bienen mit vollem Maule weg. Man mus sie suchen todtzuschlagen, so hat das ganze Spiel ein Ende. Ueberhaupt soll, wie bereits oben Pfeil-IconS. 547 erinnert worden, unter dem Bienenstand kein Gras oder etwas anderes seyn, worunter sich Kröten und Frösche aufhalten können, sondern alles sauber weg<4, 724>gekehret werden, weil die Bienen nicht bleiben, wo sich dergleichen Ungeziefer aufhält. Man darf auch nur unter den Bienenstand einen Scherben mit Harz oder Wagenschmier stellen, so werden dadurch diese garstige Thiere vertrieben.

2. Eidechsen und Schlangen, fressen ebenfalls die Bienen, so vor die Stöcke niederfallen. Für jene richtet man Fallen mit Brod zu, oder fängt sie im Wasser.

DDC-Icon III. Von Vögeln, schnappen aus der freien Luft viele 100 fliegende Bienen weg, und richten sehr große Verwüstungen an; vornemlich die Schwalben, die Bachstelzen, die Rothschwänzlein, die Sperlinge, welche besonders im Frühling ihre Junge damit füttern; der Grünspecht, die Kohlmeise und Blaumeise; diese kommen bei kalten Tagen ans Flugloch, und picken solange, bis die beunruhigten Bienen herauskommen, die sie hernach wegfangen. Vermuthlich haben sie uns das Austrommeln, (s. oben Pfeil-IconS. 643 f.) wie der Bock das Beschneiden der Weinstöcke, gelehret. Man verschlüße das Flugloch mit dem durchlöcherten Bleche. Man schaffe den Bienen Schutz wider diese Feinde durch niedriges Strauchwerk. Man zerstöre die Nester dieser Vögel. Man dulde sie nicht in der Nähe des Bienen=Standes, schieße sie weg, stelle ihnen Fallen und Schlingen, und brauche todte Bienen zur Lockspeise, und verschone ihrer nicht um eines Aberglaubens willen.

In Ansehung der Schwalben, sind die Meinungen getheilt. Hr. Düchet sucht in seiner Culture des abeilles, S. 321, die Schwalben von dem Verdacht, als ob sie den Bienen nachstelleten, zu befreien. Die Schwalben, sagt er, fliegen nur gegen die Bienen, in der Meinung, es seyn Mücken; sobald sie aber ihnen näher kämen und ihren Irrtum merkten, rührten sie keine an. Allein, da sie fast von nichts anders, als von kleinen Insecten, Fliegen und Mücken, leben, so ist es ziemlich wahrscheinlich, daß sie die Bienen nicht sehr schonen. Gesetzt aber auch, daß sie den Bienen selbst nicht nachstelleten, so haben sie doch eine andere böse Seite, die vieleicht noch nicht oft genug be<4, 725>merkt worden ist. Man untersuche die Schwalben=Nester, so wird man sie voll Wandläuse finden. Dieses wäre wohl eine hinlängliche Ursache, sie wenigstens in den Häusern nicht zu dulden, wenn auch gleich der Aberglaube für ihr Leben spricht, und sie von Seiten der Bienen freigesprochen worden. Wenn man kleine Leimruthen auf ihre Nester stecket, kann man die alten fangen; und wenn diese weg sind, müssen auch die jungen verderben. Nächstdem sollen auch, wo Schwalben in der Nähe bei Bienenhütten nisten, die Bienen nicht leicht schwärmen. Dagegen will Hr. Düchet die Sperlinge destomehr ausgerottet wissen, sowohl wegen der Bienen, als auch weil, nach seiner genanen Berechnung, ein Sperling in Einem Tage mehr als 6 Loth Frucht fräße. Er hat mit Angen gesehen, wie einer in einer halben Stunde ein Stück Weißbrod, von der Größe eines kleinen Apfels, aufgefressen habe. Er rechnet 4 oder 5 Monathe, daß Früchte gedroschen, oder gegen ihren Zugang nicht genug verwahret würden. Ein jeder Sperling fräße also, während dieser Zeit, 20 Pfund. Er nimmt eine Gegend von 2000 Dörfern an; in jedem Dorfe, eins ins andere gerechnet, nur 50 Sperlinge, so wären durch diese, 100000 Maaß Früchte dem gemeinen Wesen beraubet. Dieser Schaden ist vieleicht beträchtlicher, als der, welchen sie den Bienen zufügen.

