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7. Von einigen besondern Feinden der Bienen im Walde.

Die Waldbienen haben zwar nicht so viele Feinde, als Gartenbienen, (siehe den 11 Abschn. im folg. Art. von der zahmen Bienenzucht,) dagegen aber stärkere. Der Frosch und die Kröte gehen da gleich ab, weil diese in Gärten häufiger, als in Wäldern sind; wiewohl es im Walde auch hin und wieder Frösche giebt, die sich in den Sümpfen erzeugen; und wenn die Biene daselbst ihre Nahrung sucht, wird sie von ihnen verschluckt. Die Spinne findet sich zwar dort auch ein; allein nicht so häufig, als an den Stöcken der Hausbienen. Der Ohrwurm heckt lieber unter den trockenen Schalen der Beuten, als unter den feuchten und grünen der Kiefern und Tannen. Die kleine röthliche Ameise hält sich auch nur in Gärten an den Obstbäumen auf. Die Mäuse und Ratzen finden im Walde auch nicht ihre Rechnung. Die blaue Meise, der Sperling und die Schwalbe, sind auch nur meistens um Häuser herum und in den Obstgärten. Mit der Wespe und Horniß hat es fast gleiche Bewandtnis; wiewohl die Horniß auch manchmahl im Walde herum irret. Dem allen ungeachtet aber haben sie im Walde ziemlich starke Feinde. Ich werde nur die schädlichsten anführen, und will sie stufenweise von dem kleinsten bis zum größten durchgehen.

Dem Cörper nach, ist ihr kleinster Feind die schwarze Roßameise. Wenn diese in einen vollen Stock einmahl eingedrungen, so hören sie nicht auf, den Honig zu verzehren, bis er alle wird. Gegen die kleinen Ameisen wehrt sich die Biene; jenen aber kann sie nicht widerstehen. Um sie zu vertilgen, ist folgendes einfache Mittel höchst bewährt. Man fängt 2 oder 3 Weißfische, oder Perschken, oder andere kleinere Fische, läßt sie stinkend werden, und vergräbt sie sodann in den Ameisenhaufen. Schaarenweise werden sie alsdenn ihre Wohnung verlassen, und von ihrem Vorrathe mitnehmen, was ihnen fortzuschleppen möglich ist. Frisch darf man die Fische daselbst nicht eingraben, denn sie würden bald das Fleisch abnagen, und das Gerippe unversehrt laßen. Sie schlagen zwar alsdenn ihr Lager wo anders auf, indessen kann man sie doch dadurch von seinem Zeidelbaume vertreiben.

Der Nußhäger oder Nußhacker, L. Merula saxatilis, Nucifragus, ist größer als eine Amsel, und hat einen ziemlich langen Hals und Schnabel; die Zunge aber ist länger als der Schnabel. Wenn er einen vollen Bienenstock gewahr wird, hängt er sich an das Flugloch. Kann er mit seiner langen Zunge hinein, so langt er eine vorliegende Biene nach der andern heraus. Ist ihm aber das Flugloch zu klein, so hackt er sich dasselbe so weit, daß er ganz in den Bienenhaufen hinein, und alle verzehren kann. Durch das Pochen werden auch die guten hervorgelockt, so daß sie ihrem Feinde recht unversehends in den Rachen laufen.

Von dem Specht giebt es 4 Gattungen, die als Bienenfeinde anzusehen sind; nehmlich der Schwarz=Grün=Grau= und Bunt=Specht. Sie machen sich, wie die Nußhacker, Löcher in die Beuten. Diese alle zu erschießen, wäre eine wahre Unmöglichkeit; allein eine geringe Sache verwahrt den Bienenstock für ihnen. Man nagelt nehmlich dicht ans Flugloch ein Stückchen hochrothes Tuch, und nimmt es im Sommer wieder weg; denn ihre Räuberei geschiehet nur im Winter. Sobald einer von diesen Schnapphähnen das rothe Tuch gewahr wird, scheuet er sich, dem Stocke nahe zu kommen. Einige wollen diese arge Vögel auch durch scharfe Dorn= oder Distel=Sträucher, welche sie vor das Flug=Loch bevestigt, abgehalten haben.

Unter den vierfüßigen Thieren, ist der Marder der schädlichste Feind der Waldbienen. Vornehmlich ist der Busch= oder Baum=Marder, welcher sich in Wäldern aufhält, eben der rechte Honigdieb. Er zernagt den Stock so lange, bis er hineinkommt. Von der Art, ihn zu fangen, siehe den Articul Marder.

Der Bär endlich, und zwar diejenige Art, welche der Zeidelbär genennt wird, weil er die Stöcke räuberisch anfällt, und öffentlich auf seinen Raub ausgehet, da andere es nur verschlagener und heimlicher Weise thun, begiebt sich oft sehr viele Meilen tief aus seinem Lager, und sucht an den Räudern der Wälder, wenn in der Mitten des Waldes keine sind, die Bienenbeuten auf. Wo er einmahl eine erbricht, da läßt er zum morgenden Tage nichts ubrig. Mittelst seiner scharfen Klauen kann er den Baum bequem herauf und herab klettern. Man hat allerhand künstliche Mittel wider ihn ersonnen, wovon man den dritten Theil meiner Encyclopädie, S. 422 fgg. nachsehen kann. In dem alten bekannten deutschen Buche, der Froschmäusler genannt, wird im 2 Th. und dessen 11 Cap. ein Immenhans redend angeführt, der sich allerhand lustiger Mittel wider den Bär bedient, die sehr einfach sind. Da wir in unserm Deutschlande keine Bären mehr haben, und nur Pohlen und Rußland damit belästigt ist: so werde ich den in Rußland gebräuchlichen Bärenfang, im 10ten Abschnitt, wo ich von der Waldbienenzucht in Rußland handle, beschreiben.

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