Der Storch, wenn er im Frühjahr wegen seiner Nahrung auf den Wiesen herum gehet, nimmt ebenfalls alle Bienen, die er auf den Blumen antrifft, mit hinweg, und verschlucket sie.

IV. Fremde, aus der Classe der vierfüßigen Thiere, sind vornehmlich:

DDC-Icon 1. Die Mäuse und Ratzen. Diese sind den Bienen, besonders im Winter, sehr gefährlich. Sie schleichen sich um diese Zeit, wenn die Bienen gleichsam auf einem Trupp beisammen schlafen, entweder zu den Flug=Löchern hinein, oder suchen oben den Korb zu durchnagen, und wenn ihnen dieses glückt, so ist der Bienenstock verloren, wenn man nicht in Zeiten zu Hülfe kommt. Man mus die von den Mäusen angefressenen und besudelten Tafeln herausschneiden, sonst verlaßen die Bienen im Frühjahr den Stock. Strohdächer sind deshalb, wie oben Pfeil-IconS. 544 gelehrt worden, wegen der Mäuseherber<4, 726>gen durchaus zu vermeiden. Um die Mäuse gänzlich auszurotten, kann man folgende Mittel brauchen. Man knätet 1 Loth Mäusegift mit 6 Loth frischen Brodkrumen, und 1 Loth Zucker, nebst etwas gerupftem Dörr=Fleisch unter einander, und macht es zu Kugeln, die man in die Mäuselöcher wirft, oder noch besser in einen Kasten legt, darinn einige Oeffnungen geschnitten sind, wodurch nur allein die Mäuse, und kein anderes Vieh, zu dem Gift kommen können. Oder man schneidet einen gemeinen Wasch=Schwamm oder den Filz von einem Hut, in kleine, einer Erbsen große, Stückchen, röstet sie in Butter, und leget sie in den Stand, so zerbersten die Mäuse davon, wenn sie solche fressen. Im ersten Fall mus man kein Wasser bei dem Bienenstand stehen laßen, im andern Fall aber solches sorgfältig und mit Fleiß hinstellen, damit, wenn diese Thiere davon saufen, der Schwamm auflaufen und seine Wirkung beweisen möge.

An einigen Orten in Preussen werden die Bienen=Körbe im Winter an den Kehlbalken über dem Boden des Hauses, oder eines andern Gebäudes, aufgehängt, damit sie solchergestallt für den Mäusen, welche im Winter den Bienen sehr nachstellen, sicher bleiben, und dem Bienenvater auch keinen Raum, den er sonst nöthig hätte, benehmen. Es wird aber dieses folgendergestallt bewerkstelliget. Es wird oben in dem Korbe, welcher dort mehrentheils kegelförmig, wie ein Bischofshut, gefertiget wird, ein eiserner oder von Goldweiden geflochtener Ring vestgemacht, welcher zum Aufheben der Körbe von ihrem Gestell, zum Wegtragen und andern Bequemlichkeiten, gute Dienste thut. Alsdenn werden gewisse von Stroh geflochtene Teller oder Boden, welche in die Bienenkörbe genau passen, entweder mit einem stark gedreheten Garn, oder allenfalls auch nur mit Bast, angenähet und vestgemacht, darauf ein Strick durch den Ring gezogen, und die Körbe an denjenigen Ort, wo es der Bienen=Vater am zuträglichsten findet, aufgehängt. Sollte dieses auch nicht mit Vortheil bei den Fränkischen Körben anzubringen seyn, wo die Körbe oben platt und mit einem <4, 727> Deckel zum erforderlichen Aufsatze der Bienenkörbe versehen sind? Wofern an den beiden Seiten dergleichen Ringe angebracht würden, so könnten sie vermuthlich eben so gut, als jene preussische Bienenkörbe, behandelt werden.

Bei hölzernen Beuten oder Ständern hat man sich vor keiner Maus zu fürchten, wenn man einestheils bei dem lezten Verkleben der Beutenbretter im October in den Lehm oder Märgel fein viel Wasser, Sand und Gerstenspreu menget, und anderntheils die Scheibe vor die Fluglöcher auf die andere Seite drehet. Indessen mus man jedoch alte halbverfaulte Stöcke allenthalben wohl besichtigen, damit sie sich nicht durch das Holz hineinarbeiten können, und auch da die angefaulten Orte auf obgedachte Art verschmieren.

DDC-Icon 2. Auch das Wiesel, ist nach No. 2 des Wittenb. Wochenbl. v. J. 1773, S. 11, f. unter die Bienen=Feinde zu zählen. Anstatt daß die Mäuse sich insgemein unten durch die Körbe hindurch zum Honig fressen, nimmt das Wiesel mit den Bienen den gleichen Weg zu seiner Näscherei. Dieses Thier giebt eine ganz unleidliche Witterung von sich. Gesetzt also, daß dasselbe etwa beim Anfange einen Bienenstich bekomme, so wird die daraus entstandene Erhitzung des Thieres seine Ausdünstung verstärken; die Bienen werden also die Flucht nehmen, und zulezt den Korb gar verlaßen. Man laße daher, wo man in seiner Gegend dergleichen Thiere vermerket, die Fluglöcher des Winters, und in den ersten Frühlingsmonathen nur so weit offen, daß für ein paar Bienen, aber nicht für ein Wiesel mehr, die Passage offen stehe.

Bäre und Marder sind eigentlich nur für Wald=Bienen fürchterlich. Siehe oben Pfeil-IconS. 443.

V. Einer der ärgsten Feinde endlich ist der Mensch, der durch schlechte Besorgung, oder durch Zeideln und Tödten, ihnen schadet. <4, 728>

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Andere den Bienen widrige Zufälle. Die Bienen erfordern von ihren Wärtern eine besondere Reinlichkeit. Wer Wagenschmier und Theer berührt, starkriechende Speisen, Speck, Käse, Hering etc. gegessen hat, schadet ihnen, wenn er sich mit ihnen zu thun macht. Brod und Mehl unter den Honig gebracht, oder mit einem Messer, woran Brod ist, die Scheiben geschnitten, macht die Bienen faul und verdorben.

DDC-Icon Frauenspersonen dürfen zu ihrer gewissen Zeit die Bienen nicht füttern, weil es diesen fchadet.

Verbrannte Krebse, überhaupt der Geruch von Krebsen, und der Gestank vom Mist, sind den Bienen zuwider.

Nebel, verdirbt die Blumen, daß die Bienen entweder gar keinen, oder nur schlechten Honig eintragen, und selbst krank werden. Der Honig ist alsdenn von dunkler Farbe, bitterlich, und dem Magen beschwerlich. Man mus diesen Honig wegnehmen, und die Bienen aus solchen benebelten Gegenden in andere bringen, wo die Luft reiner ist.

Starke Sonnenhitze, ist den Bienenstöcken, zumahl jungen Schwärmen, die erst gefaßt sind, schädlich. Sie bringt das dünne und zarte Gewirk zum Schmelzen.

Erzählung einer Begebenheit sammt ihren Umständen, betreffend die schädliche Wirkung der Sonnenhitze in Bienenstöcken, st. im 5 St. des 20 B. des Hamb. Magaz. S. 520--528.

Die größte Kälte, wenn solche auch noch so hart ist, kann einem gesunden, starken, alten Schwarm in einem wohlverwahrten Stock nichts thun. Die Bienen hängen sich vest an einander, und vereinigen sich so genau, daß sie, durch ihre vereinigte Hitze, der größten Kälte Widerstand thun, wofern sie nur in ihrem Winterlager mit Honig versehen sind, daß sie der Hun<4, 729>ger nicht entkräftet. Sobald aber der Stock in dem strengen Winter einmahl gelüftet worden, so sind die Bienen in Gefahr.

Abhandlung von den Umständen, unter welchen die kalte Luft den Bienen schädlich wird, von Hrn. Past. Jo. Gottfr. Langen, st. in der 4ten Samml. der Abhdl. der oberlausitz. B. Ges. S. 150--162.

Sendschreiben Hrn. Hans Adolph von Mezrad, worinn gezeiget wird, daß die mehresten Bienenstöcke 1766 im Winter nicht erstickt, wie viele vorgeben, sondern erfroren sind, st. in der 2ten Samml. derselben, S. 57--62.

Wenn viel Schnee fällt, mus man Achtung geben, daß die Fluglöcher nicht dadurch verstopfet werden, noch mehr aber, daß er die Körbe nicht bedecke, und dadurch eine allzugroße Kälte verursache, daher man an den Stöcken den Schnee öfters wegräumen mus. Wenn Bienen einzeln aus dem Stock herauskommen, und auf den Schnee niederfallen, so sind sie todt; diese mus man, wenn man es bald gewahr wird, sofort in eine laulichte Stube bringen, und mit Honigwasser besprengen; nachher kann man sie mittelst eines überdeckten Trichters wieder in den Stock laufen laßen.

Die Winde trocknen schnell den Honigsaft und Saamenstaub, daß sie von den Bienen nicht gesammelt werden können, und befördern das Verwelken der Blumen. Sie hindern die Bienen im Flug, und verschlagen sie in die Nähe ihrer Feinde, oder in benachbarte Wasser, daß sie umkommen. Kalte Winde machen sie, wenn sie draussen sind, erstarrt. Bei starken Winden fliegen Insecten überhaupt, und vornehmlich Bienen, nicht leicht aus; sie versäumen also die Arbeit darüber.

Schlagregen, d. i. Regen mit Wind getrieben, desgleichen Donnerwetter, schaden durch Feuchtigkeit und Wind zugleich. Ergreift der Regen die Bienen draußen, so werden sie naß, betäubt, schwer, und fallen zu Boden. Sie fühlen zwar die bevorstehende Witterung, und wagen sich nicht, oder nicht weit heraus, <4, 730> oder eilen nach Hause; bei veränderlichem Regenwetter aber wagen sie sich doch bei Sonnenblicken hinaus, und zwar, wenn in der Nähe keine Nahrung ist, in die Ferne, versäumen sich, werden von starken schnellen Regen überfallen, fallen zu Boden, und erhohlen sich nimmer, wenn nicht bald die Sonne auf den Regen, sondern anhaltend rauhes, ungestümes, nasses und kühles Wetter folgt. Ich werde davon im folg. Abschnitt bei Gelegenheit der Ermattung der Bienen ein mehreres sagen, woselbst ich auch den Schaden der giftigen Mehlthaue zeigen werde.

Warme Winter, sind für die Bienen eben so wenig gut, wie frische Sommer; denn in jenen zehren sie beständig, und erfordern daher viele Fütterung; und in diesen pflegen selten Honigthaue zu fallen. Auch kalte Nächte im Sommer thun den Bienen Schaden, denn sie machen die Blumen für sie unbrauchbar.

Wenn auf eine gelinde Witterung plötzlich eine sehr kalte folgt, so körnt sich, nach der Frau Vicat Meinung, (in ihrer Pfeil-IconS. 614 angeführten Schrift) der Honig in den Bienenkörben. Von dergleichen harten, körnigen, gekörnten, gestandenen oder geronnenen Honig, oder Grusem, Fr. Miel grené, ist bereits oben, Pfeil-IconS. 501, Erwähnung geschehen. Wenn es hart friert, so essen die Bienen in dieser Zeit nichts. Wenn die Kälte ununterbrochen sortdauert, so öffnen sie, weil sie zu dieser Zeit keiner Speise bedürfen, ihre Zellen, welche voll Honig sind, nicht. Sie heben den Wachsdeckel, der über jeder Höhle gelegt ist, und den Honig vor der Gefrierung bewahret, nicht auf. Wenn im Gegentheil der Winter immer mit kalter und gemäßigter Witterung abwechselt, so gehen die Bienen bei gelindem Wetter hinaus, und öffnen ihre Vorrathskammern, welche noch voll sind; hernach, wenn die Kalte einfällt, gefriert der Honig über diesen kleinen angegriffenen Gefäßen zu Körnern. Sobald die Bienen durch die Wiederkunft eines schönen Tages wieder aufleben, bekommen sie wieder Lust zum Essen. Da sie beständig über die Höhlen, welche angestochen sind, gehen, und an der Oberfläche den gekörnten Honig finden, weichen sie nicht schluc<4, 731>ken können, werfen sie denselben herunter, damit sie zu dem flüßigen auf dem Boden der Zellen gelangen. Von diesen Brocken wird der Boden des Korbs bald bedecket; und indem die Bienen über diese Honigkörner gehen, werden ihre Füße, welche, (insonderheit das hinterste Paar) den Kleiderbürsten gleichen, gefirnißt und schlüpfrig, so daß die armen Bienen nicht mehr an ihren Waben hinaufklettern können. Noch mehr. Wenn sie sich zu reinigen suchen, indem sie einander lecken und bürsten, so überziehen sie einander mit diesem Honig, der sich über ihnen wie ein Firniß formirt, und die borstigen Haare ihres Cörpers bekleistert. Ihre Flügel werden dadurch schwer und starr, daß sie sich derselben zum Fliegen nicht mehr bedienen können. Um diesem Uebel vorzukommen, mus man die Bienen dergestallt beherbergen, daß eine allzugroße Kälte nicht in ihre Körbe dringen, noch den Honig darinn gefrieren machen könne.

Bei Feuersgefahr mus man die Bienenstöcke, so gut als möglich, zu retten suchen. Um dieses zu bewerkstelligen, läßt man die Fluglöcher entweder mit dazu bereit gehaltenen blechenen oder hölzernen durchlöcherten Schiebern, oder mit eingekerbten Hölzchen, damit die Bienen etwas freie Luft behalten, oder auch in der Eil nur mit Papier, oder Lappen, bedecken, oder mit Koth oder Lehm zustreichen, bis man sie hernach bei mehrerer Zeit zuträglicher verstopfet. Ohne Verlust vieler ausgeflogenen Bienen gehet solches Wegschaffen der Bienenstöcke freilich nicht wohl ab, wenn man, ausser Winters=Zeit, bei Tage solches Wegschaffen der Bienenstöcke nothdringlich vornehmen mus; noch größer aber würde der Verlust der Bienen werden, wenn man, nach dem Wegschaffen der Bienenstöcke, und nach wirklich erfolgtem Abbrennen des Hauses, hernach nicht dabei noch die Vorsicht brauchte, und die Bienen=Stöcke noch einige Tage gehörig zugestopft hielte, bis die große Brandgluht vorüber ist, indem sonst noch viele Bienen ins Feuer fallen würden. Jedoch ist bei solcher Bienenrettung zu merken, daß, wenn die Feuersgefahr, und daher rathsam erachtete Rettung der Bienen, ausser dem Winter, in solchen Jahrszeiten, und bei Tage geschiehet, da die Bienen aus= und einfliegen, man solche Bienenrettung lieber zulezt vornehme, wenn andere Thiere und Mobilien schon gerettet worden sind, und man auch, wegen der Feuerlöschung, sonst sich nicht viel an einem solchen Orte, wo die Bienenstöcke stehen, oder gestanden haben, auf<4, 732>halten dürfe, damit nicht etwa die vom Ausfluge wieder heimkommenden und durch Wegschaffung ihrer Wohnungen erzürnten Bienen den Menschen und dem Viehe daselbst Hindernisse und Schaden verursachen mögen.

